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US Open - Influencer sorgen für Match-Unterbrechung: "Kein persönliches Content-Studio"

Aktualisiert:

von ran.de

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US Open: Sabalenka legt sich mit Reporter an - "Ihr seid ein Witz"

Videoclip • 01:24 Min


Bei den US Open sorgt eine Gruppe von Influencern für Ärger im Arthur Ashe Stadium. Das Erstrundenspiel von Naomi Osaka wird sogar unterbrochen, weil eine Loge ein regelrechtes Fotoshooting veranstaltet.

Die US Open haben ein ernsthaftes Influencer-Problem.

Am Montagabend musste Schiedsrichter Kader Nouni die Erstrundenpartie zwischen Naomi Osaka und Anastasia Zakharova im Arthur Ashe Stadium unterbrechen, weil eine Gruppe von Influencern in einer Hospitality-Loge direkt hinter dem Stuhl des Schiedsrichters mitten im Ballwechsel für Unruhe sorgte.

Die Gruppe posierte mit einem tragbaren Ringlicht für Fotos und Videos, während nur wenige Meter weiter unten auf dem Platz gespielt wurde.

Nouni sah sich gezwungen, das Match bei Einstand im vierten Spiel des zweiten Satzes zu stoppen und die betroffene Loge direkt anzusprechen.

"Leute, bitte, in der Loge hinter mir, nehmt bitte Platz." Laut Berichten wurde zusätzlich Sicherheitspersonal zu der Loge geschickt, um die Situation zu beruhigen. Die Unterbrechung soll Osaka spürbar aus ihrem Rhythmus gebracht haben. Die Japanerin gewann die Partie gegen die auf Rang 101 der Weltrangliste geführte Zakharova am Ende dennoch nach zwei Sätzen mit 7:6 und 7:6.

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US Open: Unterschiedliche Meinungen bei Tennis-Stars zu Influencern

"Es ist echt hart, solche Videos zu sehen, wenn die Leute Fotos machen und Selfie-Lichter benutzen", sagte etwa Jessica Pegula. "Die Leute versuchen da unten aufzutreten, es ist ihr Beruf, ihr Job. Das wirkt irgendwie respektlos. Ich finde, es ist dieses Jahr etwas übertrieben geworden."

Eine andere Meinung zu Influencern beim Tennis hat hingegen die Deutsche Eva Lys: "Ich bin ein großer Fan von jeglichen Arten an Marketing, die mehr Fans im Frauentennis beisteuern." Die 24-Jährige lobte vielmehr das Vorgehen der US-Open-Verantwortlichen: "Sie sind die ersten, die so richtig mit Influencern mitziehen, ohne die wird es schwer."

In den sozialen Netzwerken hagelte es dagegen für das Fehlverhalten beim Osaka-Match scharfe Kritik. Auch die Content-Creatorin und Sportmoderatorin Emily Austin, die sich selbst als Influencerin bezeichnet, positionierte sich klar gegen die Aktion der Gruppe.

Die US Open seien "kein persönliches Content-Studio", schrieb sie bei "X". Tennis-Fans monierten zudem, dass die klassische Stadion-Etikette - während eines Ballwechsels weder aufzustehen noch zu sprechen oder zu filmen - von den betroffenen Zuschauern komplett ignoriert worden sei.

Influencer stören US Open: Fehlende Stadion-Etikette kritisiert

Der Vorfall reiht sich in eine größere Debatte ein, die schon während der Fan Week rund um das Turnier aufkam.

Immer mehr Zuschauer beklagen, dass ihr Feed in den sozialen Medien statt mit Tennis-Highlights mit Outfit-Aufnahmen von Influencern auf dem Gelände geflutet werde.

Parallel dazu sind die Ticketpreise zuletzt deutlich gestiegen, während Stammgäste nach eigenen Angaben zunehmend Schwierigkeiten haben, überhaupt noch Karten zu bekommen.

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US Open sollen zum "Tennis-Disneyland" werden

Die U.S. Tennis Association (USTA) hatte zuletzt auf ein glamouröseres Erlebnis rund um das Turnier gesetzt, unter anderem mit dem populären Cocktail "Honey Deuce" und speziellen Logenplätzen mit bestem Blick. Kritiker sehen darin einen Trend, der die Grand-Slam-Veranstaltung in New York zunehmend in Richtung Fashion-Event mit Ballsport auf Kosten der eigentlichen sportlichen Atmosphäre rücken lasse.

Craig Tiley, Chef des verantwortlichen US-Verbands, kündigte im Vorfeld an, die US Open zum "Tennis-Disneyland" machen zu wollen. "Wir werden zahlreiche Möglichkeiten für Spieler, Kinder und Erwachsene bieten, herzukommen und verschiedenste Erfahrungen zu sammeln", so Tiley weiter. Berichten zufolge sollen allein 15 bis 20 Influencer gezielt Inhalte im Rahmen der neuen Marketingstrategie direkt für die US Open produzieren.

Der frühere US-Open-Champion Daniil Medwedew kann mit der Bezeichnung "Tennis-Disneyland" gar nichts anfangen: "Dieses Wort mag ich nicht. Es ist immer noch ein Sport, in dem wir auf eine Art um unser Leben kämpfen." Die grundsätzliche Idee hinter den Maßnahmen ist für den Russen jedoch nachvollziehen. "Es lässt den Sport wachsen, also denke ich, dass es gut ist."

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