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Regionalliga Südwest

Regionalliga: SSV Ulm droht dritter Abstieg in Folge

Veröffentlicht:

von Kai Esser

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Videoclip • 03:43 Min


Der SSV Ulm 1846 könnte zum dritten Mal in Folge absteigen. Zwei Aufstiegen von der Regionalliga bis in die 2. Bundesliga folgten bereits zwei Abstiege, und nun ist der Klub in der Regionalliga Südwest Tabellenletzter.

Im Mai 2024 war der SSV Ulm 1846 noch Zweitligist. Im September 2026 jedoch wartet Ulm in der Regionalliga Südwest noch immer auf den ersten Sieg. Vier Punkte und ein Torverhältnis von 11:19 bedeuten den letzten Platz.

Schon der Auftakt war misslungen: Beim 2:4 bei den Stuttgarter Kickers begleiteten noch 3.000 Fans das Team, die Euphorie war groß. Nach dem 0:1 gegen Eintracht Trier zog der Verein die Konsequenzen und trennte sich von Trainer Daniel Jungwirth und Sportdirektor Murat Isik.

Es ist der vorläufige Tiefpunkt einer Fahrt, die aktuell geradwegs in die Oberliga zeigt.

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SSV Ulm: Eingespieltes Team, auf und neben dem Platz

Es ging steil nach oben und fast noch schneller nach unten. Der SSV Ulm wurde in der Saison 2022/23 Meister der Regionalliga Südwest und stieg in die 3. Liga auf. Unter Trainer Thomas Wörle folgte ein Jahr später der Durchmarsch in die 2. Bundesliga.

Ein Traditionsklub, der nach mehreren Insolvenzen und 22 Jahren im Amateurfußball plötzlich wieder im Profigeschäft mitspielte.

Die Gründe für den Aufschwung: Hinter dem Erfolg stand eine Führungsriege um Anton Gugelfuß, den früheren Geschäftsführer Thomas Oelmayer und den früheren Finanzvorstand Roland Häußler. Das Trio hatte den Klub nach der Insolvenz von 2014 saniert und war für die Erfolge der Folgejahre mitverantwortlich.

Dazu kam ein eingespieltes Team unter Wörle. "Es ist der absolute Wahnsinn. Das lässt sich in Worten gar nicht ausdrücken", schwärmte der Coach von dem unglaublichen Aufstieg, den seine Mannen hinlegten.

Mammutaufgabe 2. Liga nicht zu stemmen: Fans und Verein im Clinch

Doch in der 2. Bundesliga wurde schnell klar, dass es zu viel auf einmal war. Schon Anfang 2025 geriet eine Mitgliederversammlung aus dem Ruder, weil Ultras und Teile der Klubführung im Streit lagen und die Angst um die Lizenz umging.

Im März 2025 musste Wörle unter Protest einiger Anhänger gehen, Ulm lag damals abgeschlagen auf Platz 17. Der Abstieg in die 3. Liga war nicht mehr zu verhindern.

Der zweite Absturz folgte unmittelbar. Nach dem Abstieg verließen im Oktober drei Größen des Aufsichtsrats den Klub, hinter den Kulissen tobten Machtkämpfe.

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3. Liga: SSV Ulm versinkt endgültig im Chaos - Brandbrief von Mannschaft an Vorstand

Auf dem Platz jagte ein Trainerwechsel den nächsten: Robert Lechleiter musste im September gehen, Moritz Glasbrenner folgte im November, dann übernahm Pavel Dotchev als dritter Coach der Saison. Auch auf Sportchef-Ebene herrschte Unruhe: Markus Thiele musste nach einem Brandbrief der Mannschaft gehen, sein Nachfolger Stephan Schwarz folgte im März.

In dem Schreiben hatten die Spieler das Vertrauen als zerstört bezeichnet und um Hilfe gebeten. Auch Dotchev konnte mit einem Punkteschnitt von 0,86 nichts mehr drehen.

Am 2. Mai 2026 war der Abstieg nach einem 0:2 gegen Viktoria Köln zwei Spieltage vor Saisonende besiegelt. Vorstandschef Dominik Schwärzel hatte es kommen sehen: "Es ist ein schleichender Prozess und kein großer Knall am letzten Spieltag." Trotz allem sah er im Neuanfang eine Chance. Den Neuaufbau in der Regionalliga sollten Isik und Jungwirth gestalten. Nach nur neun Spieltagen ist auch dieses Kapitel beendet.

Wie es an der Donau weitergeht, ist offen. Klar ist: Der SSV braucht so schnell wie möglich den ersten Sieg der Saison, wenn er den dritten Abstieg in Folge noch abwenden will. Und das will Ende September durchaus etwas heißen.

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