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Der BVB sollte die Champions League priorisieren – ein Kommentar
Veröffentlicht:
von Justin Kraftran Fußball
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Borussia Dortmund hat mit dem 2:1 gegen Betis Sevilla womöglich den Grundstein für eine sehr erfolgreiche Saison in der Champions League gelegt. Ein Kommentar.
Die Diskussionen, die der BVB mit seinem 2:2 beim FC Bayern am vergangenen Wochenende losgelöst hat, sind für den Moment ganz nett. Vielerorts wird von einem langen, spannenden Titelkampf in der Bundesliga geträumt.
Aber wenn man das nüchtern betrachtet, ist die Wahrscheinlichkeit, dass es kommt, nur sehr gering. Sehr, sehr gering. Nicht falsch verstehen: Borussia Dortmund ist unter Niko Kovac sehr ergebnisstabil. Eine für sie erfolgreiche Saison ist in allen Wettbewerben möglich.
Beim 2:1-Sieg gegen Betis Sevilla haben die Schwarzgelben erneut Resilienz bewiesen und einen unangenehmen Gegner trotz zwischenzeitlichem 1:1 geschlagen. Aber der FC Bayern ist im Normalfall auf einer Strecke von 34 Spielen nicht zu besiegen.
Für den BVB gilt dasselbe in Bezug auf den Rest der Liga. Passiert nichts Außergewöhnliches, werden sie Vizemeister. Genau darin liegt für die Dortmunder aber eine riesige Chance. Eine, die mit dem 2:1 gegen Betis nochmal größer geworden ist.
Der BVB braucht noch mindestens sieben Punkte
In der Ligatabelle der Champions League steht die Borussia jetzt bei neun Punkten. 16 Zähler brauchte es in den letzten beiden Spielzeiten für die Top-8. Genau die erstmals zu erreichen, wäre für Dortmund wichtig.
Natürlich kann es auch dort zu sehr schweren Losen kommen, aber die Wahrscheinlichkeit würde steigen, einen Turnierbaum zu erwischen, in dem es sehr weit für den BVB gehen könnte.
Es mag zum jetzigen Zeitpunkt Spekulation sein und der Spielplan nimmt für das Team von Niko Kovac jetzt erst richtig Fahrt auf. Arsenal und Aston Villa warten auswärts, Inter Mailand kommt nach Dortmund. Hinzu kommt das Heimspiel-Finale gegen AEK Athen.
Um die Top-8 zu erreichen sind die beiden Heimspiele Pflichtaufgaben. Dort braucht es Siege. Dann könnte ein Unentschieden in England bereits ausreichen, um sich direkt fürs Achtelfinale zu qualifizieren.
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Dortmund sollte sich auf den Pokal konzentrieren
Und genau das muss jetzt das primäre Ziel sein. Gerade weil die Bundesliga dem BVB keine großen Risiken birgt, aber auch keine großen Chancen bietet, sollte der Fokus auf die Pokalwettbewerbe gelegt werden. Diese Spiele liegen dem Team und dem Trainer ohnehin am besten.
Gerade das 2:2 in München hat bewiesen, dass Dortmund mit etwas Spielglück und einer disziplinierten Leistung in der Lage ist, mit den besten Teams Europas zumindest in Phasen mitzuhalten. Warum also nicht von einer erfolgreichen K.-o.-Phase träumen, die zugleich viel Geld in die Kassen spülen könnte?
Im Länderspielfußball spricht man gern von Turniermannschaften, wenn Nationen pünktlich zu großen Turnieren in Form sind. Kovacs Fußball eignet sich perfekt für ein Äquivalent im Vereinsfußball. Er selbst wird vermutlich kein Fan von der Idee sein, sich auf die K.-o.-Wettbewerbe zu konzentrieren.
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Champions League: Warum nicht träumen?
Kovac ist ein Fan davon, die Bundesliga zu priorisieren und sich dort im Alltag die Form für die Bonusspiele in der Champions League und im DFB-Pokal zu holen. Während ausgerechnet dieser Alltag in den letzten Jahren aber ziemlich öde war, sorgte der BVB 2023/24 in der Königsklasse für das größte Highlight der jüngeren Geschichte, als er bis ins Finale kam. Das Begeisterungspotenzial ist riesig.
Wir haben erst November. Es ist viel Träumerei und Konjunktiv dabei. Aber warum eigentlich nicht? Der BVB bringt alles mit, was eine erfolgreiche Pokalmannschaft braucht. Experimente wie bei der bitteren Niederlage in Norwegen gegen Bodö/Glimt sollte man eher in die nationalen Wettbewerbe schieben.
Auch wenn die nächsten Spiele gegen Arsenal, Inter Mailand und Aston Villa erst so wirklich zeigen werden, wo dieses Team steht, kann diese Saison in der Königsklasse eine besondere werden. Es gibt zumindest keinen Grund für dieses Team, nicht an sich zu glauben.
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