Davis Cup
Davis Cup: Alexander Zverev unterstreicht mit Zusage enge Bindung zu Deutschland - ein Kommentar
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von Chris Lugertran Mehr Sport
US Open: Zverev feiert seinen Triumph in New Yorker Nachtclub
Videoclip • 01:07 Min
Alexander Zverev tritt nur eine Woche nach seinem Triumph bei den US Open im Davis Cup an. Dass er damit sogar gegen den Rat seines eigenen Teams handelt, unterstreicht seine enge Bindung zu Deutschland. Ein Kommentar.
Er hätte es nicht machen müssen. Jeder, oder zumindest fast jeder, hätte Verständnis gehabt, wenn Alexander Zverev dem deutschen Davis-Cup-Team für das Qualifikationsspiel gegen Kroatien am Wochenende abgesagt hätte.
Schließlich steigt es nur eine Woche nach Zverevs US-Open-Triumph.
Das letzte Grand-Slam-Turnier des Jahres war kräftezehrend und auch mental extrem belastend. Eine Pause wäre die logische Konsequenz gewesen. Sich erholen und auch die anstehenden Turniere konzentrieren. Schließlich hat Zverev in diesem Jahr bereits ein gewaltiges Pensum in den Knochen.
Doch der Hamburger hatte es versprochen. Und der 29-Jährige hält, was er verspricht. Sogar gegen den Rat seines Teams. Nach dem Finale in New York hatte er erklärt, dass sein Umfeld ihm von einer Davis-Cup-Teilnahme abrate. Doch Zverev identifiziert sich mit dieser Mannschaft. Und wird deshalb in Halle/Westfalen aufschlagen.
"Wir freuen uns sehr, dass Alexander trotz der großen körperlichen Belastung nach dieser außergewöhnlichen Grand-Slam-Saison und seinem US-Open-Triumph zu unserem Heimspiel nach Halle kommt", sagte Deutschlands Davis-Cup-Kapitän Michael Kohlmann: "Das ist ein tolles Zeichen für unsere Mannschaft und die deutschen Tennisfans."
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Davis Cup: Zverev repräsentiert das gesamte deutsche Tennis
Tatsächlich sollte nun auch der letzte Tennisfan in Deutschland erkannt haben, dass Zverev nicht nur sein Ding macht. Sondern stets auch als Repräsentant des gesamten deutschen Tennissports auftritt. Das war auch bei seinem Olympiasieg in Tokio so, und auch den Davis Cup spielt er, so oft es geht.
Genau diese Verbundenheit zum restlichen deutschen Tennis oder gar zum Land selbst wurde ihm von Kritikern immer wieder abgesprochen. Zverev haftete das Image des arroganten Schnösels an, mit dem sich niemand identifizieren kann. Dass er in Monaco wohnt, verfestigte diese Meinung.
Doch dieses Bild hat sich längst gewandelt. Es sind Entscheidungen wie sein Bekenntnis zum Davis-Cup-Team, die ihn zu einem Teil der Gemeinschaft werden lassen und ihn nicht mehr als einen über allen schwebenden Sonderling darstellen.
Natürlich kann Zverev mit dem Davis Cup auch eigene sportliche Ziele verfolgen. Er würde sich unsterblich machen, sollte er das Team tatsächlich einmal zum Sieg im prestigeträchtigen Mannschaftswettbewerb führen. Doch er könnte es sich einfach machen und warten, bis das Finalturnier erreicht ist. Andere machen die Drecksarbeit, er setzt sich ins gemachte Nest.
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Davis Cup: Zverev verdient großen Respekt
Doch Zverev will selbst mit anpacken und dazu beitragen, dass das Ticket für die Finals (24. bis 29. November) in Bologna gelöst wird. Auch das unterstreicht, dass er sich nicht als etwas Besonderes sieht. Obwohl er gerade im deutschen Team eine besondere Ausnahmestellung einnimmt.
Steckt Kalkül dahinter? Will sich Zverev in Deutschland einfach nur beliebt machen? Wohl kaum. Das hat Zverev weder nötig, noch ist er als jemand bekannt, der anderen gefallen will. Wenn er für den DTB spielt, dann macht er das aus tiefstem Herzen.
Zverev mag auch weiterhin nicht alle Fans hinter sich vereint haben. Aber zumindest Respekt sollte ihm jeder entgegenbringen. Nicht nur aufgrund seiner sportlichen Leistungen. Sondern auch, weil er seine Verbundenheit mit Deutschland kaum noch deutlicher herausstellen kann.
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