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Bundesliga

FC Bayern: Auf der Zehn könnte der spannendste Konkurrenzkampf im Luxuskader stattfinden

Veröffentlicht:

von Justin Kraft

ran Fußball Bundesliga

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Videoclip • 01:26 Min


Vincent Kompany und der FC Bayern haben ein Luxusproblem: Wer setzt sich für die großen Spiele auf der Zehnerposition durch?

Nathaniel Brown war einer der gefeierten Spieler des FC Bayern beim ersten Pflichtspiel der neuen Saison. Der ehemalige Frankfurter erzielte im Franz Beckenbauer Supercup nicht nur das 1:0 für die Münchner, sondern agierte auf der Zehn, als hätte er nie woanders gespielt.

Ein Auftritt, der Vincent Kompany und seinem Trainerteam gezeigt hat: Wenn zahlreiche Spieler für diese Position ausfallen, dann gibt es noch eine weitere Alternative im Kader, mit der das Niveau kaum abfällt.

Was für den Belgier ein Luxusproblem ist, wird für die betroffenen Spieler ein heißer Konkurrenzkampf und für Fans womöglich die spannendste Aufstellungsfrage vor jedem Spieltag.

ran schaut auf die Optionen, die es für die Spielmacherposition gibt - und was für wen spricht.

Jamal Musiala: Favorit und Unbekannte zugleich

Eigentlich ist der vermeintliche Stammplatz einem vorbehalten, der dort vor nicht allzu langer Zeit einer der wichtigsten Spieler überhaupt war: Jamal Musiala. Über seine Qualitäten gibt es kaum zwei Meinungen. Technisch ist das höchstes Niveau.

Musiala ist einer der Spieler, für die Fans ins Stadion gehen. Besondere Momente, besondere Tore und Aktionen, die kein anderer Spieler im Bayern-Kader in dieser Form liefern kann. Nur sind diese Momente seit seiner schweren Verletzung vor rund einem Jahr seltener geworden.

Immerhin: Die Platte ist jetzt raus aus seinem Fuß, den er sich gebrochen hat. Laut Kompany hat das viel bewirkt. Im Training soll der Offensivspieler deutlich freier aufgespielt haben. Jüngst machte Musiala aber öffentlich, dass er unter einer neurologischen Dysfunktion leide.

Alle Beteiligten geben sich optimistisch, dass eine veränderte Medikation daran Schuld gewesen sei, dass er gegen Leipzig und Heidenheim kurze Aussetzer hatte. Trotzdem bleibt Musiala eine große Unbekannte: Erleben wir den Spieler, der er vor seinem Mittelfußbruch war, wird es wohl kaum Debatten rund um die Zehnerposition beim FCB geben.

Bleibt es jedoch beim Status-quo, bekommen wohl zahlreiche weitere Spieler ihre Chancen.

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Ismael Saibari: Noch mehr Flexibilität für Kompany

Einer, der da ganz vorn mit dabei sein wird, ist Neuzugang Ismael Saibari. Der Marokkaner hat den Vorteil, dass er in verschiedenen taktischen Rollen und Positionen auf dem Feld sehr gut ins System passen kann. Der Angreifer ist schnell im Antritt, sehr intelligent mit seinen Laufwegen, hat viel Zug zum Tor, kann kurze Dribblings und ist abschlussstark.

Saibari bringt Tiefe ins Spiel. Er ist auch ein guter Kombinationsspieler, wenngleich etwas weniger spektakulär als Musiala. Dennoch hat er das Potenzial, die Bayern vom ersten Spieltag an zu verstärken und ein etwaiges Fehlen anderer Spieler in der Offensive zu kompensieren.

Anders als Nicolas Jackson, der ebenfalls auf mehreren Positionen eingesetzt wurde, ist sein Profil breiter und kompletter. Saibari ist kein reiner Umschaltspieler, sondern eine vollwertige Alternative zu allen anderen Angreifern, wie er bei der WM gezeigt hat. Selbst wenn Musiala seine gesundheitlichen Probleme in den Griff bekommt, dürfte der 25-Jährige ein spannender Konkurrent sein.

Serge Gnabry: Überrascht der Routinier erneut?

Als Musiala sich den Mittelfuß brach, war die Panik unter den Fans spürbar: Wer soll ihn bitte ersetzen? Die Antwort darauf überraschte schließlich einige: Serge Gnabry. Der 31-Jährige spielte eine herausragende Hinrunde und war bis zu seiner Verletzung auch in der Rückrunde ein wichtiger Bestandteil des Teams.

