Leichtathletik
Leichtathletik-EM 2026: Julian Weber holt Speer-Gold im letzten Versuch - Nick Thumm gewinnt Silber
Aktualisiert:
von SIDJulian WEBER (Germany, USC Mainz, JAVELIN THROW Men) GBR, European Athletics Championships, Athletics, 15.08.2026, GBR, European Athletics Championships, Athletics, 15.08.2026, Birmingham *** Julian WEBER Germany, USC Mainz, Men s JAVELIN THROW GBR, European Athletics Championships, Track and Field, August 15, 2026, GBR, European Athletics Championships, Track and Field, August 15, 2026, Birmingham Copyright: xEibnerxPressefoto JanxPapenfussx EP_JPS
Bild: Eibner
Bei der Leichtathletik-EM 2026 in Birmingham hat sich Julian Weber erneut die Goldmedaille im Speerwurf gesichert.
Julian Weber schrie nach seinem Wurf für die Geschichtsbücher das ganze Stadion zusammen, dann bejubelte der Speerkönig von Birmingham gemeinsam mit seinem Kronzprinzen Nick Thumm den grandiosen deutschen Doppelsieg.
Mit sagenhaften 90,40 m im letzten Versuch sicherte sich Weber seinen zweiten EM-Titel und fing den sensationell führenden Youngster Thumm noch ab. Wenig später machte die Sprintstaffel der Männer auch ohne Europameister Owen Ansah mit Silber einen weiteren Toptag für das deutsche Team perfekt.
"Ich wollte einfach zeigen, dass ich ein mentales Biest bin", sagte Weber: "Und jetzt bin ich unfassbar froh, dass ich es geschafft habe." Der 31-Jährige hatte im ersten Durchgang 83,71 m erzielt und sich danach lange nicht mehr steigern können. Mit dem fünften Wurf schmetterte dann Thumm den Speer dann 83,76 m weit durch den englischen Abendhimmel - persönliche Bestleistung, Führung.
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Weber kontert gegen Thumm
Mit viel Wut im Bauch und grenzenloser Nervenstärke schlug dann aber Weber im letzten Moment zurück. Sein Speer flog und flog und flog - Weber jubelte bereits, als das Wurfgerät noch in der Luft war. Mit Meisterschaftsrekord hatte er letztlich doch noch seinen zweiten EM-Triumph nach München 2022 in der Tasche.
Angefeuert von "Edelfan" Ansah rannten die deutschen Sprinter kurz darauf im 4x-100-Finale auf Platz zwei. Kevin Kranz, Marvin Schulte, Heiko Gussmann und Lucas Ansah-Peprah mussten sich nach 38,64 Sekunden im Finale nur Großbritannien (38,45) geschlagen geben. Bronze ging an Belgien (38,70).
Angesichts der Dopingtestaffäre um Ansah, der am Vorabend zu Gold über 200 m gesprintet war, hatte der Deutsche Leichtathletik-Verband entschieden, seinen schnellsten Läufer nicht in der Staffel einzusetzen. Ansah droht neben einer Sperre die Aberkennung aller Resultate und Erfolge seit Juli, das würde auch das komplette Ergebnis einer Staffel mit seiner Beteiligung umfassen.
Überraschend chancenlos war hingegen Robert Farken über 1500 m. 250 m vor Schluss ging auf einmal nichts mehr beim deutschen Rekordhalter aus Leipzig, der beim Sieg des Niederländers Stefan Nillessen (3:35,70) auf Rang neun (3:37,49) durchgereicht wurde. Nach dem Vorlauf hatte Farken noch Gold als Ziel benannt. "Es war eine vertane Chance, ich werde aber wieder angreifen", sagte Farken.
Starkes Comeback von Weißenberg
Siebenkämpferin Sophie Weißenberg feierte in Birmingham ein ganz starkes Comeback. Die 28-Jährige, die vor zwei Jahren bei Olympia einen Achillessehnenriss erlitten hatte, kam mit persönlicher Bestleistung von 6496 Punkten auf Platz fünf. Der Sieg ging an die Irin Kate O'Connor (6751). Ebenfalls eine Topleistung war Platz vier für Hochspringerin Christina Honsel.
Bei den deutschen Frauen platzte der Traum von einer Staffel-Medaille schon beim letzten Wechsel im Vorlauf. Der Versuch der Stab-Übergabe von Sophia Junk auf Schlussläuferin Gina Lückenkemper ging schief, das DLV-Quartett war damit raus.
"In dem Moment, in dem ich Gina das Staffelholz geben wollte, hat es mir hinten links in den Oberschenkel hineingezogen", sagte die untröstliche Junk im ZDF, dadurch klappte der Wechsel nicht mehr. Schon 2024 in Rom hatte die Sprintstaffel als Finalvierte eine Medaille verpasst.
Frust gab es am Morgen auch bei Geher Köpp, der auf Medaillenkurs im Halbmarathon disqualifiziert wurde. "Enttäuschung ist genau das, was ich empfinde", sagt der 28-Jährige aus Konstanz, der vier Bestrafungen kassierte.
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