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U21-Nationalmannschaft: Paris Brunner sucht sein Sprungbrett – vielleicht sogar in einen anderen Verband?
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von Justin KraftRAN FUSSBALL: U21
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Paris Brunner steht vor seinem Debüt in der deutschen U21-Nationalmannschaft. Ein potenzieller Verbandswechsel, eine Leistungsexplosion und eine Sperre bringen den 20-Jährigen wieder aufs Radar.
Jürgen Klopp sprach im Rahmen seiner Kadernominierung über sehr viele Spieler. Über jene, die neu mit dabei sind und über jene, die vielleicht etwas überraschend nicht mit dabei sind.
Eine Frage richtete sich auch in Richtung Paris Brunner. Ein einst als herausragendes Talent gefeierter Offensivspieler, der zuletzt aber etwas von der Bildfläche verschwand. Zumindest in Deutschland. Doch in dieser Saison zeigte er starke Leistungen für die AS Monaco und spielte sich damit wieder in den Fokus.
Als der Bundestrainer also auf den 20-Jährigen angesprochen wurde, antwortete er mit einem Satz, der treffender kaum hätte sein können: "Er hat das toll gemacht, das Fußballerische …"
Ein Satz, in dem alles nach "Aber" schreit, ohne dass er dieses Wort verwendet. Eine clevere Formulierung, um keine großen Debatten rund um den jungen Spieler aufzumachen. Denn davon hatte der in den letzten Jahren und auch jetzt wieder genug.
Rückfall in alte Zeiten: Paris Brunner sorgt bei Monaco für Ärger
Brunner ist derzeit in der Ligue 1 für zwei Spiele und zwei weitere Spiele auf Bewährung gesperrt. Der Grund? Kein Foul, keine Rote Karte, sondern ein Fehlverhalten beim Jubeln. Beim 1:1 gegen Straßburg erzielte der gebürtige Dortmunder den Ausgleich und feierte vor den gegnerischen Fans die "Kopf-ab-Geste".
Im Spiel selbst wurde der Jubel nicht bestraft, nun wurde aber entschieden, dass er aussetzen muss. "Sie haben über meine Familie, meine Mutter und meinen Vater gesprochen. Ich konnte diejenigen sehen, die mich beleidigt haben", sagte er laut "L’Equipe" nach dem Spiel. Geholfen hat diese Begründung nicht.
Brunner gilt schon lange als einer mit nahezu unbegrenztem Talent, der sich gleichzeitig aber schwer damit tut, Konventionen im Mannschaftssport Fußball zu akzeptieren. Sich in den Dienst der Mannschaft zu stellen, sich zurückzuhalten, wenn es notwendig ist und mit den vielen Einflüssen von außen adäquat umzugehen, fällt ihm offenkundig schwer.
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Paris Brunner: Einst beim BVB ein Streitfall
Was von außen gern mit vielen Urteilen verbunden ist. Urteile, die einem jungen Spieler gegenüber nicht immer fair sind. Oft wird vergessen, wie viele verschiedene Faktoren darüber entscheiden, wie schnell ein Spieler in diesem Alter an Reife und Professionalität gewinnt.
Und doch ist Brunners Akte deutlich gefüllter als die anderer Spieler. In seiner Zeit am Nachwuchsleistungszentrum von Borussia Dortmund gab es mehrere Vorfälle. Unter anderem flog er bei der U19 einst aus dem Spieltagskader, weil er zu spät zum Treffpunkt erschien.
2023 flog er kurz vor der U17-WM sogar "bis auf Weiteres" aus dem Kader. Angeführt wurden dafür disziplinarische Gründe. Man sei "zu dieser Maßnahme gezwungen" worden, sagte der damalige BVB-Coach Edin Terzic. Wenig später wurde bekannt, dass er auf einer Party in einem fremden Haus Dinge zerstört haben soll.
