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Bundesliga

FC Bayern mit wichtigem Meilenstein – aber die größten Herausforderungen kommen jetzt

Veröffentlicht:

von Justin Kraft

17:30 SAT.1 Bayern

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Videoclip • 01:18 Min • Ab 12


Auch Christoph Freund hat seinen Vertrag beim FC Bayern verlängert. Ein Moment, der rückblickend zum Meilenstein werden kann – aber die größten Herausforderungen kommen jetzt.

Nach Vincent Kompany und Max Eberl hat nun auch Christoph Freund seinen Vertrag beim FC Bayern München verlängert. Trainer, Sportvorstand und Sportdirektor haben damit gültige Arbeitspapiere bis 2029.

Für den Rekordmeister kann sich das in ein paar Jahren rückblickend als Meilenstein herausstellen. So ruhig war es rund um die Säbener Straße schon lange nicht mehr. Und Ruhe ist hier tatsächlich der Indikator, der entscheidend ist.

Denn wenn es in München in Bezug auf den FC Bayern ruhig ist, dann passt alles andere sehr wahrscheinlich auch. Und so ist es gerade auch: Die vergangene Saison war eine der erfolgreichsten der vergangenen Jahre. Auf dem Transfermarkt waren die Verantwortlichen schnell fertig.

Der Sommer lief bisher so reibungslos, dass selbst beim größten Wackelkandidaten des hauptverantwortlichen Trios die Stimmung schnell umschwenkte. Max Eberl bewegte sich im Rekordtempo aus der Sonderbeobachtung von Uli Hoeneß zur Verlängerung.

Nicht ganz reibungslos, wie aus verschiedenen Medienberichten stets zu vernehmen war.

Aber letztlich ist es ihm gelungen. Für die Bayern soll diese Art der Kontinuität der wichtigste Baustein auf dem Weg nach ganz oben sein. Schon mit Blick auf die kommenden drei Jahre zeigt sich aber auch direkt, dass große Herausforderungen auf das Trio warten.

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Die Champions League als großes Ziel

Die größte dürfte die Champions League sein. In den ersten beiden Jahren haben sich die Münchner unter Kompany sukzessive zurück unter die Top-Favoriten gespielt. Und so verdient das Weiterkommen von PSG im Halbfinale der letzten Saison auch war: Am Ende fehlte den Bayern nur ein einziges Tor.

Kompany ist ein Tüftler, der es geschafft hat, an den Schwächen seines Systems zu arbeiten, ohne die Stärken verblassen zu lassen. Aber der etwas holprige Saisonstart zeigt auch, dass Gegner jeder Qualität genau hingeschaut haben und Lücken in der bayerischen Defensive finden.

Spannend ist dahingehend auch der Blick auf die Kaderstruktur. Manuel Neuer (40), Harry Kane (33), Joshua Kimmich (31), Jonathan Tah (30) und Luis Diaz (29) sind in einer Altersklasse, in der sie ihr Niveau nicht mehr ewig halten können. Für sie beginnt ein "Win-Now-Fenster", also eine nur schwer zu bestimmende Zeitspanne, in der sie möglichst viele Titel gewinnen müssen, bevor es zu spät ist.

Jetzt gerade ist das noch kein Problem. Sie alle spielen auf Top-Niveau. Bei Kimmich gibt es mit Aleksandar Pavlovic und Tom Bischof sogar schon sehr talentierte Optionen für die Zukunft. Ebenso entspannt blickt man auf die Nachfolge von Neuer: Jonas Urbig hinterlässt einen guten Eindruck.

Und dann ist da noch das frisch an München vergebene Champions-League-Finale 2028. Die Königsklasse wird ein wichtiger Gradmesser für Kompany, Eberl und Freund. Ein Titel ist hier kaum planbar. Aber er ist das große Ziel.

Eberl und Freund: Interne Überzeugungsarbeit

Bisher haben Eberl und Freund Weitsicht bewiesen. Nach und nach haben sie junge Spieler gefunden, die den Übergang erleichtern werden. Genau das müssen sie in den kommenden Transferfenstern wiederholen.

Nicht nur, um den sportlichen Erfolg zu gewährleisten, sondern auch um die internen Kritiker zu befrieden. Wären Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge restlos von Eberl und Freund überzeugt, wären sie nicht mehr so präsent. Hoeneß ist 74 Jahre alt, Rummenigge 70.

Ihre Zeit, sich auf eine Nachfolge festzulegen, ist begrenzt. Schon die vergangenen Jahre haben gezeigt, dass bereits leichte Krisen zu großer Unruhe führen können. Die ständigen öffentlichen Aussagen von Hoeneß über Eberl sind auch vor dem Hintergrund zu betrachten, dass der einstige Top-Manager besonders hohe Ansprüche hat.

Ansprüche, die daraus resultieren, dass Hoeneß nach der perfekten Übergabe sucht. Vielleicht sogar ein bisschen nach sich selbst in jünger.

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FC Bayern: Der Campus als strategischer Faktor

Nur weil der FC Bayern es jüngst geschafft hat, Ruhe reinzubekommen, heißt das nicht, dass das ein selbstverständlicher Dauerzustand ist. Im Balanceakt aus der Aufrechterhaltung des sportlichen Erfolgs einerseits und dem Befrieden der Granden im Aufsichtsrat wird vor allem für Eberl die größte Herausforderung liegen.

Und Freund? In den vergangenen Monaten gab es mehrfach Gerüchte, dass der Österreicher noch mehr Kompetenzen am Campus bekommen soll. Damit hätte er eine absolute Schlüsselrolle inne. Schon seine personellen Entscheidungen zu Beginn seiner Amtszeit waren größtenteils Volltreffer.

Rene Maric ist heute Teil des Profi-Trainerteams, begann aber vielversprechend am Campus. Auch Richard Kitzbichler hat sich als Bindeglied zwischen Verein und Leihspielern einen guten Ruf erarbeitet. Das Nachwuchsleistungszentrum wird in den kommenden Jahren nochmal an Bedeutung gewinnen.

Während die internationale Konkurrenz auf Investoren setzen kann, haben die Münchner bereits in den letzten Jahren zahlreiche Millionen Euro durch den Verkauf von Talenten einnehmen können – und den einen oder anderen Euro dadurch eingespart, dass Kaderpositionen mit Campus-Spielern aufgefüllt wurden.

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Wie überzeugt sind Hoeneß und Rummenigge?

Als Freund 2023 übernahm, sah vieles danach aus, dass die Bayern eine harte Zukunft haben werden. In nur drei Jahren hat sich das Blatt gewendet. Gemeinsam mit Kompany und Eberl hat der 49-Jährige eine positive Entwicklung anstoßen können.

Die Verlängerungen der letzten Monate sind der verdiente Lohn dafür. Und gleichzeitig sind sie ein Startschuss. In eine Zeit mit neuen Herausforderungen. Mit dem großen Ziel in der Champions League, dem bevorstehenden Austausch wichtiger Schlüsselpositionen im Team und dem Campus als zentralem strategischen Baustein.

Es stehen jetzt drei Jahre an, in denen sich zeigen wird, wie viel Kontinuität wirklich eingekehrt ist. Seit Kompany da ist, gab es noch keine echte sportliche Krise. Erst wenn die kommt, wird es eine Zerreißprobe geben – und einen Eindruck davon, wie überzeugt auch Hoeneß und Rummenigge von der Zukunft "ihres" Vereins sind.

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