WM 2026
WM 2026: Das Kimmich-Rätsel - gibt es einen Plan B?
Aktualisiert:
von Tobias Hlusiakran Fußball
Kimmich vor WM: "Haben schwierige Gruppe!"
Videoclip • 01:45 Min
Im deutschen WM-Kader herrscht Armut an gelernten Rechtsverteidigern. Was aber passiert, wenn Joshua Kimmich mal nicht kann?
Aus Winston-Salem berichtet Tobias Hlusiak
Seit Joshua Kimmich für die A-Vertretung des DFB die Schuhe schnürt, gibt es Diskussionen darüber, auf welcher Position er am wertvollsten ist. Sechser oder auf der rechten (defensiven) Schiene?
Der Kapitän verdreht schon gar nicht mehr die Augen, so sehr hat er sich an die ständigen Nachfragen gewöhnt.
Gleiches gilt für Julian Nagelsmann. Auch er hat die Kimmich-Frage in den vergangenen drei Jahren als Verantwortlicher für die Nationalmannschaft mindestens genauso oft durchgekaut, wie er es zuvor als Bayern-Trainer getan hatte.
Man mag es deshalb als schlauen Schachzug begreifen, dass der Bundestrainer eine Debatte über die Positionierung seines wohl wichtigsten Spielers qua Kadernominierung defacto ausgeschlossen hat.
DFB-Team: Kein klassischer Rechtsverteidiger-Backup für Kimmich
Im Aufgebot, dass sich derzeit in Winston-Salem auf das erste Turnier-Spiel gegen Curacao (Sonntag, 19 Uhr, im Livestream auf Joyn) vorbereitet, findet sich außer Kimmich nämlich kein weiterer Rechtsverteidiger.
"Es gibt nicht diesen klassischen Rechtsverteidiger-Backup", beschreibt es Nagelsmann selbst. Er habe lieber einen weiteren Offensivspieler mitnehmen wollen, begründet er zudem.
Der Bayern-Star wird also dort – und nur dort – spielen müssen. Basta!
Aber ist das wirklich so einfach? Was passiert, wenn Kimmich mal nicht kann? Sperren oder Verletzungen lauern im Fußball schließlich an jeder Ecke.
Kein Problem, findet Nagelsmann: "Sollte Joshua mal was passieren, bricht nicht alles zusammen", sagt er und verkündet, man habe "schon Ideen". Diese seien "ein bisschen vielfältiger, nicht nur auf einen Namen reduziert".
Eine davon – vermutlich die präferierte – war im abschließenden Testspiel gegen die USA zu sehen.
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DFB-Team: Anton, Rüdiger & Co. - die Rechtsverteidiger-Alternativen
Als Kimmich zur Belastungssteuerung vom Platz ging, nahm Waldemar Anton dessen Position ein. Der Dortmunder mühte sich redlich. Dass er aber vor über einem Jahr zuletzt zwei Spiele auf Vereinsebene als Rechtsverteidiger bestritt, konnte der 27-Jährige nicht so ganz verstecken.
Seine Kollegen Malick Thiaw und Antonio Rüdiger würden die Aufgabe ähnlich wie Anton eher defensiv interpretieren. Beide haben dies schon getan, fühlen sich aber eher innen zuhause.
Wer also böte sich noch an?
DFB-Team: Systemkorrektur bei Kimmich-Notfall?
Pascal Groß ist eigentlich Mittelfeldspieler, hat aber für Brighton & Hove Albion und auch den BVB schon rechts in der Viererkette ausgeholfen. Mit "solide" sind seine Darbietungen auf dieser ungewohnten Position wohl treffend umschrieben.
Der Bundestrainer könnte auch deshalb im Falle eines Kimmich-Notfalls eine Systemkorrektur in Betracht ziehen.
Eine Dreierkette mit Schienenspielern auf den Außen würde die Möglichkeit mit sich bringen, eher offensiv orientierte Stars als Alternative aufzubieten.
Leroy Sane lässt seinen Spaß an der Rückwärtsbewegung immer wieder aufblitzen, spielte bei der EM 2021 zwischenzeitlich sogar den rechten Part einer Dreier- bzw. Fünferkette und wäre verfügbar.
Gleiches gilt für Jamie Leweling und Maximilian Beier. Beide zeichnet ihre Schnelligkeit und großer Einsatzwille aus. Nicht die schlechtesten Voraussetzungen.
DFB-Team: Rechte Abwehrseite bleibt "Sorgenposition"
Und dennoch bleibt die rechte Abwehrseite eine "Sorgenposition" vor dem Start der WM-Mission. Denn wirklich überzeugend wirkt auf dem Papier keines der Planspiele.
Der Bundestrainer ist in bestem Wissen ein Risiko eingegangen. Nun wird er hoffen, dass seinem Schlüsselspieler nichts passiert.
Denn - auch wenn einige Ersatz-Varianten solide klingen - wird kein Kollege die Rolle so spielen können wie Kimmich es kann.
Als defensiver Part gegen den Ball und als eingeschobener dritter zentraler Mittelfeldspieler in Ballbesitz. Diese Polyvalenz mach den Kapitän so wichtig.
Auch interessant: WM 2026: ran-Startelf des DFB-Teams - ohne Neuer, Musiala und Sane
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