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NFL: Minnesota Vikings trotz historisch schwacher Offense weiter ungeschlagen - so schockt Head Coach Kevin O'Connell die Liga
Aktualisiert:
von Jan HorstkötterNFL
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Die Minnesota Vikings stehen auch nach Woche vier noch immer mit einer makellosen 4:0-Bilanz da. Dabei spielt die Franchise mit einer der schwächsten Offenses der Liga. Wie ist das möglich?
Die Minnesota Vikings stehen auch nach Woche vier noch immer mit einer makellosen 4:0-Bilanz da.
Dabei spielt die Franchise mit einer der schwächsten Offenses der Liga.
Nur ein einziger (!) offensive (!!) Touchdown gelang den "Vikes" in den vergangenen drei (!!!) Spielen.
Das ist verdammt wenig und niemals genug. Sollte man meinen.
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Minnesota Vikings wie Chicago 1923 mit historisch schwacher Offense erfolgreich
Trotz der akuten Offense-Probleme gelang es den Vikings, all Spiele der Saison zu gewinnen. Die Franchise steht mit vier Siegen aus vier Spielen an der Spitze der NFC North. Und das auf beeindruckend unbeeindruckende Art und Weise.
Dass ein Team die ersten vier Spiele gewinnt und dabei gleich mehrere davon ohne eigenen Offensive-Touchdown bestreitet, war in der NFL zuletzt vor über 100 Jahren der Fall. 1923 "gelang" das den Chicago Cardinals. Im Jahr zuvor übrigens auch. Es waren die einzigen beiden aufgezeichneten Fälle bis zur Saison 2026.
"Wir müssen uns unserer Verantwortung stellen, dass es uns oft nicht gelingt, den Ball konsequenter voranzubringen. Und dann darauf aufbauen", sagte Head Coach Kevin O'Connell nach dem Sieg gegen die Miami Dolphins in Woche vier. "Aber ich freue mich darauf, wieder daran zu arbeiten. Ich freue mich, dass wir als Team 4:0 stehen."
Aber wie kann ein Team ohne funktionierende Offense überhaupt so gut dastehen?
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Vikings-Defensive lässt am wenigsten Punkte zu
Die Erklärung liegt eigentlich auf der Hand. Eine NFL-Franchise setzt sich aus drei verschiedenen Teams zusammen. Die Offense ist der vermeintlich imposanteste und wichtigste Teil - auf den ersten Blick.
Nicht weniger wichtig ist allerdings die Defense. Und die ist ein gigantischer Anker des Vikings-Erfolgs. Sowohl gegen den Pass (lediglich drei Passing Touchdowns zugelassen) als auch gegen den Lauf (nur ein Rushing Touchdown) schaffen es die Unit vor allem, das Scoring zu unterbinden.
Lediglich 12,8 Punkte kassiert Minnesota im Schnitt pro Partie. Liga-Bestwert.
Special Team der Vikings von einem anderen Stern
Und dann ist da ja noch der dritte Teil einer Mannschaft, dem oft viel zu wenig Beachtung geschenkt wird: das Special Team.
Sucht man auf den Score-Sheets danach, woher die Vikings-Punkte kommen, wird man schlussendlich hier fündig. Den sieben Punkten aus der Offense in den vergangenen drei Spielen stehen 42 (!) aus dem Special Team gegenüber. Sechsmal mehr, als die Offense in diesem Zeitraum zustande gebracht hat.
Kicker Will Reichard ist bislang perfekt. Nach Woche vier führt er die Liga bei verwandelten Field Goals (12 von 12) und erzielten Punkten (42) an. Auch bei den sechs Extrapunkten liegt er noch immer bei 100 Prozent.
Aber nicht nur das Kicking ist in Minnesotas Special Team hervorragend. Auch im Return Game kann aktuell niemand den Vikings das Wasser reichen. Myles Price ist bislang der einzige Spieler, dem in dieser Saison ein Return-Touchdown gelang.
Defense und Special Team tragen Vikings
Mit durchschnittlich 30,2 Yards bei Kick-Returns und 20,1 Yards bei Punt-Returns liegt die Franchise in beiden Kategorien auf Rang eins der Liga.
Apropos Rang eins: Auch die 874 Punt Yards werden von keiner der anderen 31 Franchises überboten. Kurzum: Die Vikings haben das kompletteste und beste Special Team der Liga - im Moment.
Auch deswegen führt der Erfolg aktuell über diese beiden Team-Einheiten. Wenn zwei Drittel einer Mannschaft auf allerhöchstem Niveau performen, reicht es aktuell aus, wenn ein dritter Mannschaftsteil einen in Positionen bringt, in denen man zumindest irgendwie scoren kann. Zumindest gegen Gegner wie die 0:4 Dolphins und die 0:4 Tampa Bay Buccaneers.
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Minnesota Vikings: Wege finden, Spiele zu gewinnen
Dabei ist der aktuelle Erfolg dennoch kein Zufall. Seit 2022 entwickeln die Vikings eine etwas andere Spielphilosophie - dem Jahr, in dem Coach O'Connell in Minnesota die Zügel übernahm. Damals gelang dem Team bereits ein NFL-Rekord: Die Bilanz der Vikings in engen Spielen mit weniger als sieben Punkten Unterschied: 11:0.
Dies zeigt O'Connells Art, an die Partien heranzugehen: "Wir haben eine Mannschaft gesehen, die immer wieder Wege findet, Footballspiele zu gewinnen", sagte der heute 41-Jährige bereits vor vier Jahren.
Die Saison 2024 weist dabei ähnliche Muster wie die genannte Spielzeit auf. Auch damals starteten die Vikings mit einer Siegesserie - damals sogar 5:0-Bilanz - in die Saison. Auch damals prognostizierte man ihnen wenig Erfolg. Am Ende zogen sie mit einer Bilanz von 14:3 in die Playoffs ein.
Vikings setzen in Trainerstab seit Jahren auf Kontinuität
Und O'Connell fand mit seinem Team damals wie heute Wege, Spiele zu gewinnen. Mit einem zu diesem Zeitpunkt eigentlich schon ausgebooteten Quarterback Sam Darnold, einer starken Defense und einem guten Special Team.
Sein Offensive Coordinator damals wie heute: Wes Phillips.
Sein Defensive Coordinator damals wie heute: Brian Flores.
Sein Special Teams Coordinator damals wie heute: Matt Daniels.
Minnesota Vikings mit besserer Offense ein Super Bowl Contender?
Die Vikings sind eingespielt. Sie haben trotz des aktuell angeschlagenen Superstar-Receivers Justin Jefferson keine Top-Offense, aber einen Trainerstab, der weiß, was er tut. Der Wege findet, diese Spiele zu gewinnen. Und seien es nur so viele Offensive Yards, bis Kicker Reichard zuschlagen kann.
Für den ganz großen Wurf muss das Team trotzdem seine Offense in den Griff bekommen. Vor allem auf der Quarterback-Position, auf der bislang weder Kyler Murray (433 Yards, 1 TD, 2 INTs) noch Carson Wentz (276 Yards, 3 TDs, 0 INTs) in Tritt kommen.
Gelingt das, können Coach O'Connell und Minnesota sogar darüber nachdenken, Wege zu finden, den Super Bowl zu gewinnen.
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