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NFL Week 5: Gewinner und Verlierer des Spieltags - Mayes Gala und Washingtons Blackout

Aktualisiert:

von Mike Stiefelhagen

NFL

NFL-Highlights: Bills at Rams

Videoclip • 05:56 Min


Ein Running Back schafft Historisches, ein unerwarteter Helfer rettet den Sieg und gleich mehrere Coaches müssen sich unangenehme Fragen gefallen lassen. Die fünf größten Gewinner und Verlierer der fünften NFL-Woche.

Acht Sekunden können in der NFL eine halbe Ewigkeit sein.

Vorausgesetzt, jemand behält die Uhr im Blick.

Die NFL Week 5 lieferte dafür gleich mehrere Anschauungsbeispiele. In London entstand aus einer beinahe aussichtslosen Lage ein Sieg. In Washington wurde aus einer hervorragenden Ausgangsposition ein ziemlich peinliches Unentschieden.

Dazu kamen ein historisches Touchdown-Doppel, ein erfolgreicher Außenseiter auf der Quarterback-Position und ein Ausraster mit Folgen.

ran zeigt die fünf größten Gewinner und Verlierer des Spieltags.

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Gewinner: Josh Allen und seine Retter

Der Overtime-Fluch ist gebrochen. Sieben Spiele mit Verlängerung hatte Josh Allen in seiner NFL-Karriere verloren, die Playoffs eingeschlossen. Beim 37:34 der Buffalo Bills gegen die Los Angeles Rams durfte er endlich jubeln.

Allerdings brauchte der Quarterback Unterstützung. Nach einem Fumble von James Cook bekamen die Rams die Gelegenheit zum Sieg. Greg Rousseau blockte jedoch den Field-Goal-Versuch von Harrison Mevis aus 48 Yards.

Allen nutzte die zweite Chance und brachte Buffalo mit zwei Läufen über insgesamt 32 Yards in Position. Tyler Bass verwandelte anschließend aus 45 Yards.

Den Dank für seinen ersten Overtime-Sieg darf Allen deshalb ausdrücklich auch bei seinen Special Teams abliefern.

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Gewinner: Jaylen Warren

Ein Touchdown über 80 Yards nach einem Passfang. Ein weiterer über 50 Yards per Lauf. Jaylen Warren zeigte beim 34:22 der Pittsburgh Steelers gegen die Indianapolis Colts zwei gewaltige Spielzüge an einem Nachmittag.

Eine solche Kombination hatte es in der NFL zuletzt am 14. Dezember 1986 gegeben. Damals gelang sie Herschel Walker für die Dallas Cowboys. Knapp 40 Jahre später gehört Warren zu diesem exklusiven Kreis.

Insgesamt sammelte der Running Back 101 Rushing Yards und 87 Receiving Yards. Macht 188 Yards Raumgewinn, mit denen er Pittsburgh sowohl am Boden als auch im Passspiel entscheidend half.

Warrens Leistung verdient deshalb mehr als die übliche Erwähnung eines starken Running Backs. Zwei Touchdowns dieser Länge auf unterschiedlichen Wegen sind selbst in einer Liga voller Ausnahmespieler eine Besonderheit.

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Gewinner: Jalon Daniels

Beim Draft übergangen, beim zweiten NFL-Start erstmals siegreich: Jalon Daniels erlebte einen Donnerstagabend, den er kaum vergessen dürfte.

Der Rookie führte die Tampa Bay Buccaneers beim 24:16 gegen die Dallas Cowboys zum ersten Saisonsieg. Nach vier Niederlagen zum Auftakt war das dringend benötigte Entlastung für das gesamte Team.

Daniels brachte 19 seiner 25 Pässe für 189 Yards und einen Touchdown an. Eine Interception warf er nicht. Dabei profitierte er von einem herausragenden Laufspiel: Tampa Bay kam auf 241 Rushing Yards, davon gingen 165 auf das Konto von Bucky Irving.

