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Super Bowl Hangover: Die Gründe für den Fehlstart der New England Patriots

Veröffentlicht:

von ran.de

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NFL: "MAYE-DAY" - Fans im Netz grillen Patriots-Quarterback

Videoclip • 02:28 Min


Die New England Patriots stecken nur sieben Monate nach der Super-Bowl-Euphorie überraschend tief in der Formkrise. Oder war das etwa absehbar?

Nur ein Sieg aus drei Spielen, haarsträubende Fehler von Tom-Brady-Erbe Drake Maye und ein ratloser Cheftrainer Mike Vrabel – es fällt aktuell nicht schwer, Gründe für die schlechte Laune in New England zu finden.

Die wahren Ursachen für den Katastrophenstart des Super-Bowl-Verlierers der vergangenen Saison liegen tiefer. Eine Analyse.

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1. Über den eigenen Verhältnissen gespielt

Oder überspitzt formuliert: von Gegnern schlicht nicht gefordert worden. Das könnte man über die Patriots von 2025 sagen. New England marschierte durch die Saison, als hätten sie in Foxborough Prime Tom Brady und Prime Bill Belichick wiederentdeckt.

Bei der Konkurrenz machte sich spätestens Mitte November 2025 die Angst breit: Die Patriots werden doch nicht kurz nach dem Ende der Brady-Belichick-Rekordmeister-Ära direkt das nächste Erfolgsduo gefunden haben?

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Fairerweise muss man sagen: Auch Brady und Belichick spielten zweimal pro Jahr gegen chronisch schlechte Dolphins und Jets. Aber als Dauergewinner der AFC East trafen sie wenigstens öfter auf Spitzenteams aus den anderen Divisionen.

Maye und Vrabel profitierten hingegen von einer schwachen Saison 2024 und trafen deshalb vergangene Saison öfter auf Gegner, die näher am First-Overall Pick im NFL Draft als am Super-Bowl-Einzug waren.

Während die Patriots ohne Zweifel 2025 den nächsten Entwicklungsschritt machten, so wurde ihr Aufwärtstrend doch vom drittleichtesten Spielplan der NFL-Geschichte begünstigt. New England spielte nur drei Spiele gegen Teams mit einer positiven Bilanz – und verlor zwei davon. 2026 warten härtere Gegner.

2. Zu viel Last auf Drake Mayes Schultern

Vergangene Saison knapp am MVP-Titel der NFL vorbeigeschrammt, hat Drake Maye einen Saisonstart zum Vergessen abgeliefert, der an die dunkelsten Zeiten von Mac Jones und Bailey Zappe in New England erinnert. Im Mittelpunkt: Fahrlässigkeit.

Im Schnitt platziert der Mann, der vor einem Jahr noch effiziente 31 Touchdowns bei nur acht Interceptions geworfen hatte, zwei Pässe pro Spiel in den Armen seiner Gegner.

Statistiken sind das eine. Was mehr beunruhigt, ist die Dichte an schlechten Entscheidungen, die Maye unter Druck trifft. Und die Ratlosigkeit danach. Maye sollte in seinem dritten Jahr cleverer sein, aber stattdessen wirft er Pässe in Doppeldeckung und forciert aus schlechter Lage ungeduldige Würfe. Das ist nicht mehr nur Regression nach einem überdurchschnittlichen Jahr 2025. Das ist ein Rückschritt.

Grund für Mayes Einbruch könnte die fatale Kombination aus der zu großen eigenen Erwartungshaltung, diese Saison noch mehr Verantwortung zu übernehmen, und der fehlenden Hilfe in der Offense sein. Der Quarterback will ja, aber ohne Hilfe kann er nicht.

Beim 6:35-Debakel gegen die Jacksonville Jaguars am dritten Spieltag bekam er weder vom Laufspiel noch von seiner Defense Unterstützung. Sein wichtigster Receiver, A.J. Brown, ist verletzt. Und sein Trainer wirkte nach dem Spiel ratlos und alarmiert.

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3. Mike Vrabel: Der Coach hat Unruhe reingebracht

Vom NFL-Trainer des Jahres zur Negativschlagzeile der Offseason hat es Mike Vrabel in weniger als zwei Monaten geschafft. Die Verantwortlichen in New England würden widersprechen, aber der Skandal um Vrabels aufgeflogene Affäre mit NFL-Insiderin Dianna Russini hat dem Team geschadet und mit jeder weiteren Niederlage gehen ihnen die Argumente aus.

Spieler und Trainer können Boulevardthemen in der Regel gut ausblenden, solange sie nicht ihren Job betreffen. Aber genau so kam es. Eindrücklichstes Beispiel: Als die Patriots am dritten Tag des NFL Draft über die Zukunft ihres Teams entschieden, war Vrabel nicht anwesend. Der Grund: Eheberatung.

Der Trainer, der vor einem Jahr noch nahezu alle Antworten hatte, hat nun keine mehr. Dabei gibt es so viele Fragen: Wie reparieren die Patriots ihr Laufspiel zur Entlastung von Drake Maye? Wie finden sie einen Weg, den gegnerischen Quarterback unter Druck zu setzen? Und wie soll das ausgerechnet gegen die bislang so stark aufspielenden Buffalo Bills gelingen?

Die Saison hat gerade erst begonnen, aber eine Niederlage am Sonntag könnte bereits ihr Ende einläuten. Drei Siege Rückstand auf die Bills im Kampf um die Playoff-Qualifikation wären ein zu großes Handicap beim toughen Spielplan der Patriots und bei der Vielzahl an Baustellen.

Der Super-Bowl-Kater hat New England fest im Griff.

Einziger Mutmacher: Auch 2025 stolperten die Patriots mit zwei Niederlagen und einem Sieg in die Saison – und gewannen anschließend 13 von 14 Spielen.

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