Radsport
Tour de France: Vingegaard nach Tour-Aus enttäuscht - Pogacar findet Vorgehen "unmenschlich"
Aktualisiert:
von SID
Tour de France im Livestream: 16. Etappe
Jonas Vingegaard hat sich nach seinem bitteren Tour-Aus mit etwas Abstand zu den Umständen geäußert. Auch die ominöse Dopingkontrolle in der Nacht kam zur Sprache.
Der zweimalige Tour-de-France-Sieger Jonas Vingegaard hat gefasst auf sein plötzliches Aus bei der Frankreich-Rundfahrt reagiert. "Mir geht es überraschend gut", sagte Vingegaard nach seinem folgenschweren Sturz auf der 15. Etappe im dänischen Sender TV 2 Sport.
Vingegaard erlitt einen Schlüsselbeinbruch und muss in den nächsten Tagen operiert werden, wie sein Team Visma-Lease a Bike am Sonntagabend mitteilte.
"Natürlich ist es sehr enttäuschend für uns, auf diese Weise auszuscheiden und dass die Tour so endet. Aber so ist der Radsport. Zum Glück ist es nur ein Schlüsselbeinbruch", ergänzte er.
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Vingegaard mit Pech, alle anderen können weiterfahren
Bei dem Sturz, den Vingegaard verursachte, als er mit hoher Geschwindigkeit in einer Rechtskurve wegrutschte, kamen mehrere Fahrer zu Fall.
Auch Isaac Del Toro, Edelhelfer des Gesamtführenden Tadej Pogacar, stürzte, stieg aber schnell wieder aufs Rad. Der Unfall ereignete sich 22 km vor dem Ziel der Etappe auf der Alpen-Hochebene Plateau de Solaison.
Auf die Frage, wie es zu seinem Unfall habe kommen können, entgegnete Vingegaard: "Wir wollten den Etappensieg holen und sind vielleicht etwas zu schnell in diesen Kreisverkehr gefahren. Dann ist mir einfach das Vorderrad weggerutscht. Es blieb keine Zeit zu reagieren – so läuft es im Radsport manchmal. Ehrlich gesagt ist es einfach wahnsinnig schade für uns."
Dopingkontrolle als Ursache? Nicht für Vingegaard
Der 29-Jährige lag nach 14 Etappen auf Rang zwei hinter dem viermaligen Sieger Tadej Pogacar (Slowenien).
Das die Rennfahrer begleitende Motorrad "mag einen Fehler machen", ergänzte Vingegaard zum Unfallhergang, "aber wir können uns nicht auf die Motorräder verlassen. Wir müssen unser eigenes Urteilsvermögen nutzen. Menschen machen Fehler, das können wir jetzt nicht mehr ändern."
Nicht glücklich war Vingegaard weiterhin über die nächtliche Dopingkontrolle vor der Etappe. Nach eigenen Angaben war er um 2.00 Uhr aus dem Schlaf gerissen worden. Einen Zusammenhang zu seinem späteren Unfall wollte Vingegaard jedoch nicht herstellen.
Pogacar findet Vorgehen "unmenschlich"
"Klar ist, dass es sicherlich nicht förderlich war. Ob das tatsächlich die Ursache gewesen ist, darüber möchte ich nicht spekulieren", sagte Vingegaard: "Es kann sein, dass es irgendeinen Einfluss hatte. Ich möchte dem aber nicht die Schuld geben, denn das ist Radsport. Stürze gehören leider dazu."
Der Zeitpunkt der Kontrollen sorgte im Peloton dennoch für einen Aufschrei. Spitzenreiter Tadej Pogacar, der selbst um 5.00 Uhr getestet worden war, sah die Notwendigkeit für Tests, sprach aber zugleich von einem "unmenschlichen" Vorgehen. Vingegaards Teamkollege Matteo Jorgenson reagierte "wütend" und sah einen "völligen Mangel an Respekt gegenüber den Fahrern."
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