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Herthas Torjäger im Interview

Haris Tabakovic: "Union im Olympiastadion? Keine positiven Gefühle!"

Aktualisiert:

von Dominik Kaiser

DEU, DFL, 2. FBL, Hertha BSC vs. Braunschweig, 17.09.2023, Berliner Olympiastadion, Berlin, DEU, DFL, 2. FBL, Hertha BSC vs. Braunschweig, im Bild Hertha-Spielerkreis, Haris Tabakovic (Hertha BSC Berlin 25) mit dem Spielball DFL - regulations prohibit any use of Photographs as image sequences and or quasi-video Foto: Juergen Engler nordphoto GmbH *** DEU, DFL, 2 FBL, Hertha BSC vs Braunschweig, 17 09 2023, Berliner Olympiastadion, Berlin, DEU, DFL, 2 FBL, Hertha BSC vs Braunschweig, in picture Hertha player circle, Haris Tabakovic Hertha BSC Berlin 25 with the match ball DFL regulations prohibit any use of Photographs as image sequences and or quasi video Foto Juergen Engler nordphoto GmbH nordphotoxGmbHx xEngler nph00076

Bild: Nordphoto


Haris Tabakovic schnürt seit dem Sommer 2023 für Hertha BSC. Der Stürmer verrät, warum die 2. Liga attraktiv ist, wieso alle Top-Teams der Welt auf große Mittelstürmer setzen und wie die Mannschaft die Rückkehr von Marius Gersbeck sieht.

Das Interview führte Dominik Kaiser

ran: Herr Tabakovic, Ihre ersten Monate in Berlin liegen hinter Ihnen. Wie würden Sie diese beschreiben?

Haris Tabakovic: Am Anfang war die Wohnungssuche in Berlin nicht ganz einfach. Aber das hat sich schnell gelöst. Ich fühle mich pudelwohl in Berlin und habe mich sehr gut eingelebt.

ran: Hertha hatte vor dem Saisonstart mit vielen Problemen wie einer unklaren Lizensierung zu kämpfen, warum haben Sie sich trotzdem für den Verein entschieden?

Haris Tabakovic: Das Lizenz-Thema war für mich weit weg, ich hatte das gar nicht groß auf dem Schirm. Zu diesem Zeitpunkt war ich noch bei Austria Wien. Hertha BSC ist für mich ein großer und sehr namenhafter Klub. Als das Interesse da war, dachte ich sofort: "Boah, geil!" Die Gespräche mit den Verantwortlichen haben mich dann sehr schnell überzeugt. Hier wollte ich einfach dabei sein! Zudem war es auch extrem reizvoll, in das Fußball-Land Deutschland zu kommen und mitzuerleben, wie das als Kultur hier gelebt wird.

ran: Herthas Sportdirektor Benny Weber erzählte in einem Interview, dass kurz vor Ende der Verhandlungen mit Ihnen sein Akku den Geist aufgab und er sich eine Zeit lang nicht mehr melden konnte. Was geht einem als Spieler da durch den Kopf

Haris Tabakovic: *Lacht* Vor allem für meinen Berater war das etwas aufregender. Es gab einige Angebote, wir mussten uns entscheiden. Dann wurde es stressig und man wusste nicht, ob Hertha jetzt plötzlich doch absagt. Aber Benny hat mir das alles im Nachhinein nochmal erklärt und wir haben das zum Glück trotzdem noch an dem Abend über die Bühne bekommen.

Alles zur 2. Liga

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ran: Trotz des schwierigen Saisonstarts bilden Mannschaft und Fans in dieser Saison eine Einheit. Wie wichtig ist der Faktor Fans für den sportlichen Erfolg?

Haris Tabakovic: Sehr sehr wichtig! Es ist überragend zu sehen, dass die Fans aktuell auch bei Niederlagen immer positiv sind und uns nach vorne preschen. Sie erkennen auch bei Niederlagen an, dass nicht immer alles perfekt sein wird und nicht alles klappen kann. Es wird aber honoriert, wenn wir alles auf dem Platz lassen. Es ist wichtig, dass um den Verein eine positive Grundstimmung herrscht. Mannschaft, Fans und das Drumherum müssen eine Einheit bilden. Es sind schließlich viele Leute gekommen und gegangen, da mussten wir uns erst ein Stückweit finden.

ran: Wie weit sehen Sie die Mannschaft in diesem Prozess?