Mit Borussia Dortmund gab es immer wieder Streitthemen. So sollen er und sein Umfeld sehr hohe Forderungen an den Klub gestellt haben, als es um eine Vertragsverlängerung ging – finanziell wie auch rein sportlich. Die Konsequenz war schließlich die Trennung.
Paris Brunner überragte einst in der deutschen U17 – und startet jetzt durch
Brunner wechselte für vier Millionen Euro zur AS Monaco, von der er wiederum an Cercle Brügge verliehen wurde. Wirklich durchsetzen konnte er sich dort und auch in Frankreich später erstmal nicht. In Deutschland verschwand er in dieser Zeit vollkommen vom Radar.
Viele sahen sich bereits bestätigt darin, dass er bei all seinem Talent den Durchbruch nicht schaffen würde. Dabei begann die Karriere so vielversprechend. Mit dem großen Highlight der Titelgewinne bei der U17-EM und der U17-WM im Jahr 2023.
Brunner galt damals als einer der besten Spieler seiner Altersklasse und konnte das in beiden Turnieren nachweisen. Bei der U17-WM wurde er als zweiter deutscher Spieler überhaupt zum Spieler des Turniers gewählt. Der andere war Toni Kroos. Auch die Fritz-Walter-Medaille in Gold schnappte sich der Offensivspieler.
Danach gingen die Schwierigkeiten los. Doch in dieser Saison scheint alles anders zu sein. Unter dem neuen Trainer Filipe Luis ist er plötzlich Stammspieler. Zwischen dem Wechseltheater rund um Folarin Balogun, der letztlich doch blieb, und einer Neubewertung des Trainers startete Brunner nun durch.
In sieben Pflichtspielen gelangen ihm sechs Tore. Unter anderem in der Qualifikation zur Conference League gegen Gornik Zabrze. Der U-Nationalspieler war häufig einer der spielentscheidenden Akteure und scheint sein Talent endlich auf den Rasen zu bringen.
U21: Die große Chance für Brunner – oder doch der Verbandswechsel?
Wenn da nicht wieder diese Entgleisung beim Jubel gewesen wäre. Dieser jugendlich-rebellische Drang, den er in wichtigen Momenten oft nicht unterdrücken kann. Vermutlich spielt Brunner auch deshalb noch keine Rolle in Klopps Überlegungen. Der neue Bundestrainer legt großen Wert auf Disziplin und Professionalität.
Dass die Option dennoch bereits diskutiert wurde, spricht für die enorme Qualität, die Brunner mitbringt. Ohnehin dürfte die U21 jetzt der angemessenere Schritt sein. Dort kann der Rechtsfuß unter Beweis stellen, dass er gereift ist. Ein Risiko besteht aber weiterhin.
Dank der Herkunft seiner Mutter kann Brunner auch für die DR Kongo spielen. Laut dem "kicker" bemüht sich deren Verband sehr stark um den einstigen BVB-Spieler. Und der Stürmer sei selbst nicht abgeneigt, möglicherweise für die Afrikaner zu spielen.
Dem DFB droht damit ein echtes Horrorszenario: Auch wenn es bei Brunner offene Fragen gibt, ist er weiterhin einer der talentiertesten Stürmer des Landes. Ebenso wie Nicolo Tresoldi, der von den Italienern umworben wird. Es gibt ein Szenario, in dem Deutschland beide Stürmer verlieren würde.
Ausgerechnet auf einer Position, die seit Jahren als Problemzone gilt. Noch bleibt abzuwarten, wie sich die Geschichte rund um Brunner weiterentwickelt. Ein guter Saisonstart für Monaco ist die eine Seite. Es dauerhaft auf diesem Niveau zu zeigen, ist die andere. Für den Moment aber konnte sich der Angreifer wieder in den Fokus spielen.
Schafft er es nun noch, auch über seine Leistungen hinaus an Professionalität zu gewinnen, wird Klopp beim nächsten Mal wohl keinen Satz wählen, der nach einer Aber-Konstruktion klingt.
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