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SV Elversberg: Die Sperre für Vincent Wagner ist die richtige Entscheidung - ein Kommentar

Aktualisiert:

von Kai Esser

ran Fußball Bundesliga

Bayern-Verfolger Nr. 1? Netz feiert Elversbergs Sensation gegen Leverkusen

Videoclip • 02:02 Min


Die SV Elversberg muss gegen den FC Bayern München auf Cheftrainer Vincent Wagner verzichten. Der hatte zuvor Gelb-Rot gesehen. Der DFB lehnte sogar einen SVE-Einspruch ab. Das ist nur richtig – weil es sonst Tür und Tor für Anarchie öffnen würde.

Von Kai Esser

Es hätte alles so makellos schön sein können für die SV Elversberg. Nach 1:3-Rückstand gewinnt das saarländische Dorf noch mit 4:3 bei Borussia Mönchengladbach und holt erstmals seit 18 Jahren als Aufsteiger zwei Siege aus den ersten beiden Spielen.

Ein Wermutstropfen bleibt: Nachdem Trainer Vincent Wagner in der Halbzeit aufs Feld ging, um mit dem Schiedsrichtergespann den Dialog zu suchen, sah er seine zweite Gelbe Karte, damit ist er ausgerechnet gegen den FC Bayern München gesperrt.

Die SVE legte zwar Einspruch ein, der wurde jedoch abgewiesen, obwohl es zuvor mehrere Solidaritätsbekundungen gab. Das mag hart klingen, ist jedoch die einzig richtige Entscheidung des DFB.

Elversberg: Platzverweis war vertretbar – keine Extrawurst für den Debütanten

Zuallererst: Sowohl die erste als auch die zweite Gelbe Karte gegen Wagner waren völlig regelkonform. Nicht nur deshalb wäre ein Stattgeben des Einspruchs fehl am Platz.

Hätte der DFB das tatsächlich gemacht, hätte er Tür und Tor geöffnet, jede halbwegs zweifelhafte Gelb-Rote Karte vor das Sportgericht zu zerren. Jeder Verein hätte mit dem Beispiel Wagner argumentiert und hätte damit natürlich Recht gehabt – man kann nicht in zwei identischen oder vergleichbaren Fällen unterschiedlich entscheiden.

Zum anderen darf es für die zweifellos sympathischen Elversberger keine Extrawurst geben. Egal, ob Bayern-Boss Jan-Christian Dreesen das begrüßt hätte. Egal ob Wagner am Abend des Spiels im "ZDF Sportstudio" nahezu mit einem Hundeblick argumentierte, dass es doch okay sei, wenn sich jeder in der Sache einig wäre.

Selbst deutlich klarere Fehlentscheidungen werden zumeist als Tatsachenentscheidung abgewiesen – und das ist okay so. Gleiche Regeln für alle.

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DFB: Schiedsrichter sollen beschützt werden – oder doch nicht?

Zudem muss sich der Verband in diesem Fall vor seinen Schiedsrichter stellen. Ja, Martin Petersen hat die Szene vor dem zweiten Tor der Borussia falsch gesehen. Das räumte er später auch ein und bat um Entschuldigung. Mehr kann er nicht tun.

Das heißt jedoch nicht, dass ein bereits verwarnter Trainer auf den Platz gehen kann, um ihn zur Rede zu stellen. Ja, er tat es ruhig, wie Wagner später mehrfach beteuerte, dennoch ist klar festgelegt, dass das zielgerichtete Betreten des Platzes, um die Unparteiischen zu konfrontieren, eine Unsportlichkeit darstellt. Hätte der SVE-Coach am Tunnel gewartet, wäre alles okay gewesen.

Vincent Wagner (l.) sieht Rot von Referee Petersen

Bild: picture-allianceLaci Perenyi/SID/Laci Perenyi


Wagner-Sperre vs. FC Bayern ist gerecht

Ständig wird proklamiert, dass man die Schiris beschützen solle. Dass man sich nicht wundern solle, wenn niemand mehr Schiedsrichter werden will. Wie käme es dann an, wenn der DFB auf einmal die Seiten wechselt und Wagner Recht gibt, weil er lieb darum fragt?

Dass der 40-Jährige das Bayern-Spiel von der Tribüne aus verfolgen musst, ist nur gerecht, mindestens aber mal regelkonform. Das hätte Wagner höchstselbst verhindern können, indem er eben nicht bereits gelbverwarnt auf den Platz marschiert.

#Eines kann man sich in diesem Fall wenigstens wohl sicher sein: Nochmal wird ihm das nicht passieren. Und damit hat die Gelb-Rote Karte genau das erreicht, was sie soll: Einen Lerneffekt für den noch jungen Coach.

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