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WM 2026 - Nach historisch frühem Aus - Brasilien braucht einen Neuanfang - ein Kommentar
Aktualisiert:
von Christoph Gailerran Fußball
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Die brasilianische Nationalmannschaft ist bei der WM 2026 schon im Achtelfinale ausgeschieden - so früh wie seit 36 Jahren nicht mehr. Nun braucht die Selecao dringend einen Neuanfang. Ein Kommentar.
Von Christoph Gailer
Kaum war der Schlusspfiff in East Rutherford ertönt, kullerten die ersten Tränen.
Die brasilianischen Stars Neymar und Co. ließen ihren Emotionen nach dem WM-Aus im Achtelfinale infolge der 1:2-Pleite gegen Norwegen freien Lauf.
Nachdem bei der Selecao der erste Schock über das früheste WM-Aus seit 36 Jahren verdaut ist, braucht es aber dann zeitnah einen kühlen Kopf und Konsequenzen - ein Umbruch bzw. Neuanfang ist schlichtweg unumgänglich.
Mit Blick auf 2030: Ancelotti muss einen Umbruch einleiten - Neymar nimmt ihm Entscheidung ab
Die Anzeichen, dass der Rekordweltmeister vielleicht nicht unbedingt die beste Phase der eigenen Fußballgeschichte durchlebt, sah man ohnehin schon vor dem Turnierstart. Immerhin hat sich Brasilien in der WM-Qualifikation erstaunlich schwach präsentiert und wurde in der Südamerika-Quali nur Fünfter - zehn Punkte hinter WM-Titelverteidiger Argentinien.
Dennoch hatten die Verantwortlichen wohl gehofft, mit Trainer-Routinier Carlo Ancelotti bei der Endrunde einigermaßen in Topform zu sein. Zumindest die Ergebnisse stimmten dann tatsächlich bis zum nunmehrigen Aus im Großen und Ganzen - der Glanz früherer Tage war bzw. ist aber längst nicht mehr zu sehen.
Deshalb muss der Italiener auch schon mit Blick auf die WM 2030 direkt jetzt einen größer angelegten Umbruch einleiten. Mit Neymar nahm Ancelotti schon ein Star eine mögliche Entscheidung ab - der 34-Jährige verkündete unmittelbar nach dem WM-Aus seinen Rücktritt aus der Nationalmannschaft. Im August 2010 debütierte Neymar im MetLife Stadium im Spiel gegen die USA für die Selecao - nun endet an selber Stelle seine internationale Karriere.
Bei der nächsten WM-Endrunde im Jahr 2030 wäre er ohnehin schon 38 Jahre alt und damit kaum noch eine ernsthafte Option. Somit wird sein Highlight mit der Nationalmannschaft das Olympia-Gold 2016 in Rio de Janeiro bleiben.
Auch andere Ü30-Spieler, die gegen Norwegen allesamt noch in der Startelf standen, wird Ancelotti aus Altersgründen wohl oder übel zumindest bis zur nächsten WM-Endrunde 2030 aussortieren müssen. Dazu zählen neben Neymar noch Casemiro (34 Jahre), Danilo (34 Jahre), Ex-HSV-Profi Douglas Santos (32 Jahre), Kapitän Marquinhos (32 Jahre) und möglicherweise auch der bisherigen Stammkeeper Alisson (33 Jahre).
Vinicius Junior und wer noch? Brasilien braucht neue Gesichter
Ancelotti selbst dürfte wohl trotz des frühen Scheiterns nicht großartig zur Diskussion stehen. Immerhin hat der brasilianische Fußballverband mit dem 67-Jährigen erst kurz vor Turnierbeginn vorzeitig bis 2030 verlängert.
Er ist auch für die schwache WM-Quali nur bedingt verantwortlich zu machen, übernahm er doch erst im Sommer 2025 sein Amt, also gegen Ende der Quali-Kampagne und holte anschließend in dieser noch zwei Siege und ein Remis (nur gegen Bolivien im abschließenden Spiel verlor er mit der Selecao).
Für ihn gilt es nun nach der WM-Enttäuschung, dem Team schnellstmöglich ein frisches und vor allem zukunftstaugliches Gesicht zu verpassen - eines mit der würdigen Perspektive eines Rekordweltmeisters. Die zentrale Figur muss und wird sehr wahrscheinlich natürlich weiterhin der aktuelle Superstar Vinicius Jr. bleiben. Mit vier Toren und einer Vorlage war er einer der wenigen Selecao-Stars, der ein durchaus ordentliches WM-Turnier gespielt hat.
Potenzial, um perspektivisch eine tragende Rolle zu spielen, haben zumindest einige Toptalente wie Endrick, der jedoch unter Ancelotti zuletzt jedoch kaum zum Zug kam - er muss sich also steigern, hat auch bei Real Madrid im ersten Anlauf den Durchburch verpasst. Ebenso in diese Rolle künftiger Gesichter der Selecao reinwachsen könnten Rayan von Bournemouth, Estevao von Chelsea und Vitor Reis von Manchester City.
Talent und Potenzial ist also in Brasilien wie gewohnt immer noch viel vorhanden - nun muss Ancelotti daraus ein auf Weltklasse-Niveau konkurrenzfähiges Team bauen.
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