Haris Tabakovic: Gegen den HSV (0:3 Anm. d. Red.) und St. Pauli (1:2 Anm. d. Red.) waren wir schlechter, da müssen wir auch ehrlich sein. Aber ich bin insgesamt der Meinung, dass wir oben mitspielen können und müssen.

ran: Trotzdem spielt unter der Woche der große Rivale Union im heimischen Olympiastadion. Wie ist da Ihre Gefühlslage?

Haris Tabakovic: Ich habe die Champions-League-Konferenz geschaut und es war ganz komisch, das Stadion in rot zu sehen – sogar die Laufbahn! Da hatte ich ehrlicherweise nicht so positive Gefühle. Viel schlimmer muss das für die Fans sein, die schon sehr lange dabei sind. Man muss dem 1. FC Union aber für die gute Arbeit der letzten Jahre Respekt zollen. Auf lange Sicht wollen wir aber mit unseren Fans auch wieder in der 1. Bundesliga feiern. Wenn es früher klappt, umso besser.

ran: Sie selbst sind ein "Spätstarter" und schafften den finalen Durchbruch im Profifußball erst bei Austria Lustenau. Können Sie erklären, warum?

Haris Tabakovic: Da gab es mehrere Gründe. Ich hatte einige Verletzungen, bei denen ich viel Mühe hatte, danach zurückzukommen. Zudem war ich früher viel zu verbissen. Man will unbedingt spielen und mit aller Macht Tore schießen. Das führt dazu, dass man verkrampft. Am Ende musste ich den Weg über Ungarn und Lustenau nehmen.

ran: Wie denken Sie rückblickend über diese Zeit?

Haris Tabakovic: Das war ehrlich keine leichte Entscheidung, schließlich sprechen wir noch immer von der 2. Liga in Österreich. Es war nicht einfach, aber im Nachhinein einer der wichtigsten Schritte in meinem Leben! Dort habe ich das Vertrauen in meinen Körper gewonnen, ich konnte mich neu sortieren und Dinge verändern. Ich bin sehr dankbar, dass ich dort die Chance bekommen habe.

ran: Welche Dinge meinen Sie konkret?

Haris Tabakovic: Es geht im Prinzip darum, wie man durch das Leben geht. Man wird älter, ruhiger und reflektierter. Durch die Verletzungen konnte ich Situationen besser einschätzen. Ich wollte einfach nur wieder richtig Spaß am Fußball haben und gesund bleiben. Ich habe gelernt, dass es gut ist, nicht zu weit in die Zukunft zu blicken und dafür mehr im Moment zu leben.

ran: Welchen Rat würden Sie jungen Spielern geben durch Ihre Erfahrungen geben, wenn der schnelle Erfolg ausbleibt?

Haris Tabakovic: Ich bin der Meinung, dass es immer um Konstanz geht. Harte Arbeit zahlt sich aus, egal ob man gerade spielt oder nicht spielt. Es geht immer um die Konstanz in deiner Arbeit. Die Belohnung dafür kommt dann von allein.

ran: Im Sommer sind Sie wieder in eine 2. Liga gewechselt. Wie ist das Niveau in Deutschland im Vergleich zu Österreich und der Schweiz?

Haris Tabakovic: In Deutschland ist die 2. Liga viel größer, wir müssen ja nur auf die großen Stadien und die Klubs schauen, die hier mitmischen. Es geht sehr hart zu! In der 2. Liga gibt es eher weniger Talente, dafür viele gestandene Spieler. Gerade die Verteidiger sind oft richtige Ochsen! Hier muss man in jeder Sekunde absolut bereit sein, körperlich und geistig.

ran: Was Ihnen in ihrer Karriere noch fehlt, ist ein A-Länderspiel. Zuletzt äußerten Sie selbst Interesse daran, für das Heimatland ihrer Eltern Bosnien und Herzegowina zu spielen. Wie ist da der aktuelle Stand?

Haris Tabakovic: Aktuell noch nicht, die Länderspielpause verbringe ich auf jeden Fall hier bei Hertha. Da gibt es noch einige Dinge, die erledigt werden müssen. Das betrifft Papiere und Gespräche. Es gibt einen neuen Nationaltrainer in Bosnien. Vom Schweizer Verband habe ich zuletzt nichts mehr gehört.

