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WM 2026: Balogun-Bewährung ist der nächste Tiefpunkt der FIFA - Kommentar
Aktualisiert:
von Martin Jahnsran Fußball
WM 2026: "Nur noch Mafia" - Fans entsetzt nach Balogun-Entscheidung
Videoclip • 01:41 Min
Die Aufhebung der Rot-Sperre für den besten US-Torjäger Folarin Balogun ist ein weiterer Tiefpunkt der FIFA rund um die WM 2026. Nach Superstar Cristiano Ronaldo profitiert nun der WM-Gastgeber von der Willkür des Weltverbandes, der damit auch den letzten Rest Glaubwürdigkeit verspielt. Ein Kommentar.
In nüchternem Beamten-Sprech ließ die FIFA am Sonntag die Bombe platzen.
"Gemäß Artikel 27 des FDC wird die Verhängung der automatischen Spielsperre gegen den US-amerikanischen Spieler Folarin Balogun für eine Probezeit von einem (1) Jahr ausgesetzt."
Mit diesem Satz sorgte der Weltverband für ein WM-Novum mit üblem Beigeschmack: Eine im Turnier vergebene Rote Karte gegen den besten Stürmer des Co-Gastgebers USA bleibt folgenlos. Im Achtelfinale gegen Belgien ist der dreifache Torschütze mit von der Partie.
Und nicht nur beim Gegner fragt man sich: Warum eigentlich?
Die FIFA selbst liefert keine Antwort. In der Mitteilung zur Aussetzung der Balogun-Sperre auf Bewährung ist mit keinem Wort erwähnt, dass die Rote Karte ungerechtfertigt gewesen sei.
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Angeblich erst Anruf, dann Dank von Donald Trump
Das war sie auch nicht: Im Sechzehntelfinale gegen Bosnien-Herzegowina stieg der 25-Jährige dem Bosnier Tarik Muharemovic unbeabsichtigt mit offener Sohle auf das Sprunggelenk.
Nach Einsatz des VAR sah er dafür Rot. Eine unglückliche Szene, aber nach aktuellem Regelwerk eine korrekte Entscheidung.
Dass die FIFA in ihrer Erklärung gar nicht erst versucht, eine Begründung für den Sinneswandel zu finden, lässt den Weltverband einmal mehr in schlechtem Licht erscheinen.
Ebenso wie die Berichte der "New York Times" und der "Financial Times" mit Berufung auf Quellen, wonach US-Präsident Donald Trump bei FIFA-Boss Gianni Infantino angerufen habe, um auf eine Aufhebung der Sperre einzuwirken.
Kurz nach Verkündung folgte prompt die Danksagung von Trump. "Danke an die FIFA, dass sie das Richtige getan hat und eine große Ungerechtigkeit rückgängig gemacht hat", schrieb der nicht gerade als Fußballfachmann bekannte FIFA-Peace-Prize-Träger auf seiner Plattform "Truth Social".
Übrigens ebenjener Trump, der Menschen wie dem Sohn nigerianischer Eltern Balogun mit dem Kampf gegen den "Birthright Citizenship" faktisch die US-Staatsbürgerschaft entziehen würde, damit aber jüngst vor dem Supreme Court scheiterte.
Willkür zugunsten der Großen
Und der Fußball? Der steht mal wieder nach einer FIFA-Entscheidung als Verlierer da. Der Weltverband jongliert nach Belieben mit dem eigenen Regelwerk – und öffnet Willkür und Unfairness damit Tür und Tor.
Die bisherigen Profiteure: Keine No-Names, sondern der mächtigste WM-Gastgeber und ein absoluter Superstar.
Denn schon Cristiano Ronaldo profitierte bei dieser WM, nachdem eine Drei-Spiele-Sperre wegen einer Tätlichkeit in der WM-Qualifikation gegen Irland ebenfalls von der FIFA in eine Bewährungsstrafe umgewandelt wurde. Nur deshalb konnte CR7 vom ersten WM-Spiel an mitkicken.
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FIFA tritt Vertrauen der Fans mit Füßen
So reiht sich dieser neue FIFA-Eklat in die lange Liste der Verfehlungen rund um das Turnier: Noch bei der Vergabe der WM 2026 an die Gastgeberländer garantierte Infantino, dass alle Teams und Fans sicher einreisen können würden.
Den Einreiseverboten für WM-Schiedsrichter Omar Artan sowie zahlreiche afrikanische Fans und der Farce rund um die erschwerten Bedingungen für WM-Teilnehmer Iran folgte von FIFA-Seite: nichts. Lediglich die Infantino-Empfehlung "Chill and relax" auf einer bemerkenswerten Pressekonferenz vor Turnierstart. Bei den unverschämten Ticketpreisen hatte wenig überraschend nur der maximale Profit des Weltverbandes Priorität.
Und dass nun unverblümt Tatsachenentscheidungen zugunsten des Gastgebers revidiert werden, passt ins Bild eines Verbandes, der das Vertrauen der Fans auf aller Welt seit Jahren mit Füßen tritt.
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