Bundesliga
Harry Kane vor Verlängerung: Ein, zwei Schritte fehlen noch zum Legendenstatus beim FC Bayern
Veröffentlicht:
von Justin Kraftran Fußball Bundesliga
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Videoclip • 01:32 Min
Bei Harry Kane gehen einem die Superlative aus. Nun verlängert er wohl beim FC Bayern – und hat die Chance zu den Größten der Vereinsgeschichte aufzuschließen.
In seiner langen Klubgeschichte hatte der FC Bayern München viele herausragende Stürmer. Von Karl-Heinz Rummenigge über Giovane Elber oder auch Mario Gomez. Ob Rainer Ohlhauser, Roland Wohlfarth, Dieter Hoeneß oder Claudio Pizarro.
Die Rekordtorjägerliste des Vereins ist voll mit ehemaligen Weltklasse-Neunern. An der Spitze stehen aber zwei, die so schnell niemand mehr einholen wird. Mit Gerd Müller thront eine absolute Ikone an der Spitze. 570 Tore erzielte er in 613 Partien für den FCB.
Lange galt er als uneinholbares Phänomen. Als einer, der die Rekorde auf ewig unter seinem Namen vereinen wird. Dann aber kam Robert Lewandowski. 344 Treffer gelangen ihm in nur 375 Spielen. Der Pole brach den ewigen Bundesliga-Torjäger-Rekord, gewann alle relevanten Titel und holte weitere spektakuläre Bestmarken wie seine absurden fünf Tore in nur neun Minuten gegen den VfL Wolfsburg 2015.
Aktuell haben die Bayern mit Harry Kane einen weiteren unumstrittenen Weltklasse-Stürmer im Kader. Einen, der qualitativ an die Größten heranreicht – und dem trotzdem noch ein bisschen was fehlt, um endgültig zur Legende in München aufsteigen zu können. Mit seiner bevorstehenden Verlängerung kann er aber noch einiges nachholen.
Harry Kane: Nochmal besser als Müller und Lewandowski?
Erst 147 Spiele hat der Engländer für den Rekordmeister absolviert. In den Top-30 der Rekordtorjägerliste des Vereins hat niemand weniger. Und trotzdem steht der 33-Jährige schon jetzt auf dem siebten Rang. Zur Top-5 fehlen ihm nur noch 71 Tore – denn auf dem fünften Platz steht Rummenigge mit 217 Treffern.
Kanes Quote ist absurd. Bei den Toren pro Spiel ist er mit 0,99 aktuell die klare Nummer eins der Bayern-Historie, wenn man nur Spieler in Betracht zieht, die auf mindestens 40 Spiele kommen. Hinter ihm? Na klar. Müller (0,93) und Lewandowski (0,92).
Das bessere Bewertungsmaß ist allerdings "pro 90 Minuten", weil ein Spiel für einen Spieler unterschiedlich lang sein kann. Wird jemand in der Halbzeit ausgewechselt und macht dabei ein Tor, ist seine Leistung bemerkenswerter als ein Tor über die volle Distanz.
Zumindest bei Müller macht das aber keinen Unterschied, weil er eh fast immer durchgespielt hat. Auch in dieser Statistik kommt er auf 0,93. Lewandowski ist mit 0,97 noch einen Tick stärker. Kane aber kommt auf unfassbare 1,1 Tore pro 90 Minuten.
Ein bisschen fehlt noch nach ganz oben
Weltklasse? Nein, das ist schon ein legendäres Niveau. Oder? Manch einer mag erwidern, dass dieser Begriff etwas inflationär verwendet wird. Legendenstatus muss man sich hart erarbeiten. Viele Tore zu schießen, ist die eine Sache. Große Titel zu holen, ist beispielsweise die andere.
Müller macht da niemand etwas vor. Mit dem FC Bayern gewann er einst dreimal die Champions League. Lewandowski gelang dieses Kunststück ebenfalls – genau in der Phase seiner Karriere, in der er nochmal einen großen Leistungssprung machen konnte.
Kane spielt erst seit 2023 beim FCB. Die Fans lieben ihn für seine bescheidene Art, dafür, dass er so ein Teamplayer ist und weil er sie mit einer Interpretation seiner Position begeistert, die es so vielleicht noch gar nicht gab. Der Kapitän der englischen Nationalmannschaft ist Sechser, Achter, Zehner, Hängende Spitze und Stoßstürmer zugleich.
Manchmal initiiert er Angriffe, die er später selbst vollendet. Und manchmal verzichtet er auf Rekorde und noch mehr Tore, indem er den besser postierten Mitspieler sieht. 0,25 Assists gelingen ihm pro 90 Minuten. Lewandowski (0,2) und Müller (0,18) haben hier ebenfalls das Nachsehen.
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Verlängerung beim FC Bayern: Schafft Harry Kane den Sprung zur Legende?
Die Zahlen, die Kane seit seiner Ankunft liefert, sind nicht von dieser Welt. Schon jene von Lewandowski und Müller waren es nicht. Kane übertrumpft sie nochmal – aber eben nur auf einen relativ kurzen Zeitraum gesehen.
Er geht jetzt in seine vierte Bayern-Saison. Um wirklich eine Legende dieses Klubs werden zu können, wird er noch zwei, drei Jahre auf diesem Niveau spielen müssen. Und um ernsthaft eine Chance darauf zu haben, in der Verlosung zu sein, wenn über die gesprochen wird, die nochmal über den Rummenigges und Ohlhausers angesiedelt werden, fehlt auch noch der große Wurf.
In der Champions League sind die Bayern vielleicht so nah dran wie schon lange nicht mehr. Es überrascht deshalb nicht, dass Kane in München bleiben will. Unter Vincent Kompany wächst eine Mannschaft zusammen, die es mit den ganz Großen aufnehmen kann.
Eine, in der Kane von einem der herausragenden Stürmer in der Klubgeschichte des FC Bayern in die schmale Riege der absoluten Legenden aufsteigen kann. Es ist in jedem Fall beeindruckend, wie schnell es ihm gelungen ist, überhaupt Teil dieser Debatten zu sein.
So viel ist klar: An die absoluten Zahlen von Lewandowski und Müller wird er nicht mehr herankommen. Gewinnt er aber die Champions League und hält noch ein paar Saisons auf diesem Niveau durch, wird er zu Recht in einem Atemzug mit ihnen genannt werden. Dafür sind aber noch ein paar Schritte zu gehen.
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