Fußball
VAR-Revolution bei der UEFA: Endlich ein Stück Emotion zurück! Ein Kommentar
Aktualisiert:
von Gianluca Fraccalvieriran Fußball
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Videoclip • 01:03 Min
Der VAR wird revolutioniert und soll laut der UEFA in Zukunft nur noch bei klaren Fehlentscheidungen eingreifen. Damit tut der Verband der gesamten Fußballwelt einen großen Gefallen. Ein Kommentar.
Kann man in Zukunft tatsächlich wieder angstfrei Fußball schauen? Bei einem Tor sofort ausgelassen jubeln, ohne bangen Blickes auf den Unparteiischen am Bildrand zu achten oder jede Szene während der Entstehung des Tors im Geiste noch mal durchzugehen?
Das klingt tatsächlich wie ein Traum.
Darf man Roberto Rosetti aber trauen, soll genau das in Zukunft wieder Realität werden. Der UEFA-Schiedsrichterchef will zu den Ursprüngen des VAR zurück. Kein Schnickschnack mehr, keine minutenlangen Pausen, weil der Schiedsrichter sich irgendwelche Beschreibungen von irgendeinem Unparteiischen aus dem "Keller" anhört - und sich die Szene am Ende ja sowieso noch selber anschaut.
Der VAR soll in Zukunft wieder dafür da sein, wofür er eigentlich vorgesehen war: ganz klare Fehlentscheidungen korrigieren und das Spiel fairer machen. Klassische Beispiele dafür sind Diego Maradonas Tor mit "der Hand Gottes" oder das englische Wembley-Tor gegen Deutschland 1966.
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VAR: Von Korrigieren zum Fehlersuchen
Von diesem "Korrigieren" hat sich der Fußball in den vergangenen Jahren aber hin entwickelt zu einer Kultur des rigorosen Fehlersuchens auf Schiedsrichterseiten.
Was ist aus den Zeiten geworden, als der Goldstandard für die Leistungen des Schiedsrichters war, dass er eine Partie "unauffällig" geleitet hat? Zuletzt waren die Unparteiischen oft mehr im Mittelpunkt als die Superstars selbst - wirkten dabei aber so verunsichert wie noch nie.
Aus Angst vor Fehlentscheidungen trauen sich Linienrichter mittlerweile gefühlt überhaupt nicht mehr, ihre Fahne bei einer Abseitssituation zu heben und auf ihre Beobachtungsgabe zu vertrauen, egal wie viele Meter der Angreifer im Abseits stand. Stattdessen warten sie lieber ab, um nicht zu riskieren, ein reguläres Tor aus Versehen abzuerkennen.
Fußball ist aber doch ein Spiel, das von Emotionen lebt, von Entscheidungen im Moment - egal, ob sie am Ende richtig oder falsch sind. Fehlentscheidungen, über die man sich noch wochenlang aufregen kann, gehören eben dazu. Das befeuert den Sport.
Niemand möchte das Gefühl haben, dass das Spiel von künstlichen Intelligenzen entschieden wird und es keinen Platz für Fehler mehr gibt. Fehler gehören zum Leben dazu, genau wie zum Fußball. Die komplette Angriffsphase minutenlang auf das kleinste Foul zu untersuchen, ist dabei komplett kontraproduktiv.
Natürlich wird es auch in Zukunft Checks geben, die ins Nichts laufen, und frenetischen Jubel, der nach wenigen Sekunden ausgebremst wird. Aber es sieht alles danach aus, als würde es einen guten Kompromiss geben, der wirklich ein Gleichgewicht zwischen Fairness und Technik schafft.
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VAR-Neuausrichtung: Die alte Oma im Supermarkt
Das Schöne ist aber doch, dass die UEFA das nun anscheinend auch erkannt hat und den Spaß am Fußball wieder zurückholen will - zumindest teilweise. In Zeiten der großen Unsicherheiten und zunehmenden Kommerzialisierung ist dies ein starkes und wichtiges Zeichen.
Unweigerlich wird es in nächster Zeit viele Spieler geben, die die Unparteiischen lautstark und gestenreich darauf aufmerksam machen werden, diese oder jene Szene zu untersuchen. Das ist verständlich, schließlich wurde ihnen das zuletzt so vorgelebt. Mit einer klaren Linie dürfte sich aber auch dies schnell erledigen.
Alex Feuerherdt, Sprecher der DFB Schiri GmbH, malte im "SWR"-Interview ein schönes Bild zum zukünftigen Umgang mit dem VAR.
"Intern haben wir da ein hübsches Bild: Wir stellen uns vor, dass eine alte Oma mit einem Einkaufswagen durch den Supermarkt fährt und auf einen Bildschirm guckt. Und auf dem Bildschirm läuft gerade eine Szene und sie guckt drauf und sagt, oh, das ist falsch, das muss korrigiert werden."
Bleibt nur zu hoffen, dass die besagte "alte Oma" vor ihrem Renteneintritt keine Korinthenkackerin war.
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