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NFL Preseason: Quarterback-Duell der Browns schon entschieden? Gewinner und Verlierer des 1. Spieltags
Veröffentlicht:
von Leopold GrünwaldNFL
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Wer konnte sich in der ersten Woche der Preseason empfehlen - und wer nicht? Bei den Philadelphia Eagles beeindruckt ein junger Center, während das Quarterback-Duell der Cleveland Browns einen neuen Favoriten hat. Die Gewinner und Verlierer des ersten Spieltags.
Die Preseason der NFL ist in vollem Gange.
Spieler kämpfen um Kaderplätze. Die Teams suchen nach der perfekten Abstimmung für die Regular Season.
Wer überzeugte? Wer muss sich strecken? Die Gewinner und Verlierer des 1. Spieltags.
Gewinner: Anthony Richardson (Indianapolis Colts)
Beim Preseason-Remis der Colts gegen die New England Patriots (13:13) gelangen Richardson 145 Passing Yards bei elf von 14 angekommenen Pässen. Zudem erlief der 24-Jährige mit sechs Versuchen 53 weitere Yards und erreichte einmal die Endzone.
Auch wenn dieser starken Bilanz ein verlorener Fumble und eine Interception gegenüberstanden, konnte der Quarterback endlich wieder einmal sein fraglos großes Talent präsentieren. Zur Nummer eins vor Daniel Jones wird es bei den Colts nicht reichen - dieses Kapitel ist beendet.
Doch nach seinem Auftritt ist es gut möglich, dass sich Richardson auf den Zettel einiger rivalisierender General Manager gespielt hat und in den kommenden Wochen das Telefon wegen eines Trades in Indy klingelt.
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Gewinner: Willie Lampkin (Philadelphia Eagles)
Dass sich ein Offensive Lineman - noch dazu ein Center - auf einer Gewinnerliste wiederfindet, ist ungewöhnlich, aber in Lampkins Fall schlichtweg unvermeidbar.
Schon im vergangenen Jahr war er in der Vorbereitung der Los Angeles Rams mit seinen enormen Block-Fähigkeiten aufgefallen, bevor ihn eine Verletzung ausbremste und er entlassen wurde.
Die Eagles schlugen zu und schon in Week 1 der Preseason zahlte Lampkin das Vertrauen zurück. Bei einem dritten Versuch und 15 Yards gegen die Baltimore Ravens nahm Lampkin Defensive Tackle Broderick Washington nicht nur aus dem Spiel, sondern machte seinen Gegenspieler beinahe lächerlich.
Trotz rund acht Zentimetern Größenunterschied drückte Lampkin den Pass Rusher tief hinter die Line of Scrimmage, bevor er ihn mit einem heftigen Stoß auf den Rücken warf. Head Coach Nick Sirianni zeigte sich beeindruckt.
"Es hat schon während des Trainingslagers Spaß gemacht, ihn zu beobachten. Wir sitzen als Trainer zusammen, sichten das Videomaterial und sagen immer wieder: 'Mann, Willie hat es schon wieder getan'", grinste Sirianni - keine Aussage, die man nur über einen Ergänzungsspieler trifft.
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Gewinner: Deshaun Watson (Cleveland Browns)
Es gibt nur wenige Spieler, die in vergangenen Jahren einen ebenso plötzlichen wie krassen Absturz hingelegt haben wie Deshaun Watson. Gegen die Chicago Bears sorgte der Quarterback aber erstmals seit langem wieder für positive Schlagzeilen.
Der 30-Jährige stand für die einzigen zwei Scoring Drives der Browns bei der 10:34-Niederlage auf dem Feld, zeigte mit elf von 15 angekommenen Versuchen für 126 Yards eine mindestens solide Pass-Performance und brachte Head Coach Todd Monken ins Schwärmen, der den Auftritt als "beeindruckend" lobte.
Im Rennen mit Shedeur Sanders um den Job als Starter in Cleveland dürfte er die Nase vorn haben, zumal Sanders seinerseits alles andere als fehlerfrei agierte.
Gewinner: Marlin Klein (Houston Texans)
Der deutsche Tight End konnte gegen die Los Angeles Chargers (7:27) beweisen, warum die Texans ihn in der zweiten Runde gedraftet haben. Sein einziges Anspiel von Quarterback Davis Mills fing Klein in der Mitte des Felds für 31 Yards.
Nach dem Spiel bekam der Rookie für seinen Auftritt ein Sonderlob von Head Coach DeMeco Ryans: "Ich fand, dass er heute wirklich geglänzt hat. Jeder hat den Pass gesehen, den er gefangen hat. Genau darin sehe ich seine Stärke für unsere Offensive: er kann uns neue Möglichkeiten eröffnen. Es ist schwer, ihn zu decken. Er hat definitiv auch die Schnelligkeit, um seinen Gegenspielern davonzulaufen."
Gewinner: Camden Brown (Dallas Cowboys)
Ihren 17:7-Sieg gegen die Seattle Seahawks hatten die Cowboys zu großen Teilen Camden Brown zu verdanken. Der Rookie glänzte mit drei Catches für 62 Yards und zwei Touchdowns, wobei er bei beiden Fängen in der Endzone eng gedeckt wurde.
