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NFL - Los Angeles Chargers mit Horror-Start: Ist die Saison schon gelaufen?
Veröffentlicht:
von Gianluca FraccalvieriNFL
NFL - Raiders at Chargers: Kirk Cousins best Plays
Videoclip • 02:14 Min
Die Los Angeles Chargers sind katastrophal in die Saison gestartet und müssen nach nur zwei Spielen bereits unerwartet früh um die Playoffs bangen. Die Gründe für die Misere sind vielfältig.
Nach zwei 11-6-Saisons und den ersten aufeinanderfolgenden Playoffs nach 17 Jahren wollten die Los Angeles Chargers in diesem Jahr eigentlich den nächsten Schritt in Richtung Super Bowl machen.
Ex-Dolphins-Coach Mike McDaniel, der im Sommer als neuer Offensive Coordinator in die Stadt der Engel kam, sollte Justin Herbert vollends entfesseln und ihn zum "besten Quarterback aller Zeiten" machen - woran zumindest sein Head Coach Jim Harbaugh glaubt. Eine ordentliche Offseason trug ihren Teil zu den hohen Erwartungen bei.
Dass das Auftaktprogramm knüppelhart werden würde, war jedoch von Anfang an klar. Wenn man das Momentum aus den eigentlich Pflichtsiegen gegen die Arizona Cardinals und Las Vegas Raiders zum Saisonbeginn mitnehmen würde, könnte man vielleicht auch eine Chance gegen die Top-Teams in den Folgewochen haben - dachten sich gewiss viele Fans und womöglich auch der ein oder andere Entscheidungsträger.
Nun ist die Saison aber nur zwei Wochen alt und auf einmal ist die große Euphorie nach dem 0-2-Start existenzieller Angst gewichen.
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Los Angeles Chargers: Horror-Programm droht
Dass der Start eine Katastrophe war, ist dabei nämlich noch untertrieben. Die Chargers sind erst das zweite Team in der Geschichte der NFL, das zwei Heimspiele zum Saisonauftakt zweistellig gegen Teams verloren hat, die in der Vorsaison weniger als 20 Prozent ihrer Spiele gewinnen konnten.
Das andere Team? Die Racine Tornados in der Saison 1926, die danach nur noch ein Spiel absolvierten, bevor die Franchise aufgelöst wurde!
So weit wird es im Fall der Chargers zwar nicht kommen, die Niederlagen gegen die Raiders und Cardinals, die 2026 wohl erneut eher um einen guten Pick im kommenden Draft statt um den Super Bowl kämpfen werden (auch wenn die Raiders mit zwei Siegen optimal in die Saison starteten), sind aber dennoch besorgniserregend.
Ein 0-2-Start ist für kein NFL-Team optimal, die Ausmaße werden aber erst beim Blick auf die kommenden sieben Gegner klar, wenn sich die Top-Gegner gegenseitig die Türklinke in die Hand geben: @ Buffalo Bills, @ Seattle Seahawks, vs. Denver Broncos, @ Kansas City Chiefs, @ Los Angeles Rams, vs. Houston Texans, @ Baltimore Ravens
Sechs dieser sieben Teams standen in der Vorsaison in den Playoffs, dazu kommen die Chiefs, die mit Rekordmann Kenneth Walker III für Furore sorgen.
Man muss kein Pessimist sein, um zu denken, dass die Chargers schon gut dran wären, würden sie drei dieser sieben Duelle gewinnen. Auch eine Bilanz von 2-7 oder 1-8 nach dem Ravens-Spiel Mitte November scheint nicht völlig aus der Luft gegriffen zu sein - oder sogar der Super-GAU mit 0-9?
Es war schließlich kein Pech, dass die Charges in diese missliche Lage gebracht hat, sondern schlichtweg Unvermögen.
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McDaniel bei den Chargers: Kann das funktionieren?
Schon in der Preseason zeigte sich, dass das neue Offensive-System von McDaniel noch überhaupt nicht fruchtet. Der 43-Jährige lässt eine Shanahan-ähnliche Offense spielen, die viel auf Motion, Pre-Snap-Shifts und schnelle, akkurate Pässe setzt. Dadurch sollen Big Plays entstehen und die Gegner verwirrt werden.
