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Bundesliga

FC Bayern München mit vier Abseitstoren in Augsburg - Schiedsrichter-Experte sieht Fehlentscheidung bei VAR-Einsatz: "Ein korrektes Tor"

Aktualisiert:

von Tobias Wiltschek

ran Fußball Bundesliga

FC Bayern - Kompany zum Abseits-Wahnsinn: "Sechs mal gejubelt"

Videoclip • 01:15 Min


Dem FC Bayern werden in Augsburg gleich vier Tore wegen Abseits aberkannt. Eins davon hätte allerdings wohl zählen müssen. Ein Schiedsrichter-Experte erklärt die Situation.

Sechs Tore erzielte der FC Bayern München in der zweiten Halbzeit beim FC Augsburg, vier davon wurden aufgrund von Abseitsstellungen nicht anerkannt.

So stand am Ende dieses irren bayrisch-schwäbischen Derbys also kein klarer Bayern-Sieg, sondern nur ein 2:2 - und damit nicht die Tabellenführung für den Rekordmeister.

Dabei hatten die Bayern zumindest einmal großes Pech mit der Entscheidung des Unparteiischen-Gespanns.

Es ging um den vermeintlichen Ausgleich der Gäste zum 1:1 durch Fügelspieler Luis Diaz, dem gleich zwei enge Entscheidungen vorausgegangen waren.

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Schiri-Experte Ittrich über aberkanntes Diaz-Tor: "Es ist danach ein neuer Angriff"

Nach einem Freistoß von Joshua Kimmich stand Josip Stanisic bei seiner Kopfball-Verlängerung im Abseits. Diese Entscheidung des Video-Assistenten war richtig, weil anhand der TV-Bilder klar zu erkennen.

Dennoch hätte das Tor von Diaz in der 51. Minute im Endeffekt wohl zählen müssen. Denn im Anschluss an den Kopfball von Stanisic wurde der Ball vom Augsburger Mittelfeldspieler Han-Noah Massengo kontrolliert aus der Gefahrenzone befördert.

"Für mich spielt der Spieler völlig ohne Druck den Ball heraus", beurteilte der ehemalige Bundesliga-Schiedsrichter und heutige Experte Patrick Ittrich bei "Sky" die Situation.

Und weiter: "Der Ball wird (von Stanisic; Anm. d. Red.) wieder in die Mitte geköpft, und jetzt hat der Spieler die Möglichkeit, den Ball rauszuschießen, und für mich schießt er ihn auch raus. Das ist eine Klärungsaktion, die eine neue Angriffsphase beinhaltet", sagte Ittrich und folgerte: "Insofern ist das für mich danach ein neuer Angriff und ein korrektes Tor."

Diaz-Tor aberkannt: War die Klärungsaktion absichtlich oder reflexartig?

Es ging also um die Frage, ob die Klärungsaktion vor dem aberkannten Diaz-Treffer absichtlich und kontrolliert erfolgte oder ob Massengo unter großem Druck reflexartig die Kugel nach vorne beförderte.

Wäre letzteres der Fall gewesen, hätte die Klärungsaktion keine neue Spielsituation hervorgerufen. Folglich hätte die Abseitsposition noch zur selben Situation gehört - und die Aberkennung wäre richtig gewesen.

Da es sich aber offensichtlich um eine kontrollierte Aktion gehandelt hat, entstand damit eine neue Spielsituation - und die Abseitsstellung war demnach für den Fortgang der Partie "irrelevant", wie Ittrich es formulierte.

Das sah auch Max Eberl so. "Für mich ist es eine neue Spielsituation. Die Flanke wird reingeschlagen und dann geklärt. Und wenn bei Luchos Tor dann keiner im Sichtfeld im Abseits stand, dann ist es für mich auch kein Abseits", sagte Bayerns Sportvorstand in der Mixed Zone.

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Dahmen sieht beim Schuss von Diaz schlecht aus - Schiri-Experte Ittrich schlägt Regeländerung vor

Pech für die Bayern, Glück für Augsburg und vor allem für Finn Dahmen. Denn der FCA-Torwart sah beim Schuss von Diaz sehr unglücklich aus, bugsierte ihn praktisch mit den eigenen Fäusten über die Linie.

Damit eine solche Fehlentscheidung, wie er sie nannte, in Zukunft seltener getroffen wird, schlug Ittrich eine Änderung vor, was die Kompetenzen betrifft.

"Bei der Überprüfung der Angriffsphase nach einem Abseits ist allein der Videoassistent zuständig", sagte der 47-Jährige und gab zu bedenken: "In diesem kritischen Fall muss man sich wirklich überlegen, ob das nicht in der Hand des Schiedsrichters bleiben sollte, der dann rausgeht und beurteilt, ist es wirklich eine neue Angriffsphase. Dann hätte vielleicht auch eine andere Entscheidung dort gestanden."

Im Gegensatz zum ersten VAR-Eingriff waren die folgenden Szenen zwar ebenfalls ärgerlich für die Bayern, doch hier trafen die Schiedsrichter eindeutig die richtigen Entscheidungen.

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FC Bayern: Viertes Abseitstor in der Nachspielzeit

In der 73. Minute stand Harry Kane knapp im Abseits, ehe er den Ball auf den späteren Torschützen Serge Gnabry weiterleitete, und auch wenige Minuten später wurde der Torjubel jäh unterbrochen.

Wieder wurde Diaz zum "Opfer" der Unparteiischen um Hauptschiedsrichter Sven Jablonski. Dabei hätte sein Treffer wohl gute Chancen gehabt, zum "Tor des Jahres" gewählt zu werden. Unter Bedrängnis und mit dem Rücken zum Tor brachte er seine Hacke an den Ball, der anschließend von der Unterkante der Latte hinter die Linie sprang. Doch Passgeber Alphonso Davies stand vorher im Abseits.

Tief in der Nachspielzeit wurde es dann noch einmal hektisch und unübersichtlich. Nach einer erneuten Hereingabe von Davies erzielte Serge Gnabry den vermeintlichen späten Siegtreffer.

Doch der Schütze stand bei der Flanke des Kanadiers - man ahnt es schon - erneut im Abseits.

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