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FC Bayern zeigt starke Reaktion, Kane-Debatten gehen weiter - die Erkenntnisse zum Statement-Sieg bei Atletico Madrid
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von Justin Kraftran Fußball
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Videoclip • 02:46 Min
Mit dem 2:0 bei Atletico Madrid zeigt der FC Bayern eine starke Reaktion auf die jüngsten Schwankungen. ran hat sechs Erkenntnisse zum Sieg des FCB.
Souverän. Das wäre wohl die passende Überschrift zum 2:0-Sieg des FC Bayern München im Riyadh Air Metropolitano. Gegen ein formstarkes Atletico Madrid gelang dem Rekordmeister dabei ein echtes Statement.
Wichtiger noch: In der Champions League hat der FCB den Kontakt nach ganz oben erneut herstellen können und die Ausgangslage für die kommenden Spieltage ist deutlich entspannter.
ran hat sechs Erkenntnisse zum wichtigen Auswärtssieg des FC Bayern.
Ein Sieg des Willens: FC Bayern zeigt eine beeindruckende Reaktion
Ganz oben auf der Liste: Die Münchner überstehen eine Phase, die deutlich kritischer hätte verlaufen können. Und sie überstehen sie nicht nur, sondern zeigen dabei auch noch starke Leistungen. Die Personalsituation ist schon länger angespannt. Zuletzt verschärfte sie sich dramatisch.
Hinzu kamen die besonderen Geschichten rund um Jamal Musiala zu Beginn der Saison sowie Joshua Kimmich und Vincent Kompany jüngst. Eine Situation, die womöglich die eine oder andere Mannschaft aus der Bahn geworfen hätte. Auch dem FC Bayern war in einigen Partien anzumerken, dass sie fußballerisch nicht an ihr bestes Niveau herangekommen sind.
In einer normalen Saison wären vier Unentschieden aus den vergangenen acht Partien Anlass zur Diskussion. Der Spielplan meinte es zusätzlich zu den genannten Faktoren aber nicht unbedingt gut mit dem FCB. Gegen den FC Arsenal und Borussia Dortmund gab es zwei der vier Remis gegen starke Gegner.
Umso wichtiger war es jetzt, bei Atletico eines der schwersten Auswärtsspiele zu gewinnen, das man in der "Königsklasse" haben kann. Ein Gegner, der nicht nur eine fußballerische Topleistung abverlangt, sondern auch mentale und physische. Aber die Bayern ließen sich kein bisschen verunsichern und hielten über die volle Distanz dagegen.
Sie überstanden schwere Phasen und rissen die Kontrolle immer wieder an sich. Diese Mannschaft ist nicht an all den Rückschlägen zerbrochen, sie scheint daran nochmal gewachsen zu sein.
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FC Bayern fußballerisch in allen Belangen mit Fortschritt
Was sich dann auch an der taktischen Leistung erkennen ließ. Zuletzt hatten die Bayern gerade in den Topspielen das Problem, dass ihr hohes Pressing nicht so richtig funktionierte. Dadurch gab es zu viele Spielphasen, in denen sie sehr tief verteidigen mussten.
In der Champions League gehört das dazu, volle Kontrolle über 90 Minuten ist nahezu unmöglich. Auch in Madrid standen die Münchner manchmal tief und mussten Angriffe aushalten. Das Problem war in anderen Spielen eher, dass sie die Kontrolle nicht schnell genug zurückbekamen. Weil sie vorn keinen Druck auf den Ball bekamen und im Ballbesitzspiel zu hektisch agierten.
Diesmal aber war es anders. Nur in den Minuten nach dem 1:0-Führungstor waren sie zu ungeduldig und ließen Atletico kurz am Ausgleich schnuppern. Ansonsten aber spielten sie ruhig, dominant und ließen Ball und Gegner laufen. Auch das Pressing und das Gegenpressing waren viel schärfer und aggressiver als zuletzt. Dies lässt sich an der Balleroberung von Lennart Karl vor dessen Tor wunderbar erläutern.
Konrad Laimer gibt dem Team die notwendige Energie
Der vielleicht wichtigste Faktor für solche Energieleistungen ist aber Konrad Laimer. Der Österreicher traf nicht nur sehenswert, er ackerte die Linie auch mal wieder unermüdlich rauf und runter.