Bundesliga-Transfergerüchte: Kim rückt in den Fokus des FC Chelsea

  • Minjae Kim (FC Bayern)
    Der FC Chelsea beschäftigt sich laut Bayern-Insider Christian Falk mit einer möglichen Verpflichtung von Abwehr-Star Minjae Kim. Zwar liege noch kein konkretes Angebot vor, jedoch haben die "Blues" angeklopft. Der FC Bayern würde sich demnach ab 30 bis 40 Millionen Euro gesprächsbereit zeigen. Auch Tottenham, AC Mailand und Inter Mailand seien am Südkoreaner interessiert, ...

    RHR-Foto

  • Minjae Kim (FC Bayern)
    ...noch deutet aber nichts konkret auf einen Abschied hin. Laut Falk ist Kim auch ohne Stammplatz mit seiner Rolle in München zufrieden. Die Bayern schätzen den Innenverteidiger als starken ersten Backup, selbst wenn dieser dafür ein sehr deftiges Gehalt bezieht. Stand jetzt habe Kim nicht die Absicht, die Bosse über einen Wechselwunsch zu informieren.

    Marco Canoniero

  • Yan Diomande (RB Leipzig)
    Leipzig-Youngster Yan Diomande zählt zu den großen Entdeckungen der Saison. Dies hat offenbar auch Manchester United festgestellt, die laut der spanischen Zeitung "Sport" Interesse am 19-Jährigen haben sollen. Demnach hätte der Flügelspieler die ManUnited-Bosse mit seiner "Schnelligkeit und Dribbelfähigkeit" beeindruckt. Allerdings läuft sein Vertrag bei RB bis Sommer 2030, sodass die mögliche Ablöse sehr hoch ausfallen dürfte.

    AFP/SID/RONNY HARTMANN

  • Victor Osimhen (Galatasaray Istanbul)
    Victor Osimhen steht nun wohl doch auf dem Zettel des FC Bayern. Der Rekordmeister prüft laut "FussballTransfers", ob ein Transfer des nigerianischen Torjägers möglich sein könnte. Osimhen wurde dem FC Bayern bereits im Winter angeboten, allerdings lehnte Max Eberl einen Transfer damals noch ab. Nun beschäftigen sich die Münchner Verantwortlichen erneut mit dem Angreifer. Auch Osimhen selbst kann sich einen Wechsel nach München offenbar gut vorstellen. Neben dem FC Bayern zeigen allerdings auch andere Klubs Interesse - darunter mehrere Vereine aus Saudi-Arabien.

    IMAGO/Buzzi

  • Luka Vuskovic (Hamburger SV)
    Kann der HSV Innenverteidiger Luka Vuskovic halten? "Ich bin Überzeugungstäter. Natürlich glaube ich auch fußballromantisch an Dinge, die schwer vorzustellen sind", sagte Hamburgs Trainer Merlin Polzin der "Bild". Der Kroate ist von Tottenham Hotspur ausgeliehen und liegt bei einem Marktwert von 40 Millionen Euro. Dabei wähnt sich Polzin mit einem Trumpf in der Hand. "Wir wissen auch, was im November passiert..." Dabei spielt Polzin auf das Comeback von Lukas Bruder Mario Vuskovic nach Doping-Sperre an.

    IMAGO/HMB-Media

  • Said El Mala (1. FC Köln)
    Köln-Juwel Said El Mala steht bei einigen Klubs auf dem Zettel, einer wirbt aber wohl besonders intensiv um die Dienste des 19-Jährigen: Brighton & Hove Albion mit Trainer Fabian Hürzeler. Laut "Sky" plant der Premier-League-Klub im kommenden Sommer einen weiteren Vorstoß. Schon in den vergangenen beiden Transferfenstern hat der Klub demnach erfolglos wegen eines möglichen Transfers angefragt. Sein Vertrag in Köln läuft noch bis 2030.