Damit das reibungslos funktioniert, braucht es allerdings perfektes Timing und ein gut eingespieltes Team - was die Chargers aktuell beides nicht haben. Das erkannte auch McDaniel schon selbst, der den Auftakt gegen die Cardinals als "schockierend" bezeichnete.
Das entschuldigt dennoch nicht die beiden Leistungen zum Saisonstart. Ja, den Season Opener gegen einen Underdog kann man mal verlieren, aber so ein Auftritt wie gegen die Raiders ist ein No-Go.
Als Team leisteten sich die Chargers unerklärliche sechs (!) Fumbles und hatten dabei zumeist noch Glück bei der Recovery. Bei ihrem finalen Versuch, das Spiel mit 3:42 auf der Uhr im Schlussviertel doch noch umzubiegen, besiegelte Running Back Omarion Hampton mit einem hanebüchenen Ballverlust dann aber verdienterweise die Niederlage.
Los Angeles Chargers: Was ist mit Justin Herbert los?
Hampton darf dabei aber keinesfalls alleine für die Niederlage verantwortlich gemacht werden, vielmehr war es ein Versagen der gesamten Mannschaft - angefangen bei Aushängeschild Herbert. Der QB, der vor der Saison von den Buchmachern die zweitbeste Quote auf den MVP-Titel hatte (nach Patrick Mahomes), wirkte oft hektisch und frustriert, was sich auf sein Team auszuwirken schien.
Insgesamt nahm der 28-Jährige acht verschiedene Receiver mindestens zweimal ins Visier, nur knapp über die Hälfte seiner Versuche führte aber auch zu einem Catch. Herbert, der lange für seine Genauigkeit bekannt war, warf immer wieder Bälle in Not ohne Präzision in Richtung seiner Targets, was nach einer Interception gegen die Cardinals nun zu zwei weiteren geführt hat (auch wenn man ihm den Fumble/Drop von Tight End David Njoku kaum ankreiden kann).
Anstatt vom neuen System beflügelt zu werden, scheint Herbert mit dem neuen Ansatz überfordert zu sein und tendiert auf einmal dazu, schlechte Entscheidungen zu treffen. Keiner seiner Receiver kam in den bisherigen zwei Spielen über 100 Yards, gegen die Raiders lag der Spitzenwert bei mageren 53 Yards (Tre Harris).
Mit dem regelmäßigen Blitzen der Raiders, wofür McDaniels Schema seit jeher anfällig ist, waren die Chargers dazu als Team augenscheinlich komplett überfordert. Vor allem Star-Tackle Joe Alt wurde von Raiders-Defense-End Maxx Crosby förmlich aufgefressen, der ihm satte vier Strafen anhängte (darunter ein spielentscheidender Safety im Schlussviertel).
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Los Angeles Chargers in Krise: Muss Head Coach Jim Harbaugh gehen?
Am Ende könnte die aktuelle (und drohende) Misere dazu führen, dass Head Coach Jim Harbaugh als einer der ersten Coaches in dieser Saison seinen Trainerstuhl räumen muss. Noch nie in seiner NFL- und College-Karriere startete er eine Saison mit zwei Niederlagen - und Besserung ist bei dem bevorstehenden Mega-Programm kaum in Sicht.
In seinem mittlerweile dritten Jahr in L.A. ist der 62-Jährige immer noch den Beweis schuldig, dass er ein Team wirklich über lange Zeit aufbauen und erfolgreich machen kann, anstatt nur für kurzfristigen Erfolg zu sorgen. Da er selbst weder die Plays in der Offense noch die Defense ansagt, muss er noch mehr als Kulturgeber des Teams dienen, was aber aktuell überhaupt nicht funktioniert.
Harbaugh wird daher in hohem Maße daran gemessen, was für eine Richtung er seinen Coordinatorn vorgibt und wie diese das umsetzen. Neben McDaniel ist das auf der defensiven Seite Chris O'Leary, der zum ersten Mal in einer derartigen Position tätig ist. So etwas kann gutgehen, nach jeweils 26 zugelassenen Punkten gegen die Cardinals und Raiders darf es in diesem Fall aber angezweifelt werden.
Zumal man am Beispiel der Seahawks sehen kann, wie leicht es ein echtes Top-Team gegen die Cardinals in dieser Spielzeit haben kann (31:7), was die Liga der Chargers wahrlich nicht verbessert ...
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