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Polizeiaktion in der Türkei: Schiedsrichterchef festgenommen, schwere Vorwürfe gegen Funktionäre

Veröffentlicht:

von Mike Stiefelhagen

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Videoclip • 01:07 Min


Die Ermittler untersuchen mögliche Einflussnahmen auf Schiedsrichtereinsätze und Prüfungen. Dabei spielen auch brisante Nachrichten eine Rolle.

Der türkische Schiedsrichterchef Ferhat Gündogdu ist festgenommen worden. Das gab Justizminister Akin Gürlek am Dienstag auf X bekannt.

Neben dem Vorsitzenden des Zentralen Schiedsrichterausschusses MHK des türkischen Fußballverbandes TFF wurden sechs weitere Personen in Polizeigewahrsam genommen.

Laut der Nachrichtenagentur "Anadolu" fanden die Einsätze in den Provinzen Istanbul, Ankara, Elazig und Manisa statt. Die Polizei durchsuchte Wohnungen, Arbeitsstätten und Büros der Verdächtigen.

Die Staatsanwaltschaft Istanbul führt demnach die Ermittlungen. Dabei geht es unter anderem um den Verdacht der Urkundenfälschung und um Mobbing im Schiedsrichterwesen.

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Türkei: Ermittler prüfen Schiedsrichterlisten und Prüfungsresultate

Nach Angaben von Justizminister Gürlek untersuchen die Behörden mögliche Eingriffe in die Einstufung, Bewertung und Ansetzung von Schiedsrichtern. Auch Regelprüfungen sind Gegenstand der Ermittlungen.

Die türkische Nachrichtenagentur "DHA" berichtet von dem Verdacht, Schiedsrichter- und Beobachterlisten aus den Jahren 2022 und 2024 seien unrechtmäßig verändert worden. Zudem soll es bei einer Regelprüfung 2025 in Riva Eingriffe in die Prüfungsfragen und die Benotung gegeben haben. Ergebnisse einzelner Schiedsrichter sollen verändert worden sein.

Unter den Festgenommenen sind laut "Anadolu" auch der frühere stellvertretende MHK-Vorsitzende Ahmet Sahin und das ehemalige Ausschussmitglied Yunus Yildirim.

Gürlek betonte: "Niemand genießt aufgrund seines Amtes, seines Titels oder seiner Funktion Privilegien vor dem Gesetz." Der Minister kündigte an, den Kampf für einen sauberen Fußball entschlossen fortzusetzen.

Nachrichten über Prüfungsfragen und Mobbing

Ferner wird berichtet, dass ein Schiedsrichter den ebenfalls festgenommenen Funktionär Ferdi Karadoruk im Mai 2025 mehrfach per Nachricht an die Zusendung von Prüfungsfragen erinnert habe. Karadoruk soll geantwortet haben, er habe die Fragen bei einer weiteren Person angefordert.

In einer anderen Nachricht soll Karadoruk vorgeschlagen haben, einen Funktionär notfalls durch Mobbing zum Rücktritt zu bewegen. Die von der Agentur beschriebenen Nachrichten sind Teil der Ermittlungsakte.

Bei einer Durchsuchung der Zentrale des türkischen Schiedsrichter- und Beobachtervereins im Istanbuler Stadtteil Uskudar beschlagnahmte die Polizei 125 Ordner. Darin befanden sich unter anderem Prüfungsunterlagen, Einnahmen- und Ausgabenübersichten sowie Vereinsunterlagen.

Einen Zusammenhang mit dem Wettskandal, der den türkischen Fußball im vergangenen Jahr beschäftigt hatte, stellte Gürlek nicht her. Die Vorwürfe werden in einem laufenden Ermittlungsverfahren untersucht.

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