Bundesliga
Hamburger SV: Zukunft von Merlin Polzin wird zur ersten Bewährungsprobe für HSV-Sportvorständin Kathleen Krüger - ein Kommentar
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von Martin Volkmarran Fußball Bundesliga
Bundesliga - HSV-Fans völlig bedient: "Hoffnungslos"
Videoclip • 02:05 Min
Null Punkte, null Tore – doch trotz der HSV-Talfahrt steht die Verlängerung mit Merlin Polzin praktisch fest. Damit geht vor allem Sportvorständin Kathleen Krüger ein erhebliches Risiko ein. Ein Kommentar.
Drei Niederlagen in Folge und das Auftreten wie ein Abstiegskandidat: Borussia Mönchengladbach zog nach dem Fehlstart in die neue Saison die Reißleine und feuerte aus nachvollziehbaren Gründen Chefcoach Eugen Polanski.
Eine Mannschaft ist allerdings noch schlechter als die "Fohlen": Der Hamburger SV ziert nach drei heftigen Pleiten mit null Punkten und 0:12 Toren das Tabellenende, nur zwei Vereine waren in 64 Jahren Bundesliga zum selben Zeitpunkt schlechter.
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Hartes Urteil: "HSV ist nur noch ein Opfer"
"HSV wie ein Absteiger", titelte das Fachblatt "kicker", die "Bild" urteilte noch härter: "HSV ist nur noch ein Opfer".
Doch im Gegensatz zu Polanski muss sein Trainerkollege Merlin Polzin nicht die Entlassung fürchten – ganz im Gegenteil: Die neue Sportvorständin Kathleen Krüger kündigte schon vor dem 0:5-Debakel am Sonntag in Leipzig unmissverständlich die baldige Vertragsverlängerung mit dem gesamten Trainerteam bis 2029 an ("Wir wissen, dass wir gemeinsam in die Zukunft gehen werden").
"Verkehrte Welt beim HSV", schrieb der "Sport-Informations-Dienst" angesichts des schlechtesten Saisonauftakts eines Teams aus Europas Topligen und der bislang harm- und hoffnungslosen Vorstellungen der Hanseaten im Oberhaus.
Auch wenn klar war, dass eine zweite Saison nach dem Aufstieg immer deutlich schwerer wird. Generell, aber vor allem auch aufgrund der erneut zahlreichen Wechsel im Kader (zehn Zugänge, zwölf Abgänge).
Gleichwohl besitzt der gebürtige Hamburger Polzin zu Recht einiges an Kredit, nachdem er den Traditionsverein aus der siebenjährigen Zweitklassigkeit erlöst und dann mit einer bärenstarken Vorsaison vor dem erneuten Absturz gerettet hat.
Schon vor einem Jahr kassierte die überfordert wirkende Mannschaft ebenfalls am dritten Spieltag eine 0:5-Auswärtsklatsche (beim FC Bayern) und stand mit null Treffern (aber immerhin einem Punkt) auf Rang 17. Die Bosse um Stefan Kuntz wurden aber nicht nervös und Polzin gelang die Stabilisierung des damals ebenfalls umgebauten Teams und der Turnaround bis zum frühzeitig gesicherten Klassenerhalt.
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HSV: Dann würde der Druck massiv steigen
Kuntz-Nachfolgerin Krüger will nun mit der Verlängerung mit Polzin offenbar eine ähnliche Politik der ruhigen Hand demonstrieren – doch eine Wiederholung des Vorjahreserfolgs ist alles andere als ein Automatismus.
Bei einer weiteren Niederlage am Samstag (15:30 Uhr im Liveticker) gegen den 1. FC Köln wird der Druck im meist sehr schnell unruhigen Umfeld der Medienstadt Hamburg massiv steigen. Nicht ohne Grund ist Polzin der achte Trainer in den acht Jahren seit dem erstmaligen Bundesliga-Abstieg 2018.
Im schlimmsten Fall verlängert man als abgeschlagenes Schlusslicht vorzeitig und geht damit bewusst das Risiko in Kauf, bei einer wenig später vielleicht doch nicht mehr zu vermeidenden Trennung eine hohe Abfindung zahlen zu müssen. Ganz abgesehen davon, dass man schon jetzt auf die Option verzichtet, mit einem Trainerwechsel die dreiwöchige Länderspielpause bestmöglich zu nutzen.
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Merlin Polzin: Jobgarantie birgt erhebliche Gefahren
Es muss aus den oben genannten Gründen nicht falsch sein, an Polzin festzuhalten. Doch die nun erfolgte Jobgarantie für den Coach, die man besser schon vor Saisonbeginn fixiert hätte, birgt eben erhebliche Gefahren.
Man darf daher sehr gespannt sein, ob die in der Chefrolle unerfahrene Krüger, die bei Bayern München zuvor in der zweiten Reihe agierte, das Rückgrat sowie vor allem die Macht in Hamburg besitzt und auch bei anhaltender Talfahrt zu ihrem Wort stehen wird, mit Polzin in die Zukunft zu gehen - also im Zweifel auch zurück in die zweite Liga.
Auch interessant: Borussia Mönchengladbach nach Polanski-Entlassung: Rouven Schröder braucht jetzt endlich Trainer-Glück - ein Kommentar Und: Pfiffe in Elversberg: Karl entschuldigt sich für Jubel-Geste
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