WM 2026
WM 2026: Dieses Deja-vu zeigt, was Frankreich Deutschland voraushat - Kommentar
Veröffentlicht:
von Martin Jahnsran Fußball
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Videoclip • 01:36 Min
Nach Deutschland quält sich auch Frankreich lange gegen das Abwehrbollwerk Paraguay. Doch am Ende siegt die französische Coolness – und erinnert einmal mehr schmerzlich daran, was dem deutschen Team gefehlt hat. Ein Kommentar.
Für Julian Nagelsmann war Paraguay der Jobkiller – und über eine Stunde lang musste man sich auch um die WM-Zukunft von Didier Deschamps Sorgen machen.
Denn erstaunlich lange brachten die Südamerikaner nach dem deutschen Team auch die französischen Hochbegabten zur Verzweiflung. Und das mit den gleichen beschränkten, aber effektiven Mitteln: konsequente Dopplung der Offensiven auf dem Flügel, knallharte Zweikampfführung und vereinzelte Nadelstiche durch Konter.
Und: Wie auch Deutschland haderte Frankreich mit dem Schiedsrichter. Dem DFB-Team wurde das vermeintliche 2:1 in der Verlängerung aberkannt.
Gegen Frankreich sah Paraguays Matias Galarza nach einem Ellbogenschlag abseits des Balles gegen Kylian Mbappe nicht die durchaus mögliche Rote Karte. Auch sonst ließ der Unparteiische Ilgiz Tantashev Paraguays Provokationen und versteckte Fouls erstaunlich konsequent durchgehen.
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Coole Franzosen - verunsicherte Deutsche
Ein Deja-vu also, zumal Frankreichs Offensive wie auch die deutsche lange Zeit stotterte: Der erste Ball aufs gegnerische Tor ließ ganze 55 Minuten auf sich warten.
Doch das war es – aus deutscher Sicht leider – auch schon mit den Gemeinsamkeiten. Am Ende siegte Frankreich 1:0. Und das zwar glanzlos, aber mit Qualitäten, die das Nagelsmann-Team gleich auf mehreren Ebenen vermissen ließ.
Unterschied eins: Frankreich ließ sich von Paraguay nie beeindrucken. Trotz vieler Nickligkeiten behielt die "Equipe Tricolore" die ganze Zeit über die Kontrolle – sowohl über das Spiel als auch über die eigenen Emotionen. Mbappe sprach nach dem Spiel davon, dass sich das Star-Ensemble "die Hände schmutzig gemacht" habe. Deschamps lobte, sein Team habe getan, "was getan werden musste".
Die brutale Gangart der Paraguayer insbesondere in der Nachspielzeit offenbarte, wie frustriert die "Albirroja" von Frankreichs Coolness war.
Beim DFB-Team sorgten derweil sowohl das frühe Gegentor als auch das bis ins Elfmeterschießen erfolglose Anrennen zunehmend für Verunsicherung, die im Wegducken einiger Routiniers beim Elfmeterschießen gipfelte.
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Frankreich vertraut auf seine Stärken
Ein weiterer Unterschied: Die Franzosen blieben bei den wenigen Herausforderungen defensiv immer auf der Höhe.
Befand sich die deutsche Verteidigung beim Gegentor kollektiv im Tiefschlaf, verteidigten Dayot Upamecano & Co. die spärlichen paraguayischen Angriffsversuche bis in die zehnte Minute der Nachspielzeit sauber weg. Zum dritten Mal hielten "Les Bleus" bei dieser WM die Null.
Unterschied drei: Nagelsmanns taktische Antwort auf Paraguays Beton. Er ließ das deutsche Team zunehmend Flanken schlagen. Über 50 davon segelten durch Paraguays Strafraum.
Frankreich vertraute derweil weiter auf die Qualität seiner quirligen Offensivspieler. Mit Desire Doue kam ein weiterer Dribbler, der das Spiel belebte und mit einem mutigen Alleingang den letztlich entscheidenden Elfmeter herausholte.
Für DFB-Team Endstation, für Frankreich bestandener Charaktertest
Bei dem zeigte sich gleich der vierte Unterschied: Kylian Mbappe ließ im Gegensatz zum deutschen Team vom Elfmeterpunkt nichts anbrennen und erzielte das entscheidende Tor.
So bleibt nach zwei ähnlichen Spielen eine bittere Wahrheit: Paraguay kann Favoriten ins Chaos stürzen – aber nicht jeder Favorit lässt es zu. Gegen Paraguays Beton reichte es für Deutschland zum K.o., für Frankreich zum Charaktertest mit Happy End.
Oder kurz und schmerzlos: Dieses Deja-vu zeigt, was Frankreich Deutschland alles voraushat.
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