- Anzeige -

NFL

NFL: Philadelphia Eagles hätten Jalen Hurts vor sich selbst schützen müssen - ein Kommentar

Veröffentlicht:

von Mike Stiefelhagen

NFL

Sirianni unter Druck: Reporter grillen Head Coach wegen Hurts

Videoclip • 03:02 Min


Krankenhaus, Blutgerinnsel, trotzdem Football: Der Umgang mit Jalen Hurts wirft unbequeme Fragen auf. Die NFL muss aufhören, grenzenlose Einsatzbereitschaft mit Heldentum zu verwechseln. Ein Kommentar.

Bis in die frühen Morgenstunden im Krankenhaus untersucht werden und anschließend ein NFL-Spiel offenbar ohne Schlaf in der Nacht bestreiten.

Schon dieser Ablauf hätte bei den Philadelphia Eagles Anlass für eine Pause sein müssen. Jalen Hurts spielte trotzdem.

Inzwischen sind eine tiefe Venenthrombose und beidseitige Lungenembolien bestätigt. Seine Saison ist nach Medienberichten voraussichtlich beendet. Die Ärzte erwarten zwar eine vollständige Genesung.

Die entscheidende Frage ist jedoch: Warum stand der Quarterback nach einer solchen Nacht überhaupt auf dem Platz?

Nächste Livestreams auf Joyn

  • Bald verfügbar

    Heute, 20:00 Uhr • American Football

    NFL im Relive: Washington Commanders at San Francisco 49ers

    Verfügbar auf Joyn

    180 Min

    Bald verfügbar

    Heute, 20:00 Uhr • American Football

    NFL im Relive: Washington Commanders at San Francisco 49ers

    Verfügbar auf Joyn

    180 Min

  • Bald verfügbar

    Freitag, 23.10. 06:30 • American Football

    NFL im Relive: New England Patriots at Chicago Bears

    Verfügbar auf Joyn

    150 Min

    Bald verfügbar

    Freitag, 23.10. 06:30 • American Football

    NFL im Relive: New England Patriots at Chicago Bears

    Verfügbar auf Joyn

    150 Min


- Anzeige -
- Anzeige -

Eine Spielfreigabe ersetzt keine Fürsorge

Die Eagles hätten ihn herausnehmen müssen. Hurts brauchte Menschen, die ihm die Entscheidung abnehmen.

Gerade ein Spieler, der sich einsatzfähig fühlt und Verantwortung übernehmen will, muss darauf vertrauen können, dass sein Team auch für ihn Nein sagt, wenn es erforderlich ist.

Die Eagles verweisen jedoch auf ihre Ärzte und Spezialisten in London. Diese hielten den Einsatz mit dem zunächst diagnostizierten oberflächlichen Gerinnsel für vertretbar.

Auch vom "Philadelphia Inquirer" befragte Hämatologen bewerteten wesentliche Teile des Vorgehens als nachvollziehbar. Ein Behandlungsfehler oder eine Verschlimmerung durch das Spiel ist bislang nicht bewiesen.

Sirianni ist kein Arzt, aber trägt auch eine Verantwortung

Eine medizinische Freigabe zwingt einen Trainer allerdings nicht, einen Spieler aufzustellen. Head Coach Nick Sirianni darf sich bei medizinischen Fragen auf Fachleute verlassen.

Die Verantwortung für seine Aufstellung bleibt trotzdem bei ihm. Eine vorsorgliche Pause wäre auch mit Freigabe möglich gewesen.

Genau hier beginnt das Problem dieser Liga: Wie schnell wird aus "Er darf spielen" die Erwartung "Dann spielt er auch"? Wer Härte ständig zur Charakterfrage macht, erschwert es Spielern, ihre Grenzen anzuerkennen. Ein Stadionzimmer zum Nachholen von Schlaf beantwortet noch nicht die Frage, ob ein Einsatz vernünftig war.

Deshalb braucht dieser Fall eine unabhängige Aufarbeitung durch NFL und Spielergewerkschaft. Welche Informationen lagen vor? Wie wurden Erholung und Belastung bewertet? Wer entschied über den Einsatz?

Mehr NFL-Videos


Tua Tagovailoa und Tom Savage sollten Warnung genug sein

Gesundheit als höchste Priorität darf auch in der besten Football-Liga der Welt zu keiner reinen Floskel verkommen. Die Realität sieht jedoch immer wieder anders aus.

Tua Tagovailoa taumelte etwa 2022 nach einem Aufprall mit dem Kopf und stürzte. Trotzdem durfte er gegen Buffalo weiterspielen; die Instabilität wurde einer Rückenverletzung zugeschrieben. Vier Tage später erlitt er gegen Cincinnati eine Gehirnerschütterung und kam ins Krankenhaus. Die spätere Untersuchung ergab: Die vorgeschriebenen Schritte waren eingehalten worden, das Schutzziel wurde dennoch verfehlt.

Tom Savage kehrte 2017 nach einem harten Treffer und einer auffälligen Armhaltung ebenfalls aufs Feld zurück. Die entscheidende Zeitlupe hatten die untersuchenden Ärzte vor ihrer Bewertung nicht gesehen. Erst später wurde er endgültig herausgenommen. Auch hier wurden die Abläufe eingehalten. Und das Ergebnis von NFL und NFLPA als inakzeptabel bewertet.

Beide Fälle führten zu Änderungen der Schutzregeln. Medizinisch sind sie mit Hurts' Erkrankung nicht gleichzusetzen. Sie zeigen aber, wie wenig der Satz "Wir haben alles nach Vorschrift gemacht" wert sein kann, wenn ein Spieler trotzdem unzureichend geschützt wird.

Die NFL muss ihre Spieler auch vor dem eigenen Ehrgeiz schützen. Wer ihren Willen zum Durchhalten feiert, trägt Verantwortung dafür, rechtzeitig eine Grenze zu ziehen.

Ein ausgefallener Quarterback kostet vielleicht ein Spiel. Fehlende Fürsorge kann einen Menschen jedoch weit mehr kosten.

Auch interessant: Eagles gegen Commanders wackelt: TV-Planer im Dilemma Und: Playoff Picture: Chiefs zurück an Spitze, Top-Teams müssen bangen

- Anzeige -
- Anzeige -

Dir gefallen ran-News?

Mehr NFL-News