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Fußball

Hertha BSC: Strategie-Wechsel ist die Basis für die Bundesliga-Rückkehr - ein Kommentar

Veröffentlicht:

von Malte Ahrens

ran Fußball Bundesliga

Fabian Reese als "Buhmann" - Pele Wollitz sauer auf eigene Fans

Videoclip • 02:17 Min


Hertha BSC ist mit vier Siegen aus vier Spielen in die Saison 2026/2027 gestartet. Folgt nun die Bundesliga-Rückkehr? Deswegen wurde die "Alte Dame" zu ihrem Glück gezwungen. Ein Kommentar.

Hertha BSC ist eindrucksvoll in die neue Saison in der 2. Bundesliga gestartet. Nach vier Spielen stehen die Herthaner mit zwölf Punkten an der Tabellenspitze im Unterhaus.

Vor dem ersten Spieltag war die Stimmung im Umfeld der Hauptstadt noch eine ganz andere. Mehrere Stammspieler aus der vergangenen Saison wurden abgegeben. In vielen Berichten war von "Untergangsszenarien" die Rede.

Trotz hoher Einnahmen für Spieler wie Tjark Ernst, Kennet Eichhorn und allen voran Fabian Reese konnte man aufgrund von monetären Altlasten keine teuren Neuzugänge eintüten.

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Hertha BSC: Mannschaftsgefüge statt Einzelkönner

Einzig für Linksverteidiger Mads Pedersen wurde eine niedrige sechsstellige Transfersumme in die Bundesliga nach Augsburg überwiesen. Alle weiteren Neuzugänge sind Leihrückkehrer, neue Leihen oder Talente aus der eigenen Jugend.

Die Zeit der Stars und Einzelkönner scheint in Berlin endgültig vorbei zu sein. Ein Umbruch ist auch immer ein Risiko, welches die Hertha im Sommer eingehen musste. Aktuell sieht alles danach aus, dass der Strategie-Wechsel mit Risiko sich auszahlt - die Grundlage für die Bundesliga-Rückkehr ist geschaffen.

Herthas Geschäftsführer Dr. Peter Görlich sprach vor der Saison im ran-Interview noch von dem Weg "vom Untergang zur Überraschung". Und diese Prophezeiung hat nach dem ersten Sieg an Spieltag eins schon Früchte getragen, nach dem vierten Sieg aber noch einmal ordentlich Nachdruck erhalten.

Fabian Reese und Co. haben den Druck von der Mannschaft genommen

Zu den Stammspielern gehören neben einigen Eigengewächsen wie Linus Gechter und Marton Dardai auch viele gestandene Spieler, die bereits im Kader waren, jedoch in den vergangenen Jahren hinter den "großen Namen" zurücktreten mussten.

So musste zum Beispiel Kevin Sessa in der vergangenen Saison zehn Mal die vollen 90 Minuten hinter Micael Cuisance oder Kennet Eichhorn auf der Bank sitzen. In der aktuellen Spielzeit hat er lediglich sieben Minuten verpasst und stand sonst im Pokal und in der Liga immer neben Paul Seguin im Zentrum der Mannschaft auf dem Feld.

Der Aufstieg ist damit noch nicht besiegelt, jedoch scheint es so, als hätten die "Stars", die den Verein verlassen haben, bei ihrem Abgang auch den Druck von der Mannschaft genommen. Es entsteht eine Einheit.

Gersbeck und Brekalo sehen sich auf richtigem Weg

Auch Torschütze Josip Brekalo bestätigte diesen Eindruck nach dem Zittersieg gegen den 1. FC Magdeburg: "Wir sind zusammengewachsen, jeder hat seine Rolle perfekt übernommen."

Er war vor der vergangenen Rückrunde ablösefrei in die Hauptstadt gekommen und hat im Sommer die Rolle des Kapitäns von Reese übernommen. Kein Stareinkauf, aber mit seiner Erfahrung und seiner spielerischen Klasse hat er der Mannschaft zum blitzsauberen Saisonstart verholfen.

Ähnlich sieht es Keeper Marius Gersbeck, der nach einiger Zeit hinter Tjark Ernst nun als Stammtorhüter in Berlin spielt: "Die Mannschaft hat sich verbessert in den letzten Monaten. Wir [sind] noch viel stärker zusammengewachsen. Wir wissen, was wir können, sind jetzt auch nicht zu überschwänglich – und das ist ein sehr guter Weg."

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Berlin bald wieder mit zwei Vereinen im Oberhaus?

Der eingeschlagene Weg scheint nicht nur aufgezwungen zu sein, sondern auch erfolgversprechend umgesetzt zu werden. Viel wichtiger noch: Der neue Weg ist für die Spieler keine Last, wie es in den Jahren zuvor schien, sondern eine Chance.

Wenn diese weiter genutzt werden können und kleinere Rückschläge im Saisonverlauf überwunden werden, haben die Star-Abgänge eventuell sogar die Bundesliga-Rückkehr des Hauptstadtklubs geebnet.

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