Fußball
DFB-Team: Julian Nagelsmann achtet auch auf den Torjubel seiner WM-Kandidaten
Aktualisiert:
von Chris Lugertran Fußball
WM 2026 - DFB-Fans kritisieren Nagelsmann nach Kader-Aussagen
Videoclip • 01:09 Min
Für Julian Nagelsmann rückt die Entscheidung näher, welche Spieler er für die WM 2026 nominieren will. Der Bundestrainer achtet dabei aber nicht nur auf sportliche Faktoren.
Bundestrainer Julian Nagelsmann berücksichtigt bei der Auswahl seines WM-Kaders nicht nur die sportlichen Leistungen der deutschen Profis, sondern auch ihr Verhalten beim Torjubel.
"Wenn ich sehe, ein Spieler schießt ein Tor und jubelt nicht richtig, dann ist das für mich ein Marker, dass da irgendwas nicht stimmt", sagte Nagelsmann im Interview mit dem "kicker". Und weiter: "Wenn ich so etwas bei einem Spieler von uns feststelle, notiere ich es."
Der Torjubel als entscheidender Faktor für die WM-Teilnahme? Für Nagelsmann geht es dabei auch um die richtige Einstellung. "Wenn du dich über ein Tor nicht mal mehr richtig freust, dann kannst du Fußball eigentlich seinlassen, weil das das Salz in der Suppe ist", stellte er klar.
Heißt: Wer aus Nagelsmanns Sicht selbst nach einem Torerfolg keine Leidenschaft zeigt, wird es auf dem Platz schon gar nicht können. Bei Bundesliga-Spielen vermisse er oftmals "so ein bisschen die Emotionalität bei den sogenannten einfachen Siegen oder einfachen Toren".
Nagelsmann hebt Olympia als Beispiel hervor
Nagelsmann selbst fiel während seiner gesamten Karriere immer wieder mit äußerst emotionalen Torjubeln auf - was für ihn ganz normal ist. "Tja, weil es bei dem Spiel halt um Tore geht. Wenn ich das nicht mehr feiere, dann muss ich einen anderen Job machen", stellte er klar.
Ein positives Beispiel, wie man sportliche Erfolge richtig feiert, seien für ihn die Olympischen Winterspiele gewesen. "Das ist im olympischen Sport schon anders: das Bewusstsein für eine herausragend gute Leistung, auch wenn es nicht die Goldmedaille ist", bilanzierte Nagelsmann.
Eine Erklärung, warum diese Freude im Fußball oftmals nicht so nach außen getragen wird, liegt für Nagelsmann unter anderem an der Vielzahl an Spielen und der generellen Erwartungshaltung: "Im Fußball ist man so getriggert, dass man sich nur freut oder emotional ist, wenn man Erster wird. Alles andere dahinter ist eher schlecht."
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