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NFL - Nach Belichick-Vorfall: Hall of Fame reformiert Wahlverfahren

Veröffentlicht:

von Mike Stiefelhagen

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NFL: Jetlag in Australien? 49ers-Coach komplett verwirrt

Videoclip • 01:01 Min


Die Pro Football Hall of Fame verändert ihr Auswahlverfahren ab dem Jahrgang 2027 grundlegend. Neben einem kleineren Wahlgremium gibt es neue Regeln für die Kandidaten.

Die Pro Football Hall of Fame ordnet den Weg in die Ruhmeshalle neu. Am 4. September hat die Institution eine umfassende Reform ihres Wahlverfahrens bekannt gegeben, die bereits für die Auswahl des Jahrgangs 2027 gilt.

Die Änderungen betreffen sowohl die Zusammensetzung des Gremiums als auch die Frage, welche Kandidaten in der entscheidenden Sitzung berücksichtigt werden. Die bisherigen Kategorien für ehemalige Spieler werden zusammengeführt.

Die Entscheidung fällt einige Monate nach der umstrittenen Nichtwahl von Bill Belichick. Der frühere Head Coach der New England Patriots hatte trotz seiner sechs Super-Bowl-Titel als Cheftrainer den Sprung in den Jahrgang 2026 verpasst.

Die Überprüfung des Verfahrens begann laut Hall of Fame allerdings bereits zweieinhalb Jahre vor der Bekanntgabe. Eine ausschließlich als Reaktion auf Belichicks Nichtwahl beschlossene Reform lässt sich daraus nicht ableiten. Zumindest offiziell.

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Hall of Fame: Nur noch 25 Mitglieder dürfen abstimmen

Künftig umfasst das Auswahlkomitee 28 statt 50 Personen. Von ihnen besitzen jeweils 25 das Stimmrecht, drei weitere nehmen ohne Stimme teil. Wer in welcher Rolle mitwirkt, wird jährlich festgelegt.

Auch die bisherige Zuordnung zu den NFL-Standorten entfällt. Bislang gehörte für jedes der 32 Teams ein Medienvertreter zum Gremium. Dazu kamen 17 weitere Mitglieder sowie ein Vertreter der Pro Football Writers of America.

Das neue Modell sieht 27 Mitglieder ohne feste Teamzuordnung und weiterhin einen Vertreter des Journalistenverbandes vor. Die Hall of Fame löst sich damit von einer Struktur, in der die einzelnen NFL-Märkte ausdrücklich berücksichtigt wurden.

Nach sechs Jahren mit virtuellen Sitzungen kehrt das Komitee zudem zum persönlichen Treffen zurück. Sämtliche Kandidaten soll dort dieselbe Person vorstellen, die selbst nicht zum Auswahlgremium gehört. So soll die unterschiedliche Überzeugungskraft einzelner Fürsprecher weniger Einfluss bekommen.

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Hall of Fame schafft separate Seniors-Kategorie ab

Für ehemalige Spieler verschwindet die Trennung zwischen Modern-Era-Kandidaten und Seniors. Bislang wechselten Spieler nach 25 Jahren im Ruhestand in die Seniors-Kategorie. Künftig bleiben alle wählbaren Spieler in einem gemeinsamen Bewerberfeld. Die fünfjährige Wartefrist nach dem Karriereende besteht weiter.

Dadurch verändert sich die Besetzung der entscheidenden Sitzung: Vorgesehen sind 13 Spieler, ein Trainer und ein Contributor. Zuvor waren es 15 Modern-Era-Spieler, bis zu drei Seniors sowie jeweils ein Trainer und ein Contributor. Insgesamt sinkt die Zahl damit von bis zu 20 auf 15.

Die beiden Kandidaten für Trainer und Contributors bestimmen weiterhin eigene Unterkomitees. Bei Contributors, also Personen mit besonderen Verdiensten um den Football, dürfen künftig auch frühere Leistungen als Spieler oder Trainer in die Gesamtbewertung einfließen.

Außerdem schafft die Hall of Fame die bisherige Regel zur automatischen Rückkehr bestimmter Kandidaten als Finalisten im Folgejahr ab. Für 2027 gibt es jedoch eine Übergangsausnahme: Terrell Suggs und Marshal Yanda behalten ihren bereits erworbenen Platz.

NFL-Ruhmeshalle hält an der 80-Prozent-Hürde fest

In der abschließenden Auswahl werden die 15 Namen zunächst auf zehn und anschließend auf sieben reduziert. Spieler, Trainer und Contributor durchlaufen diese Runden gemeinsam. In der letzten Abstimmung dürfen die Wahlberechtigten sechs Kandidaten unterstützen.

Für die Aufnahme bleiben mindestens 80 Prozent Zustimmung erforderlich. Bei 25 abgegebenen Stimmen entspricht das 20 Ja-Stimmen. Die absolute Zahl der notwendigen Unterstützer sinkt somit, die prozentuale Hürde bleibt gleich.

Nach Angaben der Hall of Fame ermöglicht das Verfahren Jahrgänge mit drei bis sieben neuen Mitgliedern.

Die Reform verändert also die Konkurrenzsituation und den Ablauf der Entscheidung. Aus der geringeren Zahl an Wahlberechtigten allein lässt sich jedoch keine leichtere Aufnahme ableiten: Jeder Kandidat muss weiterhin eine große Mehrheit überzeugen.

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Bill Belichick bleibt der prominente Hintergrund der Debatte

Wie umstritten das bisherige Verfahren war, zeigte die Wahl für 2026. Belichick gehörte gemeinsam mit Patriots-Eigentümer Robert Kraft sowie den ehemaligen Spielern Roger Craig, L.C. Greenwood und Ken Anderson zu einer Fünfergruppe. Die Wahlberechtigten durften daraus nur drei Namen auswählen.

Einige Wähler erklärten anschließend, lange wartenden Seniors den Vorzug gegeben zu haben. Craig wurde aufgenommen, Belichick blieb außen vor.

Für den früheren Patriots-Coach ist mit der Neuregelung dennoch nichts entschieden. Bereits der Trainerplatz unter den 15 Kandidaten muss durch das zuständige Unterkomitee vergeben werden. Eine Sonderregel für Belichick kündigt die Hall of Fame nicht an.

Sein Fall erklärt die Aufmerksamkeit für den Umbau. Ob sich damit auch sein persönlicher Weg nach Canton verändert, wird erst die nächste Wahl zeigen.

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