Wenn der ungedraftete Free Agent, der schon im Trainingslager der Texaner überzeugt hatte, so weitermacht, hat er gute Karten, als dritter Receiver hinter dem Top-Duo CeeDee Lamb und George Pickens in die Saison zu gehen.
Gewinner: Antwaan Randle El (Chicago Bears)
Als Profi war der Receiver Antwaan Randle El immer wieder als Quarterback in Trick-Spielzüge involviert. Mittlerweile arbeitet der 46-Jährige im Trainerstab der Chicago Bears mit den Receivern und als Assistant Head Coach.
In der zweiten Hälfte des Preseason-Duells zwischen Chicago und den Cleveland Browns übernahm Randle El das Playcalling von Head Coach Ben Johnson und sorgte prompt für eine Offensiv-Explosion der Bears, die sich von 10:10 zur Halbzeit auf 34:10 bis zum Ende der Partie absetzten.
Ob Johnson die Auswahl der Spielzüge jetzt komplett abgibt?
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Verlierer: Orlando Brown Jr. (Cincinnati Bengals)
In den vergangenen Jahren war es eher eine Seltenheit, dass die Bengals ihre Starter in der Preseason einsetzten. Das ist dieses Jahr anders - zum Leidwesen von Brown, der gegen die Detroit Lions einen schlechten Tag erwischte.
Bei einem Pass von Quarterback Joe Burrow lief Detroits Linebacker Eric O'Neill mehr oder weniger ungeblockt an Brown vorbei und verpasste einen Blindside-Sack nur deswegen, weil Burrow den Ball schnell losgeworden war.
Es war nicht die einzige Szene, in der Brown nicht auf der Höhe wirkte, auch wenn Head Coach Zac Taylor seinen Starter in Schutz nahm: "Ich glaube, jedes Mal, wenn Joe getroffen wird, überlegen sich all diese Jungs, was sie besser machen können. Und das tun wir alle. Keiner von uns möchte in dieser Situation sein."
Verlierer: Jalen Milroe (Seattle Seahawks)
Dass für Milroe in Seattle kein Vorbeikommen an Sam Darnold möglich sein würde, war bereits klar. Doch nach einem blassen Auftritt gegen die Cowboys stellt sich mittlerweile beinahe die Frage, ob Milroe überhaupt eine Zukunft beim amtierenden Super-Bowl-Champion hat.
Bei der 7:17-Niederlage brachte der Quarterback fünf von acht Pässen für magere 36 Yards an den Mann und erlaubte sich einen Fumble, der zwar nicht verloren ging, aber nicht zu einem positiven Gesamteindruck beitrug. Die durchaus erfreulichen 36 Rushing Yards bei fünf Versuchen gingen so beinahe unter.
Head Coach Mike Macdonald deutete nach der Partie an, dass es dem Quarterback an Selbstvertrauen mangelt. "Ich glaube, das Ganze braucht einfach - lasst uns einfach noch einen Schritt machen. Lasst uns ihn ermutigen, richtig Gas zu geben. Ich finde, eine der großartigen Sachen von Jalen war, dass er die Spielzüge mit seinen Beinen verlängert hat - etwas, worauf wir bei ihm besonderen Wert gelegt haben."
Verlierer: Jamal Adams (Minnesota Vikings)
Es ist nicht die feine englische Art jemanden, der sich verletzt hat, als Verlierer zu bezeichnen, aber im Fall von Adams geht es nicht anders. In den jüngsten vier Jahren absolvierte der ehemalige All-Pro verletzungsbedingt nur einmal eine zweistellige Anzahl an Spielen.
Als Las Vegas Raider konnte Adams in der vergangenen Saison immerhin in allen 17 Spielen auf dem Platz stehen, schaffte es allerdings nur noch sporadisch in die Anfangsformation und musste zwischenzeitlich sogar als Linebacker aushelfen.
In Minnesota sollte ihm nun der Neustart gelingen, doch damit scheint es schon nach dem ersten Preseason-Spiel der Vikings vorbei. Im zweiten Viertel stolperte der Verteidiger im Laufduell mit Receiver Calvin Austin von den New York Giants, blieb am Boden liegen und musste schließlich vom Feld gefahren werden.
"Die ersten Untersuchungen sehen nicht gut aus", gab Head Coach Kevin O'Connell im Anschluss an, wollte allerdings keine Diagnose verkünden. Es bleibt zu hoffen, dass Adams wenigstens im weiteren Saisonverlauf wieder ins Geschehen eingreifen kann.
Verlierer: Shedeur Sanders (Cleveland Browns)
Des einen Freud ist des anderen Leid: Während Deshaun Watson sich gegen die Chicago Bears mit einem soliden Auftritt im Rennen um die Rolle als Starter der Browns in Stellung bringen konnte, hielt Sanders dem Druck nicht stand.
Der Quarterback brachte nur sechs von elf Pässen für 79 Yards an den Mann, leistete sich zudem eine Interception und einen Fumble. Zwar zeigte Sanders einige gute Ansätze, doch er wird mehr brauchen, wenn er tatsächlich als Starter in die neue Saison gehen möchte.
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