Genau das macht Daniels’ Auftritt überzeugend. Er nahm die Unterstützung an, verteilte den Ball zuverlässig und erfüllte seinen Teil des Plans. Für einen ungedrafteten Rookie auf dieser Bühne ist das ein beachtlicher Schritt.

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Gewinner: Drake Maye

Vier Touchdown-Pässe, ein weiterer Touchdown selbst erlaufen und keine Interception: Drake Maye lieferte beim 45:17 der New England Patriots gegen die Las Vegas Raiders eine Quarterback-Gala.

26 seiner 34 Würfe fanden ihr Ziel. Dazu kamen 374 Passing Yards und ein Passer Rating von 150,9. New Englands Offense produzierte insgesamt 536 Yards.

Besonders wertvoll ist diese Leistung wegen ihrer Vorgeschichte. Nach einem fehlerreichen Saisonstart hatte Maye bereits beim Sieg in Buffalo die Wende eingeleitet. Gegen Las Vegas bestätigte er den Aufwärtstrend eindrucksvoll.

Die Patriots stehen bei drei Siegen und zwei Niederlagen. Ihr Quarterback hat innerhalb von zwei Spieltagen reichlich Argumente geliefert, weshalb die schwachen ersten Wochen nicht den weiteren Saisonverlauf bestimmen müssen.

Gewinner: Jacksonvilles ungewöhnliches Heldentrio

Ameer Abdullah, Cam Little und DaVon Hamilton. Diese drei Namen gehören unter das verrückte 19:17 der Jacksonville Jaguars gegen die Philadelphia Eagles in London.

Acht Sekunden vor Schluss lag Jacksonville noch 16:17 zurück. Dann trug Abdullah den Kickoff über 53 Yards zurück und ging rechtzeitig zu Boden. Eine Sekunde blieb für Little, der aus 57 Yards den Sieg herausschoss.

Die besondere Geschichte spielte sich unmittelbar vor dem Kick ab. Weil sich Long Snapper Ross Matiscik früh an der Schulter verletzt hatte, musste Nose Tackle Hamilton dessen Aufgabe übernehmen. Achtmal snappte der eigentliche Defensivspieler an diesem Nachmittag, auch beim entscheidenden Versuch.

Abdullah behielt unter höchstem Druck die Uhr im Blick, Hamilton funktionierte auf ungewohnter Position und Little traf aus großer Entfernung. Anschließend lieferte der Kicker auch noch den passenden London-Jubel: ausgebreitete Arme im Stil von Jude Bellingham.

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Verlierer: Jim Harbaugh

Die Los Angeles Chargers gingen mit einer 17:10-Führung ins letzte Viertel gegen die Denver Broncos. Sie verließen den Platz mit einer 17:23-Niederlage und einer Saisonbilanz von 0:5.

Dazwischen lag eine Abfolge folgenschwerer Fehler. Ein gescheiterter vierter Versuch verschaffte Denver eine kurze Strecke zum Ausgleich. Anschließend verlor Justin Herbert einen Fumble und warf beim nächsten Ballbesitz eine Interception.

Die Broncos machten aus beiden Ballverlusten Field Goals. Los Angeles bekam noch eine letzte Gelegenheit, doch auch diese endete mit einem Sack gegen Herbert.

Damit steht Harbaugh vor einer besonders unangenehmen Aufgabe: Seine Mannschaft muss zunächst wieder lernen, eine aussichtsreiche Position bis zum Schlusspfiff zu verteidigen. Gegen einen direkten Divisionsrivalen war der erste Saisonsieg zum Greifen nah. Gerade deshalb schmerzt diese Niederlage besonders.

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Verlierer: Sean McVay und das Kicking Game der Rams

Harrison Mevis vergab früh aus 50 Yards. In der Verlängerung wurde sein möglicher Siegkick aus 48 Yards geblockt. Die Rams verloren gegen Buffalo 34:37.

