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WM 2026 – Frankreichs Kryptonit: Spaniens Leistung wiegt mehr als Frankreichs Nicht-Leistung – ein Kommentar

Veröffentlicht:

von Justin Kraft

ran Fußball

WM 2026: Nicht Yamal! Dieser Spanien-Star begeistert Hummels

Videoclip • 01:01 Min


Spanien hat es schon wieder getan und Frankreich geschlagen. Mit einer beeindruckenden Leistung, die mehr im Fokus stehen sollte als Frankreichs Versagen. Ein Kommentar.

Wenn ein Starensemble wie jenes der Franzosen bei einem großen Turnier scheitert, dann schreiben sich die Berichte, Kommentare und Analysen von allein. Wenn jenes Starensemble dann auch noch mit nur drei Abschlüssen innerhalb des Strafraums vollkommen verdient und glanzlos ausscheidet – oh je.

Für Frankreich ist dieses Halbfinale kein Erfolg mehr. Es ist eine Enttäuschung. So überlegen scheint dieser Kader zu sein. So gigantisch wirkte die Offensive vor und während dieses Turniers. Kylian Mbappe, Michael Olise, Ousmane Dembele, Desire Doue, Bradley Barcola, Rayan Cherki – alle blass, alle ohne Zugriff auf Spaniens Defensive.

Und ja, diese Kritik wird berechtigt sein. Aber oft wird bei der Ursachenforschung eine Sache vergessen: der Gegner. Was spielen diese Spanier bitte für ein Turnier? Das ist auf allen Ebenen herausragend.

Nicht so spektakulär in den Spitzen wie Frankreich. Nicht so präsent in den Medien, weil sich die Fußballwelt fast schon daran gewöhnt hat, wie gut der Ball bei "La Furia Roja" läuft. Aber das Abnicken sollten wir uns sparen. Spanien ist mehr als eine gute Ballzirkulation.

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Spanien: Beste Defensive, bestes Mittelfeld

Sie stellen die beste Defensive des gesamten Wettbewerbs. Wie sie die Räume für die Franzosen eng gemacht und geschlossen haben und auch nach Verlagerungen schnell genug verschoben, um mit zwei Verteidigern an den Einzelkönnern des Gegners dran zu sein – Weltklasse!

Dieses Team besteht aus zahlreichen Weltklasse-Spielern. Nur selten Top-3 wie Mbappe, Olise und Dembele. Dafür aber oft genug ausreichend herausragend. Spanien ist vielleicht sogar ausgewogener besetzt als Frankreich.

Gewonnen haben sie diese Partie im Mittelfeld. Defensiv wie offensiv hatten Fabian Ruiz, Dani Olmo und vor allem Rodri alles im Griff. Rodri hat sich während dieses Turniers in seine einstige Weltfußballerform zurückgespielt, kontrolliert, strukturiert und dominiert das spanische Spiel.

Mit Marc Cucurella haben sie zudem einen der besten Außenverteidiger der Welt, der Olise und Dembele in der Tasche hatte. Auch Pedro Porro spielt ein herausragendes Turnier. Während Frankreich außen große Probleme hat.

Und dann ist da mit Luis de la Fuente der wohl beste Trainer dieser Weltmeisterschaft. Spanien profitiert seit vielen Jahren unabhängig vom Chefcoach davon, dass sie eine klare Spielphilosophie haben, die selbst bei den Turnieren klar zu erkennen war, die nicht nach eigenem Wunsch verliefen.

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Spanien ist Frankreichs Kryptonit

De la Fuente bringt aber eine neue Flexibilität ins spanische Spiel. Die Fähigkeit, auch mal tief zu verteidigen und gleichzeitig in den richtigen Momenten aggressiv herauszuschieben. Kein Ballgeschiebe ohne Raumgewinn, sondern zielstrebiges und schnelles Spiel.

Vor allem bringt der 65-Jährige aber eine taktische Anpassungsfähigkeit mit, die auf diesem Level den Unterschied macht – und die Deschamps so nie hatte. Also ja: Rund um Frankreich darf und muss man kritisch analysieren, warum mit diesem Weltklasse-Kader nicht mehr drin war.

Aber es sollte nicht vergessen werden, gegen wen sie da gespielt haben. Viele diskutierten darüber, ob die Franzosen die beste Nationalmannschaft der Geschichte sind. Spanien hat diese Diskussion im Keim erstickt. Auf beeindruckende Art und Weise. Das darf und sollte nicht untergehen.

Als Europameister 2024 und Nations-League-Sieger 2023 können sie jetzt auch den Thron der Welt besteigen. Dann dürften sich die Diskussionen darum drehen, ob nicht eher die Spanier die beste Nationalmannschaft der Geschichte sind – oder zumindest eine der besten. Frankreichs Kryptonit sind sie in jedem Fall. Und das beste Team der Welt sind sie zum jetzigen Zeitpunkt ebenfalls.

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