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NFL: Pittsburgh Steelers - Mike Tomlin tritt zurück: Konsequent und absolut überfällig – ein Kommentar
Aktualisiert:
von Andreas ReinersNFL
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Videoclip • 01:47 Min
Mike Tomlin hat die Reißleine gezogen. Für den Schritt hat er Respekt verdient, denn er ist konsequent. Aber auch überfällig. Ein Kommentar.
Man sollte gehen, wenn es am schönsten ist, heißt es.
Diesen Moment hat Mike Tomlin bei den Pittsburgh Steelers krachend verpasst. Es ist allerdings auch eine Kunst, im Profisport zum richtigen Zeitpunkt den Absprung zu schaffen.
Die wenigsten bekommen es so hin, dass die kunstvolle Karriere nicht unnötig verschmiert wird.
So gesehen ist sein Rücktritt nach dem krachenden Playoff-Aus gegen die Houston Texans zwar ein inzwischen überfälliger Abgang. Allerdings waren die letzten Jahre auch keine Katastrophe, eher unnötige Schönheitsfehler. Denn aufregend waren sie schon länger nicht mehr, eher von einer beide Seiten lähmenden Gewohnheit geprägt.
NFL: Letzter Playoff-Sieg der Steelers 2016
Eine allgemeine Apathie, die Head Coach und Franchise ausgebremst hat. Zwei Statistiken beschreiben es am besten. Dass die Steelers unter Tomlin in 19 Saisons nicht einmal eine negative Bilanz hinlegten, ist historisch. Der letzte Playoff-Sieg gelang aber 2016. Was tief blicken lässt, in welcher Bredouille beide Seiten steckten.
Für eine Entlassung war das Erreichte zu viel, für eine Fortsetzung der Liaison dann aber auch zu wenig.
Das Wichtigste in Kürze
Pittsburgh Steelers und Mike Tomlin: Biederes Mittelmaß
Doch trotz des Verharrens auf einem unnötig niedrigen Niveaus knapp jenseits des biederen Mittelmaßes, muss Tomlin nicht durch den Hinterausgang flüchten.
Im Gegenteil: Er kann erhobenen Hauptes vorne rausgehen. Denn für den Schritt, selbst die Reißleine zu ziehen, hat er Respekt verdient.
Es gibt sicher genug Kollegen, die sich an ihren Stuhl geklammert hätten. Die auf ihren laufenden Vertrag gepocht und sich nach 19 Saisons in der bleiernen Spirale eines stetigen, zu frühzeitigen Scheiterns gemütlich gemacht hätten.
Tomlin dürfte gemerkt haben, dass nach den zahlreichen Buhrufen und verbalen Forderungen nach seinem Rauswurf der Kipppunkt erreicht ist, wo sein Legenden-Status nachhaltige Risse bekommt. Er sein Kunstwerk selbst verschmiert.
Deshalb ist seine Entscheidung immer noch überfällig, aber eben auch konsequent. Und: Er schafft für sich die Möglichkeit eines frischen Neuanfangs und sorgt zugleich auch dafür, dass sich die Steelers neu sortieren, eventuell sogar erfinden müssen.
Was genauso überfällig ist. Denn schön war es schon länger nicht mehr.
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