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Basketball-WM 2026: "Mikrowelle" kann Deutschlands Trumpf werden - Erkenntnisse zur WM-Vorrunde

Aktualisiert:

von Ole Frerks

ran Basketball

Basketball-WM - Olaf Lange nach Sieg: "Ist Feiern erlaubt?"

Videoclip • 01:41 Min


Die deutsche Basketballnationalmannschaft der Frauen schafft nach anfänglichen Schwierigkeiten den Sprung in die K.O-Phase. Nun wartet Südkorea auf das DBB-Team.

Die deutschen Basketballerinnen haben es nach zwei deutlichen Siegen gegen Japan und Mali als Gruppenzweiter ins Play-In geschafft – und dabei eine Menge Resilienz bewiesen. Nicht nur darauf wird es auch im Spiel gegen Südkorea ankommen. Die Erkenntnisse zur Vorrunde.

1. DBB-Frauen bei der Basketball-WM: Das Fundament steht

Ein solcher Auftakt kann einem Team den Wind aus den Segeln nehmen. Heim-WM, Euphorie, das offen kommunizierte Ziel einer Medaille – und dann zeigt einem ein Mitfavorit direkt im ersten Gruppenspiel die Grenzen auf. Das heftige 53:83 gegen Spanien hätte für das DBB-Team der Anfang vom Ende sein können.

Stattdessen zeigten die Deutschen über die nächsten beiden Spiele eine optimale Reaktion. Wobei es nicht nur die Ergebnisse waren, die gegen Japan und Mali überzeugten – es war noch viel mehr.

Das DBB-Team besann sich auf seine Stärken, spielte mit viel Einsatz und Defense und kämpfte sich zunächst rein ins Turnier, um dann stellenweise sogar schon richtig zu glänzen. "Sie werden von Spiel zu Spiel besser", urteilte WM-MVP Dennis Schröder richtigerweise bei MagentaTV.

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DBB als Team erfolgreich

Natürlich half es, dass das gegen Mali so heiße Japan gegen Deutschland nahezu gar nichts von draußen traf – die gute Defense hatte daran jedoch ihren Anteil. Und auch gegen Mali, einen viel größeren, athletischeren Gegner als zwei Tage zuvor, war die disziplinierte Verteidigung das Fundament; das DBB-Team dominierte beim Rebound (50:35), ließ kaum Drives zu und unterband auch die Fastbreak-Punkte, mit denen die Afrikanerinnen noch für die Überraschung gegen Spanien gesorgt hatten.

Deutschland verteidigte über zwei Spiele sehr effektiv als Team – und trat genauso auch im Angriff auf. Es sind nicht die Einzelaktionen oder der Speed, die das DBB-Team vorn ins Feld führt, erst recht nicht ohne Satou Sabally, die gefährlichste individuelle Spielerin.

Dafür überzeugte die Mannschaft mit sauberem Passspiel und Bewegung, mit Geduld wurden Vorteile gesucht und kreiert, sei es in Korbnähe oder an der Dreierlinie. Selten blieb der Ball stecken oder wirkte Deutschland planlos in einer bestimmten Possession. 30 Field Goals gingen gegen Mali 26 Assists voraus, dieser Wert spricht Bände über das starke Teamplay.

Olaf Lange lobt die Mannschaft: "Jetzt ist der Erfolg auch da"

Grundsätzlich wirkte die Mannschaft fokussiert und sehr als Einheit – nicht zu unterschätzen, nachdem man erst kurz vor dem Turnier zusammenfand. Die beste Version des Teams zieht an einem Strang und kann sogar rauschähnliche Zustände erreichen, wie vor allem in der zweiten Hälfte gegen Mali gezeigt.

Was definitiv nicht der Zustand war, den der Auftakt gegen Spanien angedeutet hatte. "Ich bin sehr froh, wie wir uns entwickelt haben. Jetzt ist der Erfolg auch da", lobte Bundestrainer Olaf Lange nach dem Mali-Erfolg. Klare Sache: Das war keine Selbstverständlichkeit.

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2. Der Schlüssel heißt Fiebich

25 Punkte hat Leonie Fiebich in drei Spielen bisher erzielt, dabei keine ansprechenden Quoten aufgelegt (27% FG, 15% 3FG). Das ist eigentlich nicht der Standard, den man von der Flügelspielerin der New York Liberty kennt. Und trotzdem hatte sie enormen Anteil daran, dass ihre Mannschaft optimistisch auf die K.o.-Runde blicken kann.

Als wohl beste Individualverteidigerin gibt sie hinten ohnehin den Ton an. Aber auch im Angriff hat sie nahezu immer die Finger im Spiel, selbst wenn sie nicht selbst scort. Sie entscheidet schnell, bleibt auch ohne Ball permanent in Bewegung, ist sehr aktiv als Screenerin, findet die offenen Räume.

