Bundesliga
FC Bayern München: Doch kein Mega-Deal mit Viessmann? Fragen und Antworten zum möglichen Aktienverkauf
Aktualisiert:
von Franziska Wendlerran Fußball Bundesliga
FC Bayern: Saibari stellt sich vor - hier muss der Neuzugang schmunzeln
Videoclip • 01:16 Min
Will der FC Bayern wirklich die letzten möglichen fünf Prozent seiner Aktienanteile veräußern? ran beantwortet die wichtigsten Fragen.
Dem FC Bayern könnte schon bald ein saftiger Geldregen winken - oder doch nicht? Am Donnerstag vermeldeten "tz" und "Münchner Merkur", dass der Rekordmeister vor dem Verkauf der letzten noch verbliebenen fünf Prozent der Anteile an der Bayern München AG stehen soll
Demnach soll das finale Aktienpaket an den deutschen Weltkonzern Viessmann gehen. Nun berichtet allerdings die "Abendzeitung", dass die Situation noch längst nicht so weit fortgeschritten sein soll. So soll es aktuell keine konkreten Verhandlungen zwischen Klub und Konzern geben.
Was aber würde ein derartiger Deal bedeuten? Was könnte für die Münchner finanziell rausspringen? Und wie ist es um den Wert des Klubs bestellt?
ran beantwortet die wichtigsten Fragen.
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Wie steht es um die Eigentumsverhältnisse?
Der FC Bayern e.V. hält aktuell 75 Prozent der Anteile. Dazu kommen drei stratgische Aktionäre. Adidas, Audi und Allianz halten jeweils 8,33 Prozent der Anteile.
Wichtig: Ehrenpräsident Uli Hoeneß hatte stets betont, dass die Grenze von 30 Prozent Fremdanteilen nicht überschritten werden soll. Werden fünf Prozent abgegeben, ist genau jene Grenze erreicht.
Was für ein Konzern ist Viessmann?
Beim möglichen neuen Anteilseigner Viessmann handelt es sich um ein Traditionsunternehmen aus Hessen. Bis zum Jahr 2023 stellte dieses vor allem Produkte für Heiztechnik her. Im selbigen Jahr wurde die Sparte für Klimatechnik für rund zwölf Milliarden Euro an den US-Konzern Carrier Global veräußert.
Aktiv ist das Unternehmen unter anderem auch in den Bereichen Netzinfrastruktur und Infrastruktur für Nah- und Fernwärme. Bei Bayern ist Viessmann kein Unbekannter. Seit 2018 ist das Unternehmen Partner des Klubs, seit 2021/22 auch bei den Bayern-Frauen. Jene Kooperation wurde erst im Februar bis 2029 verlängert.
Relevant: Konzernboss Max Viessmann sitzt seit diesem Jahr im Verwaltungsbeirat des FCB e.V.
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Wie könnte der Deal finanziell strukturiert sein?
Den Berichten von "tz" und "Münchner Merkur" zufolge soll der Rekordmeister für die fünf Prozent rund 250 Millionen Euro erhalten. Geld, welches unter anderem in die Umgestaltung an der Säbener Straße, den Umbau des Sportparks in Unterhaching und Umbauten am Campus fließen könnte.
Zwar dürften die FCB-Bosse das Geld nicht verpulvern wollen, in Verhandlungen mit Topstars wie Michael Olise dürften die Millionen allerdings auch als Signal dienen.
Klar ist aber auch: Die Münchner müssen keine Anteile aus einer finanziellen Not heraus verkaufen, vielmehr geht es um einen strategischen Schritt.
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Gibt es mehr Geld für Spieler?
In Sachen Gehälter verfahren die Münchner schon seit Jahren nach dem Prinzip, das Gehaltsniveau senken zu wollen. Daran wird sich auch nichts ändern. Für besondere Stars wäre natürlich dennoch mehr Spielraum vorhanden.
Dies gilt auch bei der Verpflichtung neuer Spieler. Viele Neuzugänge dürfte es in diesem Sommer nicht mehr geben, ein besonderer Transfer in der Zukunft wäre aber leichter zu stemmen.
Was denken die Fans?
Bei der Jahreshauptversammlung 2021 versprachen Hainer und der damals noch für Bayern tätige Oliver Kahn, dass die letzten noch verbleibenden fünf Prozent der Anteile nur in einer Krisensituation veräußert werden.
Der immer wieder mit kritischen Worten auffallende Bayern-Fan Michael Ott stellte seinerzeit sogar einen Antrag, dass die Sperrminorität niemals unter 75 Prozent fallen darf, wonach weitere Anteile in der Zukunft nicht verkauft werden dürften. Sein Antrag verfehlte aber knapp die Mehrheit der anwesenden Mitglieder.
Da es sich bei Viessmann aber um einen deutschen Konzern handelt – und nicht etwa um ein Unternehmen bei dem bei den FCB-Fans immer wieder kritisch gesehenen Firmen aus Katar – dürfte eine mögliche Empörung deutlich geringer ausfallen.
Wie viel ist Bayern eigentlich wert?
Werden fünf Prozent des Rekordmeisters für 250 Millionen Euro veräußert, dann ergibt sich ein Schätzwert von rund fünf Milliarden Euro. Zwölf Jahre ist es her, dass die Allianz ihre Anteile am Deutschen Meister erwarb. Seinerzeit kam der Klub hochgerechnet auf einen Wert von 1,32 Milliarden.
Unzählige Titel, TV-Einnahmen, Werbeverträge, Verkaufserlöse, etc. haben den Wert seither aber in die Höhe schießen lassen.
Was würde der Deal für Viessmann bringen
Was den Bayern der Deal vorangig bringen würde ist klar: Die kolportierten 250 Millionen Euro. Wie aber stellt sich die Situation für Viessmann dar?
Die Wertentwicklung der vergangenen Jahre zeigt, dass der FC Bayern ein gutes Investment ist. Adidas (2002) und Audi (zwischen 2010 und 2011) bezahlten für jeweils zehn Prozent seinerzeit 77 beziehungsweise 90 Millionen Euro.
Dann folgte eine Kapitalerhöhung und der Kauf von 8,33 Prozent durch die Allianz für 110 Millionen Euro. Kauft sich Viessmann nun für 250 Millionen Euro bei nur fünf Prozent Anteile ein, zeigt sich bereits die massive Wertsteigerung. Ein Prozent ist damit rund 50 Millionen Euro wert.
Dazu kommt: Viessmann könnte die Marke FC Bayern auch auf dem Weltmarkt stärker für sich nutzen.
Wie geht es nun weiter?
Ob aktuell aktiv zwischen dem FC Bayern und Viessmann verhandelt wird, darüber gibt es widersprüchliche Meldungen.
Sollten sich beide Parteien einigen, dann trifft die finale Entscheidung bei Bayern das Präsidium und nicht der Aufsichtsrat, weil die Anteile bislang noch dem e.V. und nicht der AG gehören.
Bei einem Beschluss durch das Präsidum braucht es eine einfache Mehrheit. Wahlberechtigt wären Klubboss Herbert Hainer, der 1. Vizepräsident Prof. Dr. Dieter Mayer und der 2. Vizepräsident Walter Mennekes.
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