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Rams vs. 49ers: Späte Anreise und mangelndes Fan-Engagement - Kontroverse um NFL International Game

Aktualisiert:

von Franziska Wendler

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NFL: Rams vor Saisonstart – direkte Dominanz oder Anlaufschwierigkeiten?

Videoclip • 02:50 Min


Die Los Angeles Rams und die San Francisco 49ers gehen das International Game in Melbourne gänzlich unterschiedlich an.

Seit Jahren sind sie fester Bestandteil einer jeden NFL-Saison: Die International Games. Während lange Jahre nur in London gespielt wurde, trägt die beste Football-Liga der Welt inzwischen in diversen Ländern auf mehreren Kontinenten Partien der Regular Season aus.

Deutschland, Mexiko, Brasilien, Irland, Spanien, Frankreich – die Anzahl der Länder ist immer weiter gestiegen. Zum Start in die Saison 2026 ist am ersten Spieltag auch eine Partie am anderen Ende der Welt mit dabei.

In der Nacht auf den 11. September (ab 2:35 Uhr im Liveticker) empfangen die Los Angeles Rams die San Francisco 49ers im altehrwürdigen Melbourne Cricket Ground in der australischen Metropole.

Der Hintergrund der Reise ist dabei klar: Die Liga-Verantwortlichen wollen das weltweite Wachstum der NFL vorantreiben, internationale Einnahmen steigern, die Medienpräsenz erhöhen, etc.

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NFL in Australien: 49ers eine Woche vor Ort

Neben der Austragung des Spiels stehen dabei auch Aktivitäten vor Ort im Fokus. Umso bemerkenswerter ist es, dass die beiden teilnehmenden Teams die Reise gänzlich unterschiedlich angehen.

Die San Francisco 49ers treten in Melbourne als Gastteam an, machen aber das, was man als Fan bei einem derartigen Event erwarten würde.

Am vergangenen Freitag, eine Woche vor dem Spiel, landeten die Niners in Down Under. Neben Akklimatisierung und Trainingseinheiten standen seitdem auch unzählige Aktionen auf dem Programm – bestens zu verfolgen auf der Homepage des Teams.

In einer Art Tagebuch dokumentierte die Franchise um Quarterback Brock Purdy jeden Tag. Was können die Fans erwarten? Welche besonderen Aktionen gibt es? Wo sollte man als Anhänger vorbeischauen?

Von Flag Football an australischen Schulen bis hin zu einem Cheerleading-Weltrekord: Geboten war so einiges.

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NFL International Games: Wieder ein Heimspiel für die San Francisco?

Dabei stieß die Partie vor allem bei Head Coach Kyle Shanahan zunächst nicht auf Begeisterung. Nach der Verkündung des Spiels hatte sich der Cheftrainer in einer ersten Reaktion alles andere als erfreut gezeigt – und das nicht ohne Grund.

Normalerweise ist das Auswärtsspiel der 49ers bei den L.A. Rams im SoFi Stadium in Los Angeles stets wie eine Art Heimspiel. Tausende Niners-Fans strömen für gewöhnlich in das Stadion, ein nennenswerter Vorteil in dem häufig engen Division-Duell.

"Für mich ist es so, als hätten wir einmal im Jahr ein Heimspiel in L.A. – einfach aus dem Grund, wie unsere Fans das Stadion in Beschlag nehmen", sagte Shanahan. "Deshalb war es enttäuschend, dass wir sie davonkommen lassen und sie diese Erfahrung nicht machen", hatte er geäußert.

Davonkommen dürften die Rams aber vermutlich dennoch nicht. Australischen Umfragen zufolge sind die 49ers in Down Under das beliebteste NFL-Team, die Rams landen auf Rang sieben.

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Niners-Coach Shanahan hat Meinung geändert

Nachdem Shanahan inzwischen gesehen hat, wie sein Team in Melbourne empfangen wird, hat sich seine Meinung geändert. "Da ich weiß, wie unsere Fans ticken, habe ich das Gefühl, dass es hier nicht viel anders sein wird", erklärte er.

Fred Warner geht sogar noch ein Stück weiter. "Wir hoffen, dass es ein rotes Meer wird", erklärte der Linebacker. "Sie sind meiner Meinung nach die besten Fans der Welt. Wir reisen immer mit, egal in welcher Situation, wohin wir auch gehen – ob in den USA oder außerhalb der USA."

Wie viel Liebe und Unterstützung dagegen das eigentliche Heimteam erfahren wird, dürfte spannend zu beobachten sein. Die Rams wählen im Vergleich zu den 49ers nämlich einen gänzlich anderen Ansatz.

Statt einer Woche Aufenthalt und Kontakt zu den Fans gibt es lediglich einen Kurzbesuch. Im Stile einer Geschäftsreise haben sich die Rams erst am Dienstag auf die rund 16 Stunden dauernde Reise gemacht.

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Los Angeles Rams: So späte Anreise wie möglich

"Damit ihr es einordnen könnt: Wir werden zu einem Zeitpunkt abreisen, der für mich ungefähr einem Freitagabend entspricht", hatte Head Coach Sean McVay zuvor bereits die Hintergründe erklärt.

"Für euch ist es Dienstagabend, aber für uns fühlt es sich im Ablauf wie Freitagabend an. Wir schlafen während des Fluges durch die Nacht, kommen dann dort an und haben einen gewissen Rhythmus."

Zum Wohle ihrer Spieler hatten die Verantwortlichen jene Entscheidung getroffen. Der gewohnte Ablauf soll nur so gering wie möglich gestört werden.

"Das bedeutet nicht, dass wir glauben, unser Ansatz sei richtig und ein anderer falsch. Es ist einfach das, was wir aufgrund unserer Erfahrungen und der Dinge, die wir in unserer Zeit hier gelernt haben, für die beste Lösung halten", führte der Coach aus.

So gehe es laut McVay am Ende schließlich nur darum, in einem Fenster von drei Stunden beim Spiel Leistung abzurufen.

Kritik an dem Plan der Rams

Bei vielen Fans und Experten hält sich das Verständnis für den Kurztrip derweil in Grenzen.

"Die Rams sind die 'Heimmannschaft' und diejenigen, die dafür verantwortlich sind, dass die 49ers diese lange Reise auf sich nehmen müssen. Und sie haben absolut nichts unternommen, um die Marke NFL zu vermarkten oder eine Verbindung zu den Australiern herzustellen“, wählte NFL-Writer Don Atkinson deutliche Worte.

"Hinfliegen, zurückfliegen, kein Kontakt. Ich bin mir sicher, dass die Australier über diese Zurückweisung hocherfreut sind."

Umso grotesker mutet der kurze Aufenthalt der Rams auch deshalb an, weil die Franchise seit 2022 die internationalen Marketingrechte für Australien hält.

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Rams-Spieler waren bereits vor Ort in Melbourne

Dazu sei allerdings gesagt, dass die Rams durchaus seit Jahren Grundlagen in Australien schaffen.

So besuchten unter anderem die Spieler Kevin Dotson und Kyren Williams im März den Zoo in Melbourne, den Formel‑1‑Grand-Prix und das Eröffnungsspiel der National Rugby League. Und auch im Juni entsandte das Team erneut eine Truppe in die Stadt.

Zudem gibt es vor dem Spiel gegen die Niners Treffen mit NFL-Legenden und eine Fanzone in der Stadt. Nur die, um die es eigentlich geht, sind die meiste Zeit nicht vor Ort.

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