    IMAGO/Revierfoto

  • Rocco Reitz (Borussia Mönchengladbach)
    Borussia Mönchengladbach könnte im Sommer 2026 wohl Rocco Reitz verlieren. Laut "Sky" soll RB Leipzig großes Interesse am 23-Jährigen haben. Dem Bericht nach hat Reitz in seinem Kontrakt offenbar eine Ausstiegsklausel in Höhe von 28 Millionen Euro. Zudem gibt es wohl auch weitere Interessenten wie Eintracht Frankfurt, Bayer Leverkusen und Brighton & Hove Albion. Reitz' Vertrag bei den "Fohlen" läuft noch bis Sommer 2028.

    2025 Getty Images

  • Jeremy Monga (Leicester City)
    Beim englischen Zweitligisten sorgt der erst 16-jährige Jeremy Monga für Aufsehen. Entsprechend sind schon einige Topklubs auf den Teenager aufmerksam geworden. Laut "Teamtalk" gehören auch der FC Bayern und Borussia Dortmund zu den Interessenten an Monga. Demnach sollen auch beide Klubs schon Gespräche mit dem Offensivspieler geführt haben, ...

    2025 Getty Images

  • Jeremy Monga (Leicester City)
    ... der aufgrund der Statuten aber erst im Jahr 2027 nach Deutschland wechseln dürfte. Die Konkurrenz im Werben um den Engländer ist aber wohl riesig. Juventus Turin, Real Madrid und PSG haben wohl ebenfalls schon Kontakt zu Monga aufgenommen, auch die englischen Topklubs Liverpool und Tottenham seien hinter dem Toptalent her, heißt es.

    2025 Getty Images

  • Julian Ryerson (Borussia Dortmund)
    Landet ein BVB-Stammspieler beim FC Barcelona? Wie "Sky" berichtet, hat Barca offenbar ein Auge auf Julian Ryerson geworfen. Der Norweger soll demnach ein günstiger Ersatz für Jules Kounde sein, der in Katalonien vor dem Abgang steht. Erste Gespräche sollen demnach bereits stattgefunden haben. Ob der BVB einem Abgang jedoch zustimmen würde, ist offen.

    2025 Getty Images


ran: Aber es wäre emotional nochmal auf einem anderen Level?

Haris Tabakovic: Ein ganz anderes Level wäre es nicht. Ich trage beide Länder in meinem Herzen, die Schweiz hat mir alles gegeben! Aber es ist natürlich so, dass ich sehr offen bin, auch für das Herkunftsland meiner Eltern zu spielen. Ich bin nicht mehr 20, sondern 29 Jahre alt. Am Ende muss ich mich auf meine Leistungen bei Hertha konzentrieren und dort meine Tore machen. Ob ein Länderspiel dann noch passiert, wird die Zeit zeigen.

ran: Sie sind ein großgewachsener, klassischer Mittelstürmer. Eine Position, über die in Deutschland gerade viel diskutiert wird. Sollte in der Ausbildung da generell ein Umdenken stattfinden?

Haris Tabakovic: Es gab die Phase, in der Vereine und Verbände plötzlich mit einer "falschen Neun" spielen wollten. Aber am Ende denke ich, dass sich klassische Stürmertypen immer durchsetzen. In den Top-Teams ist immer ein großgewachsener Stürmer dabei. Niclas Füllkrug ist da ein gutes Beispiel, der auch in der deutschen Nationalmannschaft direkt seine Tore gemacht hat. Es bringt eine andere Dynamik, wenn man so einen Stürmer in der Box hat. Man kann Flanken schlagen, die Verteidiger müssen sich oft zu zweit auf solche Leute konzentrieren, sie schaffen so mehr Platz und Freiraum für die anderen Spieler. Ich finde schon, dass es in der Jugend forciert und beachtet werden muss.

ran: Der Fall Marius Gersbeck war ein größeres Thema bis zuletzt. In der Länderspielpause ist er nun ins Mannschaftstraining zurückkehrt. Wie ist die Entscheidung in der Mannschaft aufgenommen worden?

Haris Tabakovic: Für uns war das kein großes Thema. Ich habe Marius kennengelernt, habe gute Gespräche mit ihm geführt. Er ist Familienvater und weiß, dass er einen riesigen Fehler gemacht hat. Wenn der Klub entscheidet, ihm eine zweite Chance zu geben, stehen wir als Team dahinter und blicken gemeinsam nach vorne!