Laimer warf sich in jeden Zweikampf, ließ sich von der physischen Spielweise des Gegners nicht beeindrucken und unterstützte die Offensive mit wichtigen Läufen. Ist er in Topform, ist auch der FC Bayern insgesamt nochmal eine Stufe besser.
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Dayot Upamecano: Der unterschätzte Anker
Dasselbe trifft auf Dayot Upamecano zu. Beim Ballon d'Or war dem Franzosen nur der 26. Platz vergönnt. Was bei einer Veranstaltung, die Offensivspieler so stark bevorzugt, wenig überrascht. Und doch zeigt es, wie gering die internationale Wertschätzung für den Innenverteidiger ist.
Wer wissen will, wie bedeutsam er für den FC Bayern ist, muss sich nur das Spiel gegen Atletico anschauen. Der 28-Jährige rettete Partner Jonathan Tah mehrfach in letzter Not, unterstützte auf dem Flügel, wo es nur ging. Außerdem war er in der Spieleröffnung einer der wichtigsten Spieler.
Zuletzt hat Upamecano sogar ein bisschen Bayern-Legende Lucio in sich entdeckt. Gegen Freiburg marschierte er über den gesamten Platz, um dann eiskalt zu treffen. In Madrid dribbelte er wieder viele Meter in Richtung Strafraum und setzte einen abgefälschten Schuss an die Latte.
Sein Kopfballtreffer zum vermeintlichen 3:0 wurde ihm aberkannt, aber der Abwehrboss des FCB übernimmt Verantwortung in allen Bereichen und hat sich von einem fehleranfälligen Spieler zu einem unterschätzten Ankerspieler entwickelt.
Lennart Karl belohnt sich nach Kritik-Welle
Zu den wichtigsten Spielern des FC Bayern will irgendwann auch Karl gehören. Zuletzt stand der 18-Jährige etwas in der Kritik - nicht zuletzt, weil Uli Hoeneß ihn öffentlich maßregelte. Doch in den vergangenen Partien zeigte der Shootingstar, dass er damit umgehen kann.
Karls Form war bereits vor dem Kracher in Madrid wieder verbessert. Gegen Atletico belohnte er sich jetzt aber auch mit einem sehr wichtigen Tor für den aufsteigenden Trend. Der Linksfuß legte viele Meter zurück, arbeitete defensiv meist gut mit und bewies bei seinem Tor genau das richtige Gespür im Pressing.
Ob Hoeneß das angekündigte Gespräch mit ihm schon geführt hat? Falls nicht, könnte sich das ganze Thema nun von selbst erledigt haben.
Harry Kane: Die Debatten werden weitergehen
Anders ist das bei Harry Kane. Der Engländer hat jetzt in vier aufeinander folgenden Spielen nicht für den FC Bayern getroffen. Immerhin zwei Vorlagen gelangen ihm und seine Leistung gegen Atletico war alles andere als schlecht. Die Verlagerung auf Laimer vor dem 2:0 war Weltklasse.
Auch sonst ist Kane gut eingebunden, organisiert das Spiel mit und ist enorm wichtig für das Herausspielen von Chancen. Zuletzt gab es aber mindestens leichte Kritik an seiner taktischen Rolle. Bundestrainer Jürgen Klopp gab zu, diese nicht immer vollends zu verstehen.
Mats Hummels äußerte bei "Prime Video" am Dienstag ähnliche Bedenken. Zu oft sei der Engländer nicht dort, wo er ihn gerne sehen würde: Am und im Strafraum. Tatsächlich kamen einige Male Spieler zum Abschluss, deren Stärken nicht gerade in der Offensive liegen.
Andererseits stellt sich die Frage: Ist es anders möglich? Oder hatten die Bayern gerade deshalb so viele Chancen, weil sie eben Spieler nach vorn bringen, mit denen man nicht zwingend rechnet? Dynamik und Rotation auf dem Feld sind schließlich Teil des Erfolgsrezepts.
Trotzdem stimmt es, dass die Bayern sich in so mancher Situation vermutlich lieber Kane als einen der vielen Außenverteidiger als Abschlussspieler gewünscht hätten. Womöglich muss das Trainerteam nach einer Lösung suchen, die beide Welten ausbalanciert miteinander vereint.
Auch interessant: "Pure Elite": Spanische Presse huldigt den Bayern Und: "Totale Dominanz": Die Stimmen zum Sieg des FC Bayern
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