Fußball
Skandal in der Türkei: Schiedsrichterchef sitzt in Untersuchungshaft
Aktualisiert:
von Mike Stiefelhagenran Fußball
Fußball: Zlatan im Beastmode!
Videoclip • 01:10 Min
In der Türkei sorgt der nächste Schiedsrichter-Skandal für Schlagzeilen. Nun sitzt der Boss der Unparteiischen in Untersuchungshaft.
Neuigkeiten aus der Türkei. Der türkische Schiedsrichter-Chef Ferhat Gündogdu ist im Zuge einer Korruptionsermittlung von einem Gericht in Untersuchungshaft genommen worden. Das berichtet die staatliche Nachrichtenagentur "Anadolu".
Am Freitag wurden der Vorsitzende der Schiedsrichter-Kommission und sechs weitere Personen wegen Manipulationsverdacht einem Richter vorgeführt. In der Folge wurde für fünf von ihnen Untersuchungshaft angeordnet, die anderen beiden wurden demnach unter Auflagen freigelassen.
Am Dienstag hatte der türkische Justizminister Akin Gürlek via "X" bekanntgegeben, dass Gündogdu und sechs weitere Personen festgenommen wurden.
Die entsprechenden Einsätze fanden laut der Nachrichtenagentur in den Provinzen Istanbul, Ankara, Elazig und Manisa statt. Die Polizei durchsuchte dabei Wohnungen, Arbeitsstätten und Büros der Verdächtigen.
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Ermittler prüfen Schiedsrichterlisten und Prüfungsresultate
Laut Gürlek gehe es um "Vorwürfe der Einmischung in die Erstellung der Schiedsrichterranglisten, in die Einsätze, die Bewertungs- und Ernennungsverfahren sowie die Regelprüfungen."
Und weiter: "Es wurden gerichtliche Durchsuchungen in ihren Wohnungen, an ihren Arbeitsstätten und in ihren Büros durchgeführt", so der Justizminister, der versprach, sich für einen "sauberen Fußball" stark zu machen, damit wieder Vertrauen in den türkischen Fußball herrschen könne.
Am Donnerstag verwies der nationale Fußballverband (TFF) im Rahmen einer Untersuchung zu Wettbetrug 448 Vereinsfunktionäre an die Disziplinarkommission. Die Liste umfasst mehrere Dutzend Namen von Funktionären türkischer Spitzenvereine, darunter den Präsidenten von Trabzonspor, den Vizepräsidenten von Besiktas, mehrere aktuelle und ehemalige Vertreter von Galatasaray sowie drei ehemalige von Fenerbahce.
In seiner Erklärung nahm der TFF Bezug auf einen Skandal aus dem vergangenen Jahr, bei dem der Disziplinarausschuss 149 Schiedsrichter suspendiert hatte. Diesen war vorgeworfen worden, unter Missachtung des ihnen auferlegten Verbots auf Spiele gewettet zu haben. Die Sperren reichten von acht bis zwölf Monaten.
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Ungelmäßigkeiten zwischen 2022 und 2025
Im aktuelle Fall berichtet die Nachrichtenagentur "DHA" derweil von dem Verdacht, Schiedsrichter- und Beobachterlisten aus den Jahren 2022 und 2024 seien unrechtmäßig verändert worden. Zudem soll es bei einer Regelprüfung 2025 in Riva Eingriffe in die Prüfungsfragen und die Benotung gegeben haben. Ergebnisse einzelner Schiedsrichter sollen verändert worden sein.
Unter den Festgenommenen sind laut "Anadolu" auch der frühere stellvertretende MHK-Vorsitzende Ahmet Sahin und das ehemalige Ausschussmitglied Yunus Yildirim. Gürlek betonte: "Niemand genießt aufgrund seines Amtes, seines Titels oder seiner Funktion Privilegien vor dem Gesetz."
Bei einer Durchsuchung der Zentrale des türkischen Schiedsrichter- und Beobachtervereins im Istanbuler Stadtteil Uskudar beschlagnahmte die Polizei 125 Ordner. Darin befanden sich unter anderem Prüfungsunterlagen, Einnahmen- und Ausgabenübersichten sowie Vereinsunterlagen.
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