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Alexander Zverev im Achtelfinale: Bei den US Open kann er sich nur noch selbst schlagen – ein Kommentar
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von Andreas Reinersran Mehr Sport
US-Open: Alexander Zverev kassiert Spitze von Kontrahenten
Videoclip • 01:05 Min
Ein Selbstläufer ist ein Grand Slam nie. Alexander Zverev findet bei den US Open allerdings beste Voraussetzungen für einen Lauf bis ins Finale vor. Unter einer Bedingung. Ein Kommentar.
Von Andreas Reiners
Alexander Zverev hat zwei Optionen.
Er haut einen raus. Macht eine Ansage. Verkündet vollmundig, dass der Weg jetzt frei ist, dass das Finale zum Greifen nah ist. Und damit auch der Titel bei den US Open.
Er würde sich nicht einmal weit aus dem Fenster lehnen, denn in seiner Turnierhälfte ist jetzt kein Top-Ten-Spieler mehr.
Freilose natürlich auch nicht.
Alexander Zverev hält den Ball flach
Weshalb sich der Deutsche für die zweite Option entschied, und den Ball etwas flacher hielt. Aus gutem Grund.
"Wir haben hier viele Spieler noch im Draw, die besser gespielt haben als ich in den letzten Wochen", stellt er klar. "Aber wenn ich mein Niveau noch steigere, glaube ich schon, dass ich hier auch viele Matches gewinnen kann."
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Alexander Zverev: Form und Rhythmus fehlen
Genau das ist der Punkt: Was für ein forscheres verbales Auftreten noch fehlt, ist die Form, der Rhythmus. Die beiden Vorbereitungsturniere in Toronto und Cincinnati gingen in die Hose, und in New York zog er nach zwei Marathon-Matches zum Auftakt durch ein 6:2, 7:6 (7:2), 6:2 gegen den Chilenen Alejandro Tabilo ins Achtelfinale ein.
Souverän war aber auch das nicht. Zumindest aber etwas schneller als zuvor.
Während er zuvor in zwei Spielen 9:25 Stunden auf dem Platz stand, waren es gegen Tabilo 2:25 Stunden. Was nicht zu unterschätzen ist: Die Körner, die man in der ersten Woche lässt, könnten hintenraus fehlen.
Die Parallelen zu den French Open sind trotzdem frappierend. Auch dort hatte Zverev auf dem Weg zu seinem ersten Grand-Slam-Titel von den Namen her mehr oder weniger freie Bahn.
Der bisherige Unterschied zu den US Open: Er nutzte die historische Chance zum Premieren-Triumph damals in Paris kompromisslos, gab bis zum Fünfsatz-Krimi im Finale gegen Flavio Cobolli nur zwei Sätze ab. Zverev agierte damals wie im Flow, ließ sich nicht aus der Ruhe bringen und den Druck, endlich einen Grand Slam gewinnen zu können, nicht anmerken. Er lenkte die hohen Erwartungen souverän und strahlte auf dem Platz Power und Präsenz aus. Und eine für den Erfolg essenzielle Gelassenheit.
Wie im Juni wird er auch jetzt wissen, welche Chance sich da wieder eröffnet, nachdem auch der an drei gesetzte Kanadier Felix Auger-Aliassime sowie Cobolli und Taylor Fritz rausgeflogen sind. Jannik Sinner war aufgrund von Knieproblemen gar nicht erst angereist. Gegen den Italiener hatte Zverev das Wimbledon-Finale verloren.
Was unterstreicht: Zverev kann in diesem Jahr die großen Turniere, und versteht es, sich auf den entscheidenden Moment hin zu fokussieren. "Ich bin zufrieden, dass mein Level langsam in die richtige Richtung geht. Ich glaube aber, dass ich immer noch besser spielen kann", sagte Zverev in New York.
Was Mut macht für die kommenden Aufgaben.
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Alexander Zverev: Bis zum Finale lösbare Aufgaben
Wie auch die weiteren möglichen Gegner nach dem anstehenden Achtelfinale gegen Luciano Darderi: Arthur Gea, Botic van de Zandschulp, Karen Khachanov, Learner Tien, Francisco Cherundolo oder Alexander Blockx könnten dann warten. Tien ist mit Rang 15 darunter der bestplatzierte Gegner.
Heißt: Bis zu einem möglichen Finale – wo dann Carlos Alcaraz warten könnte – kann sich der an Eins gesetzte Zverev nur selbst schlagen.
Wobei es auch auf Kleinigkeiten ankommen wird. Wie zum Beispiel auf die richtige Ansetzung.
Wer dachte, dass der 29-Jährige von den Night Sessions und dem damit verbundenen späten Ende nach 1 Uhr Ortszeit genervt sein könnte, liegt falsch. Das Gegenteil ist der Fall: Zverev hofft auf die nächste Spätschicht.
Er sei bislang nicht ein einziges Mal vor vier, fünf Uhr schlafen gegangen, verriet er. "Da möchte ich jetzt nicht um Zwölf spielen", sagte er. Zverev geht davon aus, dass er auch gegen Darderi am Abend im Arthur Ashe Stadium ran muss: "Der Turnierdirektor ist super nett, er gibt mir die Wahl."
Was zeigt: Ein Grand Slam ist kein Selbstläufer. Rhythmus, Form, Glück, Timing: Für einen Titelgewinn muss alles passen.
Da hat Zverev keine zwei Optionen.
Auch interessant: Alexander Zverev bei US Open: So könnte sein Weg ins Finale aussehen
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