DFB-Pokal
DFB-Pokal: Polizei-Einsatz und Ausschreitungen bei Mannheim vs. Kaiserslautern - 35 verletzte Polizisten, mehrere Festnahmen
Aktualisiert:
von SIDran Fußball Bundesliga
Pokal-Derby in Mannheim eskaliert: Diese Bilder sorgen für Entsetzen
Videoclip • 01:34 Min
Fliegende Feuerwerkskörper und ein drohender Platzsturm sorgen beim Pokal-Derby zwischen Mannheim und Kaiserslautern für unschöne Bilder. Die Polizei zieht eine bittere Bilanz.
Der 1. FC Kaiserslautern hat Waldhof Mannheim nach einem späten Treffer in der Verlängerung von Ibrahim Kanate mit 1:0 bezwungen.
Das packende Pokal-Derby wurde jedoch von schockierenden Szenen auf den Rängen überschattet, wodurch der sportliche Aspekt zwischenzeitlich völlig in den Hintergrund rückte.
Nach Ablauf der regulären Spielzeit sollte beim Stand von 0:0 eigentlich die Verlängerung angepfiffen werden. In der kurzen Pause flogen dann jedoch plötzlich Feuerwerkskörper aus dem Waldhof-Block auf die Rasenfläche.
Einige der Leuchtraketen trafen beinahe Spieler des 1. FC Kaiserslautern. Daraufhin warfen Zuschauer aus dem Lautern-Block Feuerwerkskörper auf die Mannheimer Tribünen. In beiden Blöcken krachte es gewaltig.
Schiedsrichter Robert Schröder reagierte umgehend und bat die Akteure in die Kabine. Kurz vor dem Ende der regulären Spielzeit hatte eine Rudelbildung auf dem Platz die ohnehin schon aufgeheizte Stimmung auf den Rängen zusätzlich befeuert.
Dafür begab sich die Polizei - begleitet von einigen Polizei-Pferden - auf den Platz und formierte sich vor dem Block, um einige völlig aufgebrachte Mannheimer Anhänger von einem Platzsturm abzuhalten. Dabei flogen weiterhin Feuerwerkskörper und landeten zum Teil in der Nähe der Tiere.
35 verletzte Polizisten, 85 verletzte Fans
Insgesamt 35 Polizisten seien leicht verletzt worden. Das gab das Präsidium Mannheim bekannt. 33 Beamte der Bundespolizei sowie zwei aus Baden-Württemberg seien betroffen.
Auch 85 Fans mussten laut Mitteilung medizinisch betreut werden, acht von ihnen kamen in ein Krankenhaus. Es gab mehrere Festnahmen. 1.400 Polizeibeamtinnen und -beamte waren beim Derby, das der FCK (1:0 n.V.) gewann, im Einsatz.
"Die intensive Vorbereitung aller beteiligten Institutionen und die enge Zusammenarbeit aller Beteiligten haben sich ausgezahlt. Unser taktisches Konzept ging voll auf", sagte Polizeidirektor Michael Reichert, Gesamteinsatzleiter des Präsidiums Mannheim.
Baden-Württembergs Innenminister Manuel Hagel lobte die Arbeit der Sicherheitskräfte und übte scharfe Kritik an den eskalierenden Fans. "Das war heute in Mannheim kein normales Derby. Es war ein Hochrisikospiel mit Ansage – unsere Polizei in Mannheim war hochprofessionell vorbereitet", sagte Hagel der "Bild".
"Wer den Fußball als Bühne für Gewaltexzesse missbraucht, andere Fans mit Absicht in Gefahr bringt und vor allem auch Sicherheitskräfte verletzt, ist kein Fan, sondern ein Krimineller. Genau so werden wir diese Typen auch behandeln, um Recht und Ordnung in unseren Stadien durchzusetzen."
Schiedsrichter Schröder: Spiel stand kurz vor dem Abbruch
Mit Abpfiff der regulären Spielzeit waren die Spieler beider Mannschaften aneinandergeraten, dann schossen Fans Raketen auf das Spielfeld und die Haupttribüne. Einige Mannheim-Anhänger stürmten auf den Platz. Auch berittene Polizei kam auf den Rasen.
Die Begegnung stand dicht vor dem Abbruch, wie Schiedsrichter Robert Schröder nach Abpfiff bei "Sky" verriet: "Ich muss sagen, wenn Menschen gefährdet sind, dann hört der Spaß auf. Dann ist man sehr nahe am Abbruch. Dann haben wir uns eng mit der Polizei und den Sicherheitskräften abgestimmt und dann geschaut, ob es die Lage zulässt, weiterzumachen."
Bereits weit vor dem Anpfiff waren Raketen gezündet worden. Schröder hat eine klare Meinung dazu: "Wenn Raketen auf das Spielfeld und auf die Tribünen fliegen und sogar Menschen verletzt werden können, dann ist das immer eine sehr sensible Situation."
Erste Ermittlungen "wegen Beleidigungen, verschiedener Körperverletzungsdelikte, Sachbeschädigungen, Landfriedensbruchs, tätlichen Angriffs auf Polizeibeamte sowie Verstößen gegen das Sprengstoffgesetz" sind nach Polizeiangaben eingeleitet worden.
Auch beiden Klubs droht ein Nachspiel. "Wir werden das im Sonderbericht alles erfassen. Der wird entsprechend lang sein und dann ist es die Aufgabe des Spielausschusses oder des Sportgerichtes, da die Sanktionen zu finden", sagte Schiedsrichter Robert Schröder.
Die nächsten Fußball-Übertragungen auf Joyn
Bald verfügbarMontag, 14.09. 17:55 • Fussball
Frauen-Bundesliga: FC Bayern München - Bayer Leverkusen
125 Min
Bald verfügbarMontag, 14.09. 17:55 • Fussball
Frauen-Bundesliga: FC Bayern München - Bayer Leverkusen
125 Min
Bald verfügbarMontag, 21.09. 17:55 • Fussball
Frauen-Bundesliga live: Werder Bremen - VfB Stuttgart
125 Min
Bald verfügbarMontag, 21.09. 17:55 • Fussball
Frauen-Bundesliga live: Werder Bremen - VfB Stuttgart
125 Min
Pokal-Eklat: Spiel mehr als 30 Minuten unterbrochen
Vor der Verlängerung versuchte der Mannheimer Stadionsprecher, mit Durchsagen zur Deeskalation beizutragen, jedoch entspannte sich die zunächst äußerst bedrohliche und aggressive Lage nur langsam.
Mannheim-Routinier Lukas Klünter machte sich einige Minuten später auf den Weg zu den Krawallmachern und redete auf diese ein - als die Situation wieder einigermaßen unter Kontrolle schien. Kurz darauf rückte auch die Polizei vom Platz ab.
Nachdem zwischenzeitlich schon einiges auf einen Abbruch hingedeutet hatte, gab der Stadionsprecher zu verstehen, dass die Partie fortgesetzt werden solle, jedoch sofort abgebrochen werde, wenn erneut Gegenstände fliegen.
Rund eine halbe Stunde nach Beginn der unschönen Szenen betraten die beiden Teams tatsächlich wieder den Platz und begannen, sich mit betretenen Mienen für die Verlängerung zu präparieren.
Wenige Minuten später konnte es dann auch wieder mit dem Fußball weitergehen. Alles deutete auf einen finalen Showdown im Elfmeterschießen hin, ehe Ibrahim Kanate in der 120. Minute den entscheidenden Treffer markierte.
Zwar wurden nach dem Abpfiff noch wenige Rauchkörper gezündet, jedoch blieb die Lage zum Glück ruhig und die Anhänger besannen sich darauf, ihre Mannschaften zu feiern.
Aktuelle Fußball-Videos auf Joyn

