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WM 2026: "Besorgniserregende Entwicklung" - Hass und Hetze während der WM
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von SIDran Fußball
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Rassismus im Netz wird bei der WM ein immer größeres Problem. Die Empörung ist riesig.
"Mit voller Überzeugung" verkündete Gianni Infantino beim FIFA-Kongress Ende April in Vancouver, "dass wir echte und bedeutende Fortschritte erzielt haben". Zehn Wochen später sieht die Welt allerdings düsterer aus als jemals zuvor.
Beleidigungen, Diskriminierungen, Hass, Hetze, und Rassismus in den Sozialen Netzwerken bestimmen die Weltmeisterschaft wie nie zuvor. Da kann der Präsident noch so sehr beteuern, dass sein Verband "weltweit im Fußball konkrete Maßnahmen umgesetzt" habe.
WM 2026: Anstieg von rassistischer Online-Gewalt
Genutzt hat das FIFA-Engagement beim XXL-Turnier bislang wenig bis gar nicht. Jüngstes Opfer übler Entgleisungen war Frankreichs Superstar Kylian Mbappé, auch Jonathan Tah war nach dem deutschen WM-Aus wegen seines verschossenen Elfmeters schwer beleidigt worden.
Schon in der Gruppenphase hatte der Social Media Protection Service (SMPS) der FIFA einen "signifikanten Anstieg" bei den schwersten Fällen rassistischer Online-Gewalt verzeichnet. Zu diesem Zeitpunkt waren bereits 89.000 beleidigende Beiträge identifiziert worden. Dies sei eine laut SMPS "besorgniserregende Entwicklung".
Zum Vergleich: 2022 in Katar waren es nach der Gruppenphase 6700 gewesen, allerdings hatte es da auch weniger Spiele gegeben (48 statt 72).
Doch der 13-fache Anstieg sorgt längst für Alarmstimmung. Die Spielergewerkschaft Fifpro forderte noch mehr Anstrengungen. Es seien zwar schon wichtige Schritte unternommen worden, hieß es, diese würden "aber noch nicht ausreichen. Es bedarf spürbarer Konsequenzen für die Verantwortlichen und eines gemeinsamen Engagements von Gruppen, darunter Strafverfolgungsbehörden, Social-Media-Plattformen, Medien, Fans und Öffentlichkeit, um diesen Trend umzukehren". Die Fifpro wies besorgt auf ein "systemisches Muster" hin.
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DFB-Team: "Rassismus und andere Diskriminierungen akzeptieren wir nicht"
Die Empörung ist allerorts riesig. Auch der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hatte sich nach den Anfeindungen gegen Tah im Anschluss an das 0:1 im Sechzehntelfinale gegen Paraguay klar positioniert: "Der Kritik an unseren Leistungen stellen wir uns. Sie gehört zum Sport. Hass aber gehört nicht dazu. Rassismus und andere Diskriminierungen akzeptieren wir nicht."
Längst beschäftigen sich Gerichte und Staatsanwaltschaften mit etlichen Fällen. Der niederländische Fußballverband (KNVB) zum Beispiel erstattete nach dem WM-Aus wegen rassistischer Botschaften in den Sozialen Netzwerken Anzeige beim Generalstaatsanwalt der Niederlande. Premierminister Rob Jetten erhofft sich davon ein "sehr klares Exempel".
Auch der französische Verband (FFF) wehrt sich juristisch, nachdem Mbappé von einer Senatorin aus Paraguay im Netz übelst rassistisch beleidigt worden war. Selbst Frankreichs Präsident Emmanuel Macron schaltete sich ein.
WM 2026: Mbappé wehrt sich gegen Rassimus
"Madame Celeste Amarilla, sie sind eine verachtenswerte Frau und ihrer Funktion nicht würdig. Sie vertreten nicht Paraguay, dieses Land, das während des gesamten Wettbewerbs Leidenschaft und Ehre verströmt hat", schrieb Mbappé auf X. Celeste Amarilla habe "durch ihren unverhohlenen Rassismus (...) das schlechtest mögliche Bild ihres Landes abgegeben. Ich werde Menschen wie ihr niemals die Freiheit lassen, ihren Hass und ihren Rassismus in der ganzen Welt zu verbreiten."
Der Fall führte soweit, dass Paraguays Präsident Santiago Pena und das Außenministerium des Landes Macron schrieben, um die Äußerungen zu verurteilen.
Infantino schloss sich an: "Die Gesellschaft und der Fußball stehen solidarisch an der Seite des französischen Kapitäns. Wir müssen Rassismus gemeinsam bekämpfen und besiegen."
Dies dürfte schwierig sein, zumindest laut Nicholas McGeehan, Direktor der Organisation FairSquare. Er hatte zuletzt im SID-Gespräch betont, dass auch US-Präsident Donald Trump und dessen Berater durch das Turnier "ihren aggressiven Nationalismus und Rassismus" demonstrieren wollten. Die FIFA habe ihnen das "ganz eindeutig ermöglicht. Sie haben schon erreicht, was sie erreichen wollten."
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