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Borussia Dortmund: Der BVB ist (noch) kein Meisterkandidat - Kommentar

Veröffentlicht:

von Justin Kraft

ran Fußball Bundesliga

BVB-Fans mit gemischten Gefühlen: "Licht und Schatten"

Videoclip • 02:03 Min


Borussia Dortmund geht als Tabellenführer in die große Länderspielpause. Bevor die großen Träume starten, muss Niko Kovac aber ein Problem lösen. Ein Kommentar.

Vier Spiele, vier Siege, 9:2 Tore und zwei Punkte Vorsprung auf den FC Bayern.

Borussia Dortmund ist hervorragend in diese Saison gestartet.

Wie in jedem Jahr gehen jetzt bereits die ersten kleinen Jubelarien los. Lothar Matthäus sprach bei "Sky" bereits von der Meisterschaft. Je länger der BVB diese Form halten kann, desto mehr werden diese Debatten auch wieder starten.

Ein paar Hoffnungsschimmer, dass sie das Titelrennen in dieser Saison länger offen halten können, gibt es ja auch. Dortmund hat sich auf dem Transfermarkt klug verstärkt. Mehr Tempo, mehr technische Qualität, mehr Spieler, die in der Lage sind, dem Spiel Struktur zu geben.

Der BVB spielt bisher einen sauberen Fußball und scheint gerade bei gegnerischem Pressing etwas weniger anfällig geworden zu sein. "Auf jeden Fall", antwortete Waldemar Anton bei "Sky" dementsprechend auf die Frage, ob das Team jetzt stabiler sei als letzte Saison und nannte dabei die Leistung in Stuttgart als Beispiel.

Letzte Saison hätte man deutlich weniger Kontrolle im Auswärtsspiel beim VfB gehabt. Auch wenn viel Zeit dazwischen liegt, hat Anton einen Punkt. Im Moment wirkt diese Dortmunder Mannschaft sehr reif.

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BVB: Potenzial für eine große Saison

Fakt ist aber auch, dass diese Hymnen in den letzten Jahren schon häufiger gesungen wurden. Dortmund galt häufig als das Team, das oben angreifen kann, und rutschte dann spätestens im Winter oder Frühjahr doch wieder deutlich ab - zumindest im Vergleich mit den übermächtigen Bayern.

Nun ist es so, dass diese Erwartungen häufig von außen kommen. Das Hauptziel des BVB ist immer der zweite Platz. Zu groß sind die finanziellen Unterschiede zum FCB. Aber dass man trotzdem nach ganz oben schaut, liegt in der Natur des Leistungssports.

Das Potenzial für eine sehr erfolgreiche Saison ist da. Das hat man in Stuttgart jetzt abermals unterstrichen. Mit einer wenig spektakulären, aber souveränen und am Ende effizienten Leistung. Wenige Abschlüsse reichen im Moment für die Tore, die es für Siege braucht.

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BVB: Ein Problem muss Niko Kovac lösen

Aber in diesem Satz versteckt sich eben auch die Hürde, die man in Dortmund noch überspringen muss. Der Ansatz von Niko Kovac ist ein Low-Scoring-Ansatz. Zuerst die Defensive, dann mit den verbliebenen Möglichkeiten die Offensive. Das Idealszenario gab es in Stuttgart zu sehen. Ein schmales, aber kontrolliert wirkendes 1:0.

Das Risiko: Laut "Fotmob", die mit "Opta"-Daten arbeiten, kommt der BVB in den vier Bundesliga-Spielen durchschnittlich auf nur 1,6 erwartete Tore (xG) pro Partie. Nur gegen Hoffenheim kam man mit 2,04 auf zwei oder mehr erwartete Tore. Die 2,25 Tore pro Spiel sind also aktuell eine Überperformance.

Ein Argument wäre hier, dass Dortmund es defensiv bisher hervorragend macht. Das stimmt und solange der BVB so wenig Gegentore kassiert, funktioniert der Ansatz von Kovac auch. Aber die vergangene Saison hat gezeigt, dass es zu viele Spiele gab, die wegen der offensiven Harmlosigkeit deutlich zu eng dafür waren, dass die Schwarz-Gelben viel Scheinkontrolle hatten.

Bei der 0:1-Heimniederlage gegen Leverkusen beispielsweise, als man nur knapp über ein erwartetes Tor kam und die Werkself aus 0,6 xG den entscheidenden Treffer machte. Oder beim 1:1 in Freiburg, als man unter einem xG blieb. Auch das 1:1 in Hamburg ist ein gutes Beispiel (1,03 zu 0,57 xG für den BVB).

Wer einen Low-Scoring-Ansatz bevorzugt, kitzelt womöglich auf Strecke den Zufall in die falsche Richtung. So gut dieser Saisonstart auch war: Borussia Dortmund muss auf Strecke und gerade in den vielen englischen Wochen erstmal nachweisen, dass sie das langfristig besser und fehlerfreier umsetzen können als in der vergangenen Saison.

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