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Formel 1

Formel 1 - Ferrari bringt sich mal wieder um Titel: Jetzt geht es auch um die Zukunft von Vasseur - ein Kommentar

Veröffentlicht:

von Andreas Reiners

ran Mehr Sport

Formel 1 - Ferrari-Fans grillen Leclerc: "Heimrennen im Alleingang zerstört"

Videoclip • 02:07 Min


Ferrari erlebt ausgerechnet beim Heimspiel in Monza ein Desaster. So bringt sich die Scuderia mal wieder um den Titel, weshalb sich auch Teamchef Fred Vasseur Fragen gefallen lassen muss. Ein Kommentar.

Ferrari liefert. Mal wieder. Nur anders. Auf Scuderia-Art.

Denn früher oder später gibt es immer ein Desaster. Mal kleiner, mal größer. In Monza geriet es zum Fiasko.

Es war das Heimrennen. Es ist der Titelkampf. Zehntausende Tifosi waren da, mit ihnen riesige Hoffnungen und Erwartungen. All das unter den Augen von CEO John Elkann.

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Ferrari: Chaos bestimmt das Heimrennen

Doch anstatt im WM-Kampf ein Ausrufezeichen zu setzen, gerieten erst Lewis Hamilton und Charles Leclerc auf der Strecke aneinander, ehe der Monegasse wenig später übel abflog und ausschied. Hamilton wurde nach einem Strategiefehler dann nur Sechster.

Und der Routinier schoss im Anschluss gegen sein Team und seinen Teamchef Frederic Vasseur. Denn Hamilton weiß, dass dem Rennstall im Duell mit Mercedes die Felle davonschwimmen.

76 Punkte Rückstand hat Hamilton als Dritter bereits auf Spitzenreiter Kimi Antonelli. 122 Zähler sind es in der Konstrukteurswertung auf Mercedes. Jede Menge Holz bei noch zehn ausstehenden Rennen und angesichts der Stärke und Konstanz von Antonelli und Mercedes.

Mythos Ferrari: Chronische Erfolgslosigkeit

Womit Ferrari wohl weiter warten muss auf den Platz ganz oben. Denn zum Mythos der Scuderia gehört neben dem Chaos und Tamtam inzwischen auch eine chronische Erfolgslosigkeit. 2007 gab es den letzten Fahrertitel.

Das ist fast 20 Jahre her. Gute drei davon sind es nun unter Teamchef Vasseur.

Und da die Mechanismen in der Formel 1 nicht groß anders sind als generell im Sport, muss sich Vasseur nun unbequeme Fragen stellen lassen. Er ist der Verantwortliche, und auch er hat den Erfolg nicht zurückgebracht. Und irgendwann geht es bei diesen Fragen zwangsläufig auch um seine Zukunft.

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Lewis Hamilton legt den Finger in die Wunde

Hamilton selbst hatte mit seiner schonungslosen Kritik auch Vasseur in die Schusslinie gedrängt, als er betonte, es beginne bei Ferrari an der Spitze, und von dort würden die Entscheidungen nach unten weitergegeben.

Oder ganz konkret laut Hamilton: "Es beginnt bei Fred." Und endet schon bald für ihn?

Denn Hamilton monierte auch, dass es bei Ferrari keine Verhaltensregeln für Zweikämpfe auf der Strecke gebe. Auch dafür ist der Teamchef zuständig.

"Ich bin mir nicht so sicher, was das jetzt für Fred Vasseur bedeutet. So etwas in Italien, der Ferrari-Chef war auch hier. Das war eine Art Blamage, die man nicht gerne sieht. Die Enttäuschung wird groß sein", sagte "Sky"-Experte Ralf Schumacher.

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Mercedes bekommt die Balance am besten hin

Das Problem: Mercedes hat in dieser ersten Saison mit den neuen Autos die beste Balance zwischen Chassis und Motor gefunden. Ferrari hat das wahrscheinlich beste Chassis, hat dafür aber Abstriche beim Motor machen müssen. Diese Diskrepanz aufzuholen, dauert allerdings.

Die aktuell miese Stimmung zu drehen, vermutlich auch: Denn Monza jubelte einem Italiener zu, der im Silberpfeil saß. Antonelli startete als 19., ewann nach einer furiosen Aufholjagd und verzauberte das Publikum. Zuletzt hatte in Ludovico Scarfiotti ein Italiener in Monza triumphiert, 1966 war das, im Ferrari. 60 Jahre später gehörte die Bühne einem 20-Jährigen aus Bologna, den Maranello aber nie hatte.

Noch bitterer: das Datum und die damit verbundene Symbolik. 30 Jahre zuvor gewann Michael Schumacher in Monza sein erstes Heimrennen für die Scuderia. Zur Erinnerung drehte Sebastian Vettel Ehrenrunden im alten Auto, mit Tränen in den Augen. Und wehmütigen Erinnerungen an bessere Zeiten der Roten.

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Ferrari: Vasseur kann sich nur entschuldigen

Vasseur blieb am Ende nur eine Entschuldigung: "Es tut mir sehr leid. Ich freue mich für Kimi, das ist für die Tifosi positiv. Aber sie bringen so viel Energie und so viel Enthusiasmus hierher. Wir wollten ihnen etwas zurückgeben und das war heute nicht der Fall", sagte der Teamchef bei "Sky".

Die Krux: Werden sich bietende Chancen wie in Monza so kläglich versemmelt, knackt die Titel-Durstrecke bald die 20-Jahre-Marke. Auch ein Jubiläum.

Ferrari liefert, wenn auch anders.

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