Und sie tut sich bis dato als wichtigste Playmakerin hervor. In den beiden Siegen hat sie 13 Assists bei bloß einem Turnover verteilt, gerade gegen Japan auch viel On-Ball-Verantwortung übernommen, als Alexis Peterson-Smalls ausfiel. In mehr als nur einer Hinsicht tritt sie wie der Motor des Teams auf.

"Leo ist nicht wegdenkbar", lobte Lange schon nach dem Japan-Spiel. Was beeindruckt: Sowohl bei den Assists (4,7) als auch bei den Rebounds pro Spiel (8,0) rangierte Fiebich in der Top 10 der Gruppenphase. Wenn sich jetzt noch das Scoring normalisiert …

Leonie Fiebich Germany cheers during the FIBA Women s Basketball World Cup Germany 2026 group match between Germany and Mali at Berlin Arena on September 7, 2026 in Berlin, Germany. Photo by Marco Steinbrenner/DeFodi Images - *** Leonie Fiebich of Germany cheers during the FIBA Women s Basketball World Cup Germany 2026 group match between Germany and Mali at the Berlin Arena on September 7, 2026, in Berlin, Germany. Photo by Marco Steinbrenner, DeFodi Images

Bild: IMAGO/DeFodi Images


3. Die Fackel von der Bank

Zum Glück gibt es auch noch andere Spielerinnen, die Scoring liefern können. Das DBB-Team ist tief und bringt von der Bank unter anderem ja auch seine Kapitänin Marie Gülich, die trotz langer Verletzungspause eine Macht in Korbnähe bleibt und gerade die Japanerinnen regelmäßig vor Probleme stellen konnte.

Die gefährlichste Scorerin jedoch ist bisher Frieda Bühner, wie schon bei der EM, obwohl sie gegen Spanien einen denkbar bitteren Start mit Foulproblemen und nur 4 Punkten erwischte und seither von der Bank kommt.

Frieda Bühner etabliert sich als Leistungsträgerin

In der Rolle als "Mikrowelle" ist die 22-Jährige aufgeblüht. 19 Punkte waren es gegen Japan, 21 gegen Mali, jeweils die meisten im deutschen Team. Ihre 14,7 Zähler bringen sie Stand jetzt auf Platz 18 im Turnier-Ranking – was allen voran daran liegt, dass ihre größte Waffe über die vergangenen beiden Spiele absolut zur Stelle war.

7/10 von Downtown hat Bühner gegen Japan und Mali kombiniert getroffen, dabei in beiden Spielen zum Teil so wilde Würfe versenkt, dass sie selbst nur den Kopf schütteln und grinsen konnte. Nimmt sie diese Leichtigkeit und diesen Rhythmus mit, verleiht sie Deutschland von draußen eine Dimension, die so nicht viele Teams haben.

"Ich habe einfach weitergeworfen", erklärte Bühner der Sportschau. "Der erste ging nicht rein, aber ich habe jetzt das Mindset, dass ich werfe. Vorgestern ging das auch schon ganz gut und ich hoffe, ich kann jetzt einfach weiter so werfen. Die Würfe werden gut rausgespielt und ich komme gut in meinen Rhythmus rein, es ist eine Teamsache."

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4. DBB-Frauen: Ausruhen ist nicht erlaubt

Dieser Punkt bezieht sich auf die deutsche Mannschaft, aber auch allgemein auf das bisher Gesehene im Turnier. Die kurze (lies: non-existente) Vorbereitungszeit auf einzelne Gegner macht es nicht leichter, sich auf die verschiedenen Spielstile einzustellen.

Matchups und Tagesform können daher einen umso größeren Anteil an Sieg oder Niederlage ausmachen. Anders sind die Geschehnisse vor allem in der deutschen Gruppe kaum zu erklären: Mali konnte Spanien schocken … Japan wiederum schenkte Mali 20 Dreier ein und negierte damit deren körperliche Vorteile.

Anderswo schaffte es Italien irgendwie, den USA seine Spielweise aufzudrücken, und damit beinahe die ultimative Sensation. Worauf für die Italienerinnen dann prompt eine 20-Punkte-Klatsche gegen China folgte …

Nächste Hürde: Südkorea

Deutschland hat in seinen beiden Siegen eine gewisse Wandlungsfähigkeit gezeigt und unterschiedliche Gegner geschlagen, wenngleich die Stärken des Teams schon recht eindeutig mit ihrer Physis zu tun haben. Mit Südkorea wartet nun ein Gegner, der laut Lange zumindest Parallelen zu Japan aufweist.

"Vom Spielstil sind die Asiatinnen sehr ähnlich: sehr viel Spacing und gute Schützinnen von außen. Wir haben ja mit Japan schon Erfahrungen gesammelt. Das sollte jetzt etwas einfacher sein", spekulierte der Coach, betonte aber auch, dass Südkorea eine gute Mannschaft sei. Selbst wenn Deutschland als klarer Favorit in dieses Spiel geht.

Man ist ja auch gewarnt und hat gesehen, wie schnell es in einem so hektischen Turnier gehen kann. Das erste Etappenziel ist erreicht, nun muss das DBB-Team alles dafür tun, die Spannung hochzuhalten.

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