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NFL Week 6: Gewinner und Verlierer - Hunter historisch, Kicker-Wahnsinn und Familien-Desaster

Aktualisiert:

von Mike Stiefelhagen

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NFL: Die besten Defense Plays der Week 6

Videoclip • 09:14 Min


Travis Hunter glänzt auf beiden Seiten des Balls, Chad Ryland liefert sämtliche Punkte zum Sieg. Ein entlassener General Manager, ein gesperrter Safety und ein TV-Kommentator mit Eisbeutel erleben einen Spieltag zum Vergessen. ran zeigt die Gewinner und Verlierer von Week 6.

Mehrfach musste der letzte Kick entscheiden. In London, Cleveland und Los Angeles fielen die siegbringenden Field Goals jeweils mit auslaufender Uhr.

Für die Indianapolis Colts endete der Spieltag dagegen mit einer Niederlage, die am Montag von der Entlassung ihres General Managers gefolgt wurde.

Zum Abschluss verteidigten die San Francisco 49ers ihren perfekten Saisonstart gegen die Washington Commanders. Dazwischen lagen ein historisches Comeback, eine bemerkenswerte Running-Back-Rotation und ein Selbstversuch in der Kommentatorenkabine, der schmerzhaft endete.

ran zeigt die größten Gewinner und Verlierer des Spieltags.

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Gewinner: Travis Hunter - auf beiden Seiten historisch

Travis Hunter brauchte im Wembley-Stadion nur ein Viertel für zwei außergewöhnliche Auftritte. Erst fing er einen Touchdown-Pass von Trevor Lawrence. Später fing er einen Pass von Houstons Quarterback C. J. Stroud in der eigenen Endzone ab.

Mit seinem Touchdown brachte Hunter die Jacksonville Jaguars im Schlussabschnitt wieder auf drei Punkte heran. Seine Interception verhinderte anschließend weitere Punkte der Texans und hielt die Chance auf die Wende am Leben.

Ein Receiving-Touchdown und eine Interception in derselben Partie: Das war zuletzt Brian Dawkins im Jahr 2002 gelungen. Kurioserweise ebenfalls gegen Houston. Hunter vereint Qualitäten, für die andere Teams zwei Spezialisten beschäftigen.

Jacksonville verlor trotzdem 31:34. Ka’imi Fairbairns Field Goal aus 49 Yards beendete die Partie und die Siegesserie der Jaguars. Hunters historischer Nachmittag bekam damit einen ziemlich bitteren Schlusspunkt.

Gewinner: Chad Ryland - die komplette Punkteabteilung

Sechs Field Goals, kein Fehlversuch, alle 18 Punkte seiner Mannschaft. Chad Ryland hatte beim 18:16 der Arizona Cardinals gegen die Los Angeles Rams reichlich Arbeit. Und erledigte sie außerordentlich hut.

Die Cardinals erreichten fünfmal die Red Zone, schafften aber keinen Touchdown. Während die Offense an der Endzone scheiterte, sammelte Ryland zuverlässig die Punkte. Das reichte lange zur Führung.

Dann drehten die Rams das Spiel mit einem späten Touchdown. Arizona musste noch einmal antworten. Jalen Brooks fing einen Pass über 21 Yards, eine unnötige Härte gegen Josh Wallace brachte weitere 15 Yards.

Ryland trat aus 43 Yards an und traf mit auslaufender Uhr zum Sieg. Arizona steht nach vier Niederlagen in Serie nun bei 2:4. Der Kicker dürfte wenig dagegen haben, wenn die Kollegen beim nächsten Erfolg einen Teil der Punkte übernehmen.

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Gewinner: Kyler Gordon - ein Comeback mit Nachdruck

Neun Monate hatte Kyler Gordon kein NFL-Spiel bestritten. Am Samstag aktivierten ihn die Chicago Bears von der PUP-Liste. Einen Tag später lieferte er gegen die Atlanta Falcons drei Sacks und zwei erzwungene Fumbles.

Zum Vergleich: In seinen bisherigen 45 NFL-Partien hatte der Cornerback insgesamt 2,5 Sacks und zwei Forced Fumbles gesammelt. Gegen Atlanta übertraf er seine bisherige Sackausbeute innerhalb einer Halbzeit.

Als die Falcons beim Stand von 23:31 noch einmal herankommen wollten, schlug Gordon erneut zu. Sein Sack gegen Michael Penix Jr. löste den Ball, Devin Bush sicherte ihn 2:54 Minuten vor dem Ende.

Damit wurde Gordon erst zum zweiten Defensive Back der NFL, der mindestens drei Sacks und zwei Forced Fumbles in einem Spiel verbuchen konnte. Rod Kush hatte das Kunststück 1985 für die Houston Oilers geschafft.

