- Anzeige -

Leichtathletik

Owen Ansah beschuldigt Doping-Fahnder der NADA schwer - lange Sperre droht

Aktualisiert:

von ran.de

ran Olympia

Dessous statt Olympia: Leichtathletik-Star läuft für Victoria's Secret

Videoclip • 01:12 Min


Der Dopingfall von Sprinter Owen Ansah wird immer brisanter. Aussagen des Sportlers und Reaktionen der NADA ergeben ein pikantes Bild.

Sprint-Europameister Owen Ansah sieht sich mit schweren Vorwürfen der Nationalen Anti-Doping-Agentur (NADA) konfrontiert. Dem Goldmedaillen-Gewinner über 200 Meter und Bronze-Medaillen-Gewinner über 100 Meter droht eine vierjährige Sperre.

Der deutsche Top-Athlet soll am 9. Juli gegen Artikel 2.3 des Nationalen Anti-Doping-Codes verstoßen haben. Dieser bezieht sich auf "Weigerung oder Unterlassen, sich einer Probenahme zu unterziehen".

Dieses Vergehen kann durch die NADA wie ein positiver Test bewertet werden, die Organisation schlug deshalb als Strafe bereits eine Sperre über vier Jahre vor.

Ansah, der die Vorwürfe klar bestreitet, legte allerdings Einspruch ein und so geht der Fall nun vor das deutsche Sportschiedsgericht.

Aktuelle Sport-Streams auf Joyn:

  • Bald verfügbar

    Heute, 18:30 Uhr • Fussball

    Sportschau live im Stream

    Verfügbar auf Joyn

    87 Min

    Bald verfügbar

    Heute, 18:30 Uhr • Fussball

    Sportschau live im Stream

    Verfügbar auf Joyn

    87 Min


- Anzeige -
- Anzeige -

Ansah mit genauen Schilderungen: Vor Kontrolle auf Toilette gewesen

Gut eine Woche nach der Europameisterschaft hat die "Süddeutsche Zeitung" (SZ) nun Recherchen zum Fall veröffentlicht - und diese ergeben ein durchaus pikantes Bild.

So wird deutlich, warum Ansah und sein Anwalt Rainer Tarek Cherkeh darauf bestehen, dass der 25-Jährige gar keinen Dopingtest verweigert habe. Stattdessen erheben sie schwere Vorwürfe, speziell gegen den zuständigen Kontrolleur.

Auf 15 Seiten schildert Ansah demnach seine Sicht der Abläufe an jenem 9. Juli. Bekräftigt werden diese von "Fotos, Zitaten und minutengenauen Schilderungen" - und Ansahs Freundin, die beim Besuch des NADA-Kontrolleurs anwesend war.

Da Ansah spontan ins Starterfeld für die 100 Meter der Diamond League in Monaco gerückt war, habe er an dem Tag von Frankfurt nach Nizza fliegen wollen. Rund zwei Stunden vor Abflug sei er in seiner Wohnung bei Mannheim noch einmal auf die Toilette gegangen.

Als dann der Kontrolleur vor der Tür gestanden und um eine Probe gebeten habe, habe er diesem gesagt, "dass ich gerade auf der Toilette war, weil wir gerade loswollten Richtung Flughafen, und es jetzt schwierig wird, gleich wieder aufs Klo zu gehen".

Ansah und die Dopingkontrolle: Unterschrift auf einem leeren Meldeblatt?

Der Kontrolleur habe ein Foto der Bordkarte gemacht und ihm viel Erfolg gewünscht. Doch während Ansah mit seiner Freundin auf dem Weg zum Flughafen gewesen sei, habe der Kontrolleur nochmal angerufen und ihn gewarnt: Der Athlet müsse eine Unterschrift leisten, sonst würden ihm Konsequenzen drohen.

Also seien Ansah und seine Freundin umgekehrt und er habe dem Kontrolleur eine Unterschrift auf einem Vordruck geleistet. Damit das Papier nicht wegwehen konnte, habe es unter einer schwarzen Mappe geklemmt und auf einer Briefkastenablage gelegen. Auf dem Schriftstück will Ansah nur seinen vorausgefüllten Namen sowie ein Kreuz gesehen haben. Letzteres markierte die Stelle, an der er unterschreiben sollte.

Als Ansah eine Woche darauf ein Schreiben von der NADA erhalten habe, sei dieses Meldeblatt dem Schreiben beigefügt gewesen - allerdings komplett ausgefüllt. Weiter habe es geheißen, der Kontrolleur habe Ansah darüber aufgeklärt, dass sein Verhalten einen Verstoß gegen die Anti-Doping-Bestimmungen darstelle, der mit einer vierjährigen Strafe geahndet werden könne.

Außerdem sei zu lesen gewesen: "Der Athlet Owen Ansah zeigte Verständnis dafür, unterschrieb das Verweigerungsschreiben und entfernte sich anschließend zum Auto für die Fahrt nach Frankfurt." Dies alles bestreitet der 25-Jährige und betont: "Ich bin doch nicht wahnsinnig."

Neueste Mehrsport-Videos


Ansah will Infokasten auf Meldeblatt bei Unterschrift nicht gesehen haben

Besonders interessant ist ein schwarzer Infokasten auf dem von Ansah signierten Meldeblatt. In diesem wird aufgeklärt, wann ein Verstoß gegen die Anti-Doping-Bestimmungen vorliegt.

Diesen Kasten will der Sprinter bei seiner Unterschrift jedoch nicht erkannt haben. Denn das Meldeblatt sei hinter anderen Blättern abgeheftet gewesen, die der Kontrolleur angehoben und so hinter das Brett umgeschlagen habe, dass eine Art Papierrolle am Kopf des Klemmbretts entstanden sei. Der Kasten auf dem Meldeblatt sei dadurch abgedeckt worden.

Die NADA bestreitet ihrerseits laut dem Bericht im Sanktionsbescheid nicht, dass erst nach Ansahs Unterschrift "handschriftliche Ergänzungen" auf das Meldeblatt eingefügt wurden. Allerdings behauptet sie, dass diese Ergänzungen für die "Darstellung der Konsequenzen im aufgedruckten Hinweiskasten nicht erheblich sind".

Auf "SZ"-Nachfrage wollten sich weder NADA noch Kontrolleur zu dem laufenden Verfahren äußern. Ansah und seine Freundin schreiben dagegen demnach in ihren Stellungnahmen, sie seien "jederzeit bereit", ihre Aussagen in etwaigen Verfahren "eidesstattlich zu versichern". Folglich müssten sie mit einer Haftstrafe rechnen, sollten sich ihre Angaben als falsch erweisen.

In dem Fall, der Ansahs EM-Erfolge überschattet, bleiben also viele Fragen offen. Auch jene, inwiefern die Dopingkontrolle vom 9. Juli dem Protokoll gefolgt ist.

- Anzeige -
- Anzeige -

Dir gefallen ran-News?

Weitere Sport-News