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NBA bestraft Los Angeles Clippers drakonisch: Die Komplett-Zerstörung einer Franchise - eine kommentierende Analyse

Aktualisiert:

von Ole Frerks

ran Basketball

NBA-Star verdient 60 Millionen mit Investment

Videoclip • 01:02 Min


Die Los Angeles Clippers wurden für die Sponsoren-Deals von Kawhi Leonard drakonisch von der NBA bestraft. Es dürfte viele Jahre dauern, bis die Franchise sich von diesem Schlag erholt. Eine kommentierende Analyse.

Fast ein ganzes Jahr lang wurden die Sponsoren-Deals von Kawhi Leonard im Zusammenhang mit den Los Angeles Clippers untersucht. Nun hat die Liga ein fast schon schockierend hartes Urteil ausgesprochen - allerdings ließ die Beweislage ihr dabei auch kaum eine andere Wahl.

Es ist kein Geheimnis, dass die NBA diese Affäre am liebsten vermieden hätte. Steve Ballmer ist kein Donald Sterling, kein offen verbriefter rassistischer Slumlord, den man vermutlich sogar gerne aus der Liga warf, wie es Commissioner Adam Silver zu Beginn seiner Amtszeit 2014 getan hat.

Ballmer ist nicht nur einer der reichsten Menschen der Welt, der sich ein Team noch leisten kann, ohne dafür Geld aus dem Nahen Osten zu brauchen oder fremde Gelder zu veruntreuen. Er ist auch ein Enthusiast, der nicht nur etwa in eine neue Luxus-Halle für sein Team, sondern auch in die Infrastruktur in Inglewood investiert, ohne mit der Wimper zu zucken.

Ein "guter" Owner, den man in der Liga haben möchte. Nicht zuletzt deshalb hielten es viele Beobachter kaum für möglich, dass die NBA sich ernsthaft mit ihm anlegen würde, ganz egal, wie viele Podcasts Pablo Torre veröffentlichte und wie suspekt die Zahlungen wirkten, die über diverse Sponsoren über Jahre in Richtung von Superstar Leonard und seinem "Team" flossen.

Gerade deshalb ist diese Nachricht ein Schocker. Die Strafe für die Clippers ist die größte, die von der Liga jemals verhängt wurde. Ein Exempel, das allerdings auch statuiert werden musste - so erdrückend war die Beweislage am Ende, wie aus dem Bericht der Kanzlei Wachtell, Lipton, Rosen & Katz hervorgeht.

Die Clippers haben der NBA keine andere Wahl gelassen. Als Konsequenz stehen sie nun vor dem vielleicht größten Scherbenhaufen, den ein NBA-Team in der modernen Ära jemals beseitigen musste.

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NBA bestraft Clippers drakonisch: Eine Frage der Glaubwürdigkeit

Jeglicher Sport als Wettkampf funktioniert nur dann, wenn sich die Teilnehmer auf ein Regelwerk einigen und daran halten. Das gilt beim simplen Wettlauf zwischen Kindern und auch in der NBA, mit ihrem Tarifvertrag, dem Salary Cap und all seinen Konsequenzen. Wer sich daran vorbeischiebt, hebelt das Grundgerüst aus. Deswegen war es nicht möglich, hier nur eine leichte Geldstrafe zu verhängen, die jemanden wie Ballmer ohnehin nicht treffen würde.

Es musste gezeigt werden, dass solche Regelverstöße geahndet werden, egal, wer sie begeht. Ein solcher Schritt war elementar für die Glaubwürdigkeit der Liga, die über die letzten Jahre aufgrund verschiedener Krisen ohnehin schon in Bedrängnis geraten ist. Es war notwendig, aus den Clippers - bei dieser Dreistigkeit - ein abschreckendes Beispiel zu machen.

Genau das sind sie jetzt. Die Franchise steckt mit dieser Strafe in einer Grube, aus der sie über Jahre nicht rauskommen wird, wenn das Strafmaß so stehen bleibt. Die Leonard- und Paul-George-Ära, die aus der jahrzehntelangen grauen Maus ein etabliertes Top-Team machen sollte, ist von nun an offiziell eines der größten Desaster der NBA-Historie.

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Los Angeles Clippers: Das war es nicht wert

Seitdem die beiden Stars im Jahr 2019 geholt wurden, erreichte L.A. einmal die Conference Finals - ein Novum für die Franchise, aber natürlich nicht genug angesichts der Kosten. Diese waren schon exorbitant genug, als sie "nur" die werdende Dynastie in Oklahoma City ermöglichten. Sie sind jetzt astronomisch:

10 Erstrunden-Picks haben die Clippers verloren, dazu zwei Pick-Swaps. Shai Gilgeous-Alexander, Danilo Gallinari. 30 Millionen Us-Dollar. Die Reputation.

Und nun womöglich eine ganze weitere Dekade, in der dem Team eins der wichtigsten Werkzeuge für Teambuilding komplett fehlt und in der daher kaum große Sprünge möglich sein werden. Die Kontrolle über den eigenen Erstrunden-Pick die Franchise aus L.A. erst im Jahr 2034 (!) wieder …

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NBA bestraft Clippers: Ein Beigeschmack bleibt

Es hat einen gewissen Beigeschmack, dass Leonard selbst diese Suppe wohl nicht mit der Franchise auslöffeln muss. Es wird erwartet, dass der Trade nach Toronto nun durchgeht, wo er vielleicht sogar nochmal um einen Titel mitspielen kann. Er wurde nicht gesperrt, muss lediglich 700.000 US-Dollar zahlen, die ihn ähnlich wenig jucken werden wie Ballmer die 30 Millionen.

Das ist ziemlich wenig, bedenkt man, dass die ganze Affäre auf seinem Mist - oder dem seines Onkels Dennis Robertson, der ihn seit einigen Monaten nicht mehr repräsentiert und nun für fünf Jahre gesperrt wurde - gewachsen ist. Dass der Superstar von all den Vorgängen nichts gewusst haben will, ist nicht gerade glaubhaft.

Die größere Verantwortung jedoch haben in diesem Fall die Teams. Sie sind diejenigen, die "Nein" sagen müssen, die die Grenzen kennen müssen. Selbst dann, wenn ihre Besitzer mehr Geld haben als Gott. Sonst fällt irgendwann das ganze Gerüst auseinander.

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