Die lange Pause wegen seiner Wadenverletzung war Gordons Leistung jedenfalls nicht anzumerken.

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Gewinner: Brock Purdy schreibt Geschichte

Brock Purdy brauchte gegen Washington nur fünf Passversuche, um sich für eine besondere Bestenliste zu qualifizieren.

Damit erreichte der Quarterback der San Francisco 49ers die vorgeschriebene Marke von 1.500 Karriere-Passversuchen. Und stieg direkt auf Platz eins ein.

Nach dem Spiel steht sein Karriere-Passer-Rating bei 105,6, dem höchsten Wert aller qualifizierten Quarterbacks in der NFL-Geschichte. Dahinter folgt Lamar Jackson mit 102,7. Der letzte Pick des Drafts 2022 führt damit eine der bekanntesten Quarterback-Statistiken an.

Auch zum 23:17 gegen die Washington Commanders steuerte Purdy eine starke Vorstellung bei: 21 seiner 29 Pässe kamen an, daraus entstanden 264 Yards und ein Touchdown bei keiner Interception. Die 49ers bleiben mit sechs Siegen aus sechs Spielen weiter ungeschlagen.

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Gewinner: Malik Mustapha - zwei Stopps für die perfekte Bilanz

Die Commanders hatten sich beim Monday-Night-Game auf 17:23 herangearbeitet. Rund zwei Minuten vor Schluss standen sie an San Franciscos 17-Yard-Linie. Ein Touchdown hätte die Partie vollständig drehen können.

Malik Mustapha unterband den Angriff aber mit zwei aufeinanderfolgenden Aktionen. Erst stoppte der Safety Running Back Jeremy McNichols. Beim anschließenden vierten Versuch verhinderte er in der Endzone den Catch von Treylon Burks.

George Kittle beschrieb seinen Mitspieler hinterher treffend: "Er ist gebaut wie eine Rakete und schlägt ein wie eine." Gegen Washington zeigte Mustapha zusätzlich, wie wertvoll er in der Passverteidigung sein kann.

Den Sieg sicherten schließlich Romello Height und Keion White mit einem gemeinsamen Sack gegen Commanders-QB Jayden Daniels. Der 56. Erfolg der 49ers bei Monday Night Football ist zudem ein NFL-Rekord.

Verlierer: Chris Ballard - die Geduld ist aufgebraucht

Chris Ballards Amtszeit als General Manager der Indianapolis Colts endete am Montag. Der Klub trennte sich von ihm nach der 20:26-Niederlage gegen die Tennessee Titans. Die hatten zuvor noch kein Saisonspiel gewonnen.

Zur Pause führte Indianapolis noch mit 13:0. Danach verlor Running Back Jonathan Taylor einen Fumble, Quarterback Daniel Jones warf eine Interception und Tennessee verwertete einen geblockten Punt zum Touchdown. Die Colts gaben das Spiel mit einer ganzen Serie schwerer Fehler aus der Hand.

Statt ihre Bilanz auszugleichen, stehen sie nun bei 2:4. Die Titans durften nach fünf Niederlagen erstmals feiern. Für Indianapolis wurde der Nachmittag zum nächsten Rückschlag in einer Saison, die deutlich höhere Erwartungen erfüllen sollte.

Eigentümerin Carlie Irsay-Gordon begründete Ballards Entlassung mit dem Anspruch, um den Super Bowl mitzuspielen. Der Wechsel während der Saison sei bewusst erfolgt. Weiteres Warten hätte die notwendige Arbeit lediglich verzögert.

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Verlierer: C. J. Gardner-Johnson - ein Aussetzer mit Folgen

Die Buffalo Bills gewannen bei den Las Vegas Raiders 33:30. Für C. J. Gardner-Johnson war die Partie trotzdem früh vorbei. Der Safety spuckte kurz vor der Halbzeit in Richtung von Raiders-Tight-End Brock Bowers und wurde des Feldes verwiesen.

Am Montag verhängte die NFL zusätzlich eine Sperre für ein Spiel. Nach Buffalos spielfreier Woche würde Gardner-Johnson damit am 1. November gegen die Baltimore Ravens fehlen. Gegen die Entscheidung kann jedoch Einspruch eingelegt werden.

Head Coach Joe Brady bezeichnete das Verhalten als "unentschuldbar". Gardner-Johnson entschuldigte sich nach der Partie und später erneut öffentlich. Eine zusätzliche teaminterne Strafe kündigte Brady nicht an.