ran Fußball
Manchester City: Haaland und Co. trainieren mit Techno-Musik
Videoclip • 01:01 Min

ran Fußball
Süßester Post des Jahres? Babyglück bei Havertz
Videoclip • 01:02 Min

ran Fußball Bundesliga
HSV - Merlin Polzin nach Klatsche bedient: "Maximal beschissen"
Videoclip • 01:11 Min
DFB-Pokal: Schober stellt Lautern-Profi an den Pranger
Nach dem Spiel herrschte bei beiden Klubs Ärger und ein Stück weit Fassungslosigkeit.
"Dass Fans auf den Platz stürmen, das geht überhaupt nicht, das gehört auf keinen Fall ins Stadion", sagte Mannheims Sportdirektor Mathias Schober, der am "Sky"-Mikrofon nach dem Spiel aber massive Provokationen von Lauterns Profi Marlon Ritter anprangerte.
"Kurz vor Ende der Partie hat sich der Ritter da bei jeder Ecke so viel Zeit gelassen und das wirklich provoziert. Das muss man einfach so sagen", schimpfte Schober gegen Ritter, der in der Rudelbildung kurz vor Ablauf regulären Spielzeit mitten drin war.
"Was dann so noch abgegangen ist, gerade von der Seite, wie hier provoziert wurde von der Nummer 7 (Rückennummer Ritters) , da muss man sagen: Das gehört sich auch nich", monierte er.
FCK-Sportgeschäftsführer Thomas Hengen war vor allem sauer auf die Unruhestifter auf der Tribüne: "Das war ein Derby, das muss auf dem Platz bleiben. Was dann auf den Rängen abgegangen ist, war drüber." Hengen fügte an: "Das schadet uns, das schadet allen, das schadet dem Fußball."
DFB-Pokal: Schon vor dem Anpfiff wird gezündelt
Bereits vor dem Anpfiff hatte sich angedeutet, dass das Derby nicht friedlich verlaufen wird. Im FCK-Fanblock wurden Pyros gezündet und teilweise auf das Feld geworfen und auch im gegenüberliegenden Mannheimer Block rauchte es schon eine Stunde vor dem Beginn ordentlich.
Nach nur wenigen gespielten Minuten musste die Partie bereits zum ersten Mal unterbrochen worden. Ein Vorbote für das, was sich vor Anpfiff der Verlängerung ereignete.
Weitere News zum DFB-Pokal:

DFB-Pokal
DFB-Pokal - 2. Runde: live im Free-TV, Joyn-Stream und Liveticker - alle Infos im Überblick

DFB-Pokal
DFB-Pokal 2026 live im Free-TV und Live-Stream: Infos zur Auslosung, Spielplan und Übertragungen

DFB-Pokal
Preisgeld im DFB-Pokal: Warum profitieren vor allem die kleinen Klubs in Runde eins?

DFB-Pokal
DFB-Pokal: Heimspiele für Bayern und Dortmund - Stuttgart auswärts

DFB-Pokal
Bayern im Schiri-Glück: Olise-Tor war irregulär

DFB-Pokal
Kommentar: Kompany hat Bayern den Schlendrian ausgecoacht