Zwar agierte er rein von seinen statistischen Werten her nicht auf dem Niveau der drei Superstars Harry Kane, Michael Olise und Luis Diaz, aber 21 Torbeteiligungen in 37 Einsätzen machen etwas her.

Kompany betonte schon mehrfach, dass er glaube, dass Gnabrys Qualitäten etwas unter dem Radar laufen in Deutschland. Er hat auch mit 31 Jahren nach wie vor einen schnellen Antritt, einen sehr guten Abschluss und bewegt sich auf dem Feld sehr clever. Ob mit Tiefenläufen oder als weitere Aufbauoption im Mittelfeld: Auf ihn war Verlass.

Entsprechend wird auch in dieser Saison wieder mit ihm zu rechnen sein, wenn er wieder fit ist.

Tom Bischof: Starke Vorbereitung, aber ein kleines Problem

Zu rechnen ist auch mit Tom Bischof. Der junge Mittelfeldspieler ist vor allem für die zentralen Positionen vor der Abwehr eingeplant und hat dort eine starke Vorbereitung gespielt, während Aleksandar Pavlovic und Joshua Kimmich nach der WM verspätet ins Training eingestiegen sind.

Bischof ist kein Talent mehr. Er ist ein gestandener Bundesliga-Spieler mit viel Erfahrung, der Ballsicherheit, Pressingresistenz und gute Ideen im Spiel nach vorn vereint. Dinge, die unter Kompany sehr wichtig sind. Sein Problem: An Pavlovic und Kimmich führt aktuell kein Weg vorbei. Beide sind als Duo sehr eingespielt.

Für Bischof wird es trotzdem Minuten geben - siehe Leon Goretzka im Vorjahr. Dennoch ist es möglich, dass er auch mal im offensiven Zentrum eingesetzt wird, wo er immerhin in seiner Jugendzeit ausgebildet wurde. Erste Wahl dürfte er dort aber auch nicht sein.

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Lennart Karl und Michael Olise: Kommt der Zehner von der Außenbahn?

Weitere Konkurrenz auf der Zehn könnte von der Außenbahn kommen. Michael Olise und Lennart Karl sind beide theoretisch für den rechten Flügel eingeplant. Aber beide spielten in der vergangenen Saison auch mal gleichzeitig.

Meist agierte dann Karl im Zentrum hinter und um Kane. Seine größten Qualitäten auf dieser Position sind Dribblings, Abschlüsse aus allen Lagen und Tiefenläufe. Olise hat bei der WM abermals gezeigt, dass er die Position genauso auf höchstem Niveau spielen kann wie seine Stammposition auf der rechten Seite.

Er ist mehr der Kombinationsspieler und Vorlagengeber. Auch wenn der Franzose eher auf der Außenbahn gebraucht wird, kann er hier und da eine Weltklasse-Option fürs Zentrum sein.

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Nathaniel Brown: Luxus-Notnagel auf der Zehn

Und dann hat der Supercup einen weiteren Kandidaten hervorgebracht: Brown hat die Position auch abseits seines Treffers sehr gut interpretiert, bringt Kombinationsstärke und vor allem kluge Tiefenläufe mit.

Links hinten duelliert er sich mit Alphonso Davies, der, wenn er in Topform kommt, immer eine gute Lösung ist. Browns Flexibilität erlaubt es dem Trainerteam, ihn auch woanders einzusetzen.

Trotzdem dürfte die Zehnerposition für ihn die Ausnahme bleiben. Die Alternativen sprechen für sich.

Kompany mit größtmöglicher Vielfalt im Kader

Letztlich dürfte es für Kompany auch nicht darum gehen, einen Spieler für diese Position festzulegen. Je nach Bedarf, Gegner, Fitnesszustand hat er ganz unterschiedliche Varianten zur Verfügung, die das Spiel jeweils ein bisschen verändern.

Diese Vielfalt kann gerade im Kampf mit den besten Teams in Europa einen echten Unterschied machen. Musiala und Saibari sind höchstwahrscheinlich die Top-Optionen – aber auch Gnabry hat gute Chancen, wieder Minuten zu sammeln. Alle anderen sind wohl eher für Sonderszenarien gedacht.

So wie am vergangenen Wochenende, als Brown gezeigt hat, dass man sich in München auf der Zehn so gar keine Sorgen machen muss.

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