Seine Mitspieler mussten die Folgen bereits während des Spiels auffangen. Damar Hamlin und Rookie Jalon Kilgore übernahmen zusätzliche Aufgaben in der Secondary. Buffalo brachte den knappen Sieg nach Hause, Gardner-Johnson vergrößerte den personellen Aufwand dafür erheblich.

Verlierer: Familie Harbaugh

Vier Running Backs standen bei den New York Giants gegen die New Orleans Saints im aktiven Spieltagskader. Head Coach John Harbaugh wollte herausfinden, wer dem Laufspiel helfen könnte. Cam Skattebo bekam am Ende keinen einzigen Ballkontakt. Laut Harbaugh war das keine bewusste Entscheidung gegen den Running Back. In der ersten Halbzeit hätten die Spieler ihre Einsatzmöglichkeiten erhalten. Während Skattebo auf dem Feld stand, seien allerdings keine Läufe angesagt worden. So lässt sich die Suche nach der heißen Hand natürlich schwer gewinnen.

Der Spielverlauf machte die Planung anschließend noch komplizierter. Nach einer 10:0-Führung kassierten die Giants 34 Punkte in Serie. Dazu kamen vier eigene Ballverluste. Beim Stand von 10:34 ersetzte J. J. McCarthy im Schlussviertel Jameis Winston. Die Aufholjagd endete bei 27:34. Harbaugh blieb damit eine Niederlage, eine offene Quarterback-Frage und eine Running-Back-Rotation, deren Ergebnis er erst einmal erklären musste.

Weiter zum nächsten Harbaugh in der NFL. Die Chargers gehen mit 0:6 in ihre spielfreie Woche. Beim 6:22 gegen die Kansas City Chiefs gelang ihrer Offensive kein einziger Touchdown. Selbst ein First-and-Goal an der gegnerischen Ein-Yard-Linie endete nur mit einem Field Goal. Für Jim Harbaugh werden die Fragen damit unangenehmer. Ob Offensive Coordinator Mike McDaniel nach der Bye Week weiterhin die Spielzüge ansagen werde, wollte der Head Coach nicht zusichern. Die gesamte Offensive werde überprüft.

"Bei 0:6 haben wir nicht das Privileg, irgendetwas auszuschließen", erklärte Harbaugh. Auch eine Verkleinerung des Playbooks gehört zu den Möglichkeiten, die er öffentlich ansprach. Eine bemerkenswerte Verbindung hat Harbaugh zu diesem Fehlstart zudem selbst: Als die Chargers zuletzt im Jahr 2000 mit sechs Niederlagen begannen, gehörte er noch als Quarterback zum Kader. Nun muss er als Trainer verhindern, dass die Saison ähnlich trostlos weitergeht.

Für beide Harbaughs ein gebrauchter Spieltag.

Verlierer: Blake Grupe - ein Treffer, dann ist die Saison vorbei

Blake Grupe sollte das Kickerproblem der Rams lösen. Wenige Tage nach seiner Verpflichtung traf er bei seinem Debüt auch gleich aus 44 Yards. Ein gelungener Anfang - der kaum bitterer hätte enden können.

Beim anschließenden Kickoff versuchte Grupe, Cardinals-Returner Devin Duvernay zu stoppen. Dabei verletzte er sich am Knie. Am Montag bestätigte Head Coach Sean McVay einen Kreuzbandriss und das Saisonaus.

"So habe ich mir meine Zeit in Los Angeles überhaupt nicht vorgestellt", schrieb Grupe anschließend. Er wolle seine Rehabilitation entschlossen angehen und stärker zurückkommen.

Während auf der Gegenseite Chad Ryland alle 18 Punkte der Cardinals erzielte, war Grupes neue Chance schon wieder vorbei. Der Rams-Neuzugang ist der Pechvogel dieses Spieltags.

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Verlierer: Jim Nantz - Theorie wäre angenehmer gewesen

Auch in der Kommentatorenkabine gab es einen schmerzhaften Moment. Jim Nantz wollte während der "CBS"-Übertragung von Bills gegen Raiders demonstrieren, wie sich ein Football mit einem "Peanut Punch" aus dem Griff des Gegners lösen lässt.

J. J. Watt hielt den Ball. Nantz schlug zu und verzog unmittelbar danach das Gesicht. Der praktische Teil der Erklärung hatte offenbar mehr Kraft erfordert, als seiner Hand guttat.

"Mein Handgelenk ist gebrochen", scherzte Nantz anschließend. Das war ein Spruch in der Übertragung, keine bestätigte Verletzungsdiagnose.

Später kommentierte Nantz mit einem Eisbeutel an der Hand weiter. Watt hatte damit sogar ohne Helm und Schulterpolster Anteil an einer der kuriosesten Szenen des Spieltags.

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