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UEFA stellt Reformen vor: Ceferin vor Wiederwahl, Gegenkandidat zu Infantino lässt auf sich warten

Aktualisiert:

von SID

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Videoclip • 01:09 Min


Im FIFA-Machtkampf beriet die UEFA in Berlin über die nächsten Schritte. Ein Gegenkandidat lässt auf sich warten, soll aber kommen.

Noch kein Gegenkandidat, aber eine "klare Richtung" für den FIFA-Machtkampf - das ist das Ergebnis des "Anti-Infantino-Gipfels" der Europäischen Fußball-Union (UEFA).

Aleksander Ceferin, Anführer der Rebellion gegen den angeschlagenen FIFA-Chef, unterstrich am Donnerstag zunächst seinen Machtanspruch und gab seine Kandidatur für eine vierte Amtszeit als UEFA-Boss bekannt - ehe er mit seinen Verbündeten den Plan der Europäer für eine neue FIFA ohne Gianni Infantino skizzierte.

Nach dem Treffen in Berlin stellte die UEFA ihre Reformvorschläge für den Weltverband vor, denen einer Mitteilung zufolge bis auf Aserbaidschan alle 55 Mitgliedsverbände zustimmten. Dazu bekräftigte der europäische Verband, dass für die FIFA-Präsidentenwahl im März 2027 in Rabat/Marokko eine Alternative zu Amtsinhaber Infantino hersoll.

"Die Person an der Spitze, die in besonderer Weise dafür steht, wie die FIFA sich heute darstellt, muss abgelöst werden", sagte DFB-Präsident Bernd Neuendorf: "Ich persönlich, aber das war heute glaube ich die Mehrheitsmeinung, bin nicht überzeugt, dass es mit dieser Führung der FIFA zu einem glaubhaften Reformprozess kommen kann."

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Kontroll- und Rechenschaftspflicht in der FIFA?

Es sei auch über das Profil eines möglichen Gegenkandidaten gesprochen worden. Das Reformpaket, führte Neuendorf aus, zeige dazu, wie sich die UEFA eine FIFA vorstelle, "die dem Fußball hilft und ihm nicht schadet".

Bei der Council-Sitzung des Weltverbandes am 15. Oktober sollen die Vorschläge eingebracht werden. Diese beschäftigen sich unter anderem mit der institutionellen Governance, der Entscheidungsfindung, Kontrolle und Rechenschaftspflicht sowie der Verteilung der FIFA-Gelder.

Ceferin hatte eine Kandidatur ausgeschlossen, auch der Katarer Nasser Al-Khelaifi steht nicht zur Verfügung. Gehandelt wird dagegen Victor Montagliani, Chef des Verbandes für Nord- und Mittelamerika und die Karibik (CONCACAF).

"Nationalverbände haben ihr Vertrauen in FIFA-Führung verloren"

Salman bin Ibrahim Al Khalifa, Präsident der asiatischen Konföderation (AFC), wurde ebenfalls genannt, näherte sich Infantino aber in dieser Woche offenbar an. Die Frist für die Nominierung einer Alternative läuft am 18. November ab, die UEFA will auch aufgrund der Kandidatenfrage vor dem 17. November erneut zusammenkommen.

"Die Nationalverbände bekräftigten, dass sie das Vertrauen in die derzeitige FIFA-Führung verloren haben. Institutionelle Reformen allein würden nicht ausreichen", hieß es in der UEFA-Mitteilung: "Die FIFA braucht auch eine neue Führung: eine respektierte und verbindende Persönlichkeit mit tiefen Wurzeln im Fußball, der Vision und Erfahrung zur Führung der Organisation, mit der Fähigkeit, Vertrauen über die verschiedenen Regionen hinweg zu schaffen, sowie mit einem eindeutigen Bekenntnis zu Entwicklung, Reform, Integrität und Unabhängigkeit."

Infantino war infolge seines gescheiterten Investorenvorhabens massiv unter Druck geraten. Er stellte unlängst Reformbereitschaft sowie Auszahlungen aus den FIFA-Reserven an die Mitgliedsverbände in Aussicht.

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Ceferin wird der UEFA erneut zur Verfügung stehen

Damit verkleinerte der 56-Jährige die Angriffsfläche für seine Gegner, die ähnliche Forderungen gestellt hatten. Schon jetzt erscheint sicher, dass die Opposition aus UEFA, AFC und CONCACAF nicht alle ihre Mitglieder hinter sich versammeln kann.

Klarheit herrscht dagegen bei der UEFA: Ceferin tritt am 22. April 2027 in Astana/Kasachstan erneut zur Wahl an, ein Gegner ist nicht in Sicht. Der Slowene hatte beim Kongress vor zwei Jahren in Paris eigentlich angekündigt, von einer erneuten Kandidatur abzusehen.

. In der Zwischenzeit hatte sich aber angedeutet, dass er eine Kehrtwende vollziehen dürfte. Vorausgegangen waren Diskussionen um eine Statutenänderung, durch die Ceferins erste Amtsperiode (2016 bis 2019) nach dem Rücktritt von Michel Platini nicht unter die Beschränkung von drei Amtszeiten fällt.

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