Für Sean McVay bleibt eine Frage zur eigenen Entscheidung: Warum ließ er bei Third-and-Five an Buffalos 30-Yard-Linie laufen, nachdem Matthew Stafford die Offensive zuvor zu drei Touchdowns in Serie geführt hatte?

Der Coach setzte auf eine Field-Goal-Chance, obwohl das Kicking Game bereits gewackelt hatte. Rousseau machte diese Rechnung zunichte.

Der Block lässt sich Mevis allein nicht anlasten. Die Ausführung und McVays Entscheidung trugen gemeinsam dazu bei, dass eine starke Offensivleistung nicht zum Sieg reichte.

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Verlierer: Dre Greenlaw

Auch aus einem gewonnenen Spiel kann man als klarer Verlierer hervorgehen. Dre Greenlaw lieferte beim 32:29 der San Francisco 49ers gegen die Seattle Seahawks das passende Beispiel.

Nach einem späten Hit gegen Sam Darnold an der Seitenlinie geriet der Linebacker mit Seahawks-Spielern aneinander. Anschließend versetzte er Ernest Jones IV einen Kopfstoß. Greenlaw trug dabei seinen Helm, Jones nicht.

Die Folge war ein Platzverweis im zweiten Viertel. Am Montag verhängte die NFL zusätzlich eine Sperre für ein Spiel. Greenlaw legte dagegen Berufung ein.

Seine Mannschaft musste damit bereits gegen Seattle einen vermeidbaren Ausfall auffangen. Ein emotionales Divisionsduell erklärt die aufgeheizte Stimmung. Einen Kopfstoß gegen einen ungeschützten Gegenspieler rechtfertigt es in keiner Weise.

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Verlierer: Nick Sirianni

17:16 vorne, noch acht Sekunden auf der Uhr. Die Philadelphia Eagles hatten sich in London eine Ausgangslage erarbeitet, aus der sie das Spiel unbedingt gewinnen mussten.

Nick Sirianni ließ jedoch einen Kickoff zu, den Jacksonville zurücktragen konnte. Abdullah nutzte die Gelegenheit, brachte die Jaguars in Field-Goal-Reichweite und ließ Little die entscheidende Sekunde übrig.

Der Head Coach übernahm anschließend auf der Pressekonferenz die Verantwortung für seine Entscheidung. Er habe sein Team mit der Entscheidung, den Kick nicht zum Touchback durch die Endzone zu schießen, den Sieg gekostet, erklärte Sirianni.

Das Eingeständnis war eindeutig. An der dritten Niederlage in Serie und einer Bilanz von 2:3 änderte es nichts. Wenn eine Mannschaft acht Sekunden vor Schluss führt, muss ihr Coach vor allem verhindern, dem Gegner noch eine derart große Tür zu öffnen.

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Verlierer: Dan Quinn und Jayden Daniels

Die Washington Commanders verloren gegen die New York Giants offiziell nicht. Ihr 27:27 fühlte sich trotzdem wie eine Niederlage an. Dafür sorgte vor allem ein Schlussakt, bei dem das Zeitmanagement völlig misslang.

Washington hatte bereits eine 14-Punkte-Führung im vierten Viertel verspielt. In der Verlängerung lag der Ball dann an der 24-Yard-Linie der Giants. Eine hervorragende Position für einen möglichen Siegkick.

Ohne verbleibende Auszeit ließ Washington jedoch noch einen Spielzug laufen. Daniels wurde im Feld gestoppt, die Uhr lief weiter und die Commanders schafften den Spike nicht mehr. Der Field-Goal-Versuch fand überhaupt nicht statt.

Quinn und Daniels übernahmen hinterher Verantwortung. Der Coach hätte einen Ablauf sicherstellen müssen, der den Kick ermöglicht. Sein Quarterback hätte die laufende Uhr berücksichtigen müssen. Gemeinsam machten sie aus einer greifbaren Siegchance einen besonders ärgerlichen ungenutzten Ballbesitz.

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