Fußball
England: Britischer Premierminister will Alkoholverbot in Stadien kippen und bekommt Gegenwind
Veröffentlicht:
von ran.deRAN FUSSBALL: U21
U21-Star Brajan Gruda über seine Vergangenheit in der Premier League
Videoclip • 01:29 Min
Seit über 40 Jahren dürfen Fußballfans in England und Wales bei Fußballspielen im Stadion kein Bier trinken. Der neue britische Premierminister Andy Burnham flirtet jetzt mit der Aufhebung des Alkoholverbots aus der Margaret-Thatcher-Ära.
Wer schon mal in England ein Fußballstadion besucht hat, kennt es: Auf der Tribüne mit einem Pint Bier in der Hand das Spiel zu verfolgen, ist unmöglich. Denn Alkohol darf auf den Zuschauerrängen nicht konsumiert werden, sondern lediglich hinter der Tribüne oder in den Katakomben. Also dort, wo vom Spiel nichts zu sehen ist. Doch dieses Verbot könnte bald kippen.
Premierminister Andy Burnham sagte der Nachrichtenagentur "PA" zufolge, dass dieses Verbot, das nur Fußballfans betreffe, diskriminierend sei. "Ich finde es nicht fair, Fußballfans auf diese Weise herauszugreifen", sagte der neue mächtigste Mann in der britischen Politik, "und ich glaube fest daran, dass es gute Gründe gibt, diese Diskriminierung zu beseitigen".
Kommende Livestreams auf Joyn
Bald verfügbarSamstag, 26.09. 17:30 • Fussball
U21 EM-Qualifikation: Lettland-Deutschland im Livestream
150 Min
Bald verfügbarSamstag, 26.09. 17:30 • Fussball
U21 EM-Qualifikation: Lettland-Deutschland im Livestream
150 Min
Bald verfügbarSonntag, 27.09. 07:00 • Fussball
Bundesliga pur: Highlights des Spieltags
240 Min
Bald verfügbarSonntag, 27.09. 07:00 • Fussball
Bundesliga pur: Highlights des Spieltags
240 Min
Bald verfügbarSonntag, 27.09. 11:00 • Fussball
Sport1 Doppelpass
150 Min
Bald verfügbarSonntag, 27.09. 11:00 • Fussball
Sport1 Doppelpass
150 Min
Gehört Hooliganismus der Vergangenheit an?
Schon seit 1985 ist es gesetzlich verboten, in Sichtweite des Spielfelds in den höchsten fünf Ligen des englischen und walisischen Männerfußballs Alkohol zu trinken. Dieses Gesetz stammt aus einer Zeit, als die Angst vor Eskalationen durch gewalttätige Hooligans einen Höhepunkt erreichte. Die Regelung gilt ab 15 Minuten vor Anpfiff bis 15 Minuten nach Schlusspfiff.
Fußball sei in dieser Zeit anders gewesen, so der Labour-Politiker während eines Flugs zur UN-Vollversammlung in New York zu Reportern. Burnham, der selbst bekennender Fan des Premier-League-Klubs FC Everton ist, schlug vor, man könne das Verbot versuchsweise aufheben.
Mehr Fußball-Videos
Die Polizei reagiert entsetzt auf Andy Burnhams Vorschlag
Während die Football Supporters’ Association und die English Football League den Vorschlag begrüßen, reagierte die Polizei entsetzt. Es sei "unglaublich unüberlegt", Änderungen vorzunehmen, ohne deren Auswirkungen auf die Sicherheit zu berücksichtigen.
Ein Sprecher der UK Football Policing Unit (UKFPU), die die Polizeistrategie im Fußball in England und Wales koordiniert, sagte: "Die UKFPU würde ein Treffen mit dem Premierminister begrüßen, um seine Ansichten zu erörtern und die Herausforderungen zu erläutern, die diese vorgeschlagenen Änderungen für die Polizeiarbeit und die Sicherheit von Mitarbeitern und Fans bei Fußballspielen mit sich bringen würden."
Premierminister Andy Burnham
Bild: AFP/AFP/Oli SCARFF
Sonderbehandlung für den Fußball sorgt für Unmut
Mit dem Vorwurf der Diskrimierung spielt Burnham darauf an, dass das Gesetz ausschließlich für Fußballspiele gilt. Bei anderen Sport-Großveranstaltungen wie Rugby oder Cricket oder Konzerten gibt es kein generelles Alkoholverbot auf den Tribünen.
So argumentiert auch die Football Supporters' Association. "Die FSA hat stets argumentiert, dass es unfair ist, Fußballfans zu kriminalisieren, weil sie beim Spiel ein Bier trinken", sagte deren Vorsitzender Tom Greatrex, "zumal man auf demselben Platz sitzen und Alkohol trinken darf, während man ein Oasis-Konzert oder ein Rugby-League-Spiel verfolgt. Wir begrüßen die Äußerungen des Premierministers und stimmen voll und ganz zu, dass die Gesetzgebung veraltet ist und einer Überprüfung bedarf."
Pilotprojekt im Frauenfußball
Die UKFPU hält dagegen. "In anderen Sportarten kommt es einfach nicht in dem Maße zu Gewalt und kriminellem Verhalten seitens der Anhänger wie im Fußball, auch wenn es sich dabei um eine Minderheit handelt", sagte der Polizeisprecher: "Alkohol spielt oft eine wesentliche Rolle bei derartigen Eskalationen. Es wäre unverantwortlich, dies noch zu verstärken, indem man einen höheren Alkoholkonsum während der Spiele zulässt."
Die English Football League unterstützt den Vorstoß des Premierministers: Sie stehe einer Überprüfung der Gesetzgebung, die "vor mehr als 40 Jahren eingeführt wurde und mit den bedeutenden Entwicklungen in den Stadien nicht Schritt gehalten hat", aufgeschlossen gegenüber.
Jürgen Klopp greift durch: Handy- und Friseur-Verbot sowie andere Disziplin-Regeln für die DFB-Stars
Ein Pilotprojekt wurde bereits im Frauenfußball durchgeführt, nicht aber bei den Männern. Vorstöße im Jahr 2021 aus der Fanszene, den Alkoholverkauf auf den Stehplätzen bei Spielen der League Two und der National League zu testen, um für zusätzliche Einnahmen der Vereine in den unteren Ligen zu sorgen, blieben bisher ohne Durchbruch.
Mit Unterstützung von ganz oben könnte sich das bald ändern.
Dir gefallen ran-News?
Mehr Fußball-News aus der Premier League

Manchester United: Kreative Schuldenbremse mit Milliarden-Defizit

Premier League
Heftige Abrechnung mit Wirtz: Droht ihm jetzt die Bank?

Xhaka gesteht Impfbetrug: Droht lange Sperre?

Liverpool gewinnt knapp - Spektakel in Manchester

Premier League
Groß ragt heraus: Arsenal-Klatsche gegen Brighton

Nach Klopp-Nominierung: DFB-Duo schockt Chelsea und Alonso


