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DFB-Team: Julian Nagelsmann tritt nach WM-Debakel als Bundestrainer zurück - Alles schaut auf Jürgen Klopp

Aktualisiert:

von SID

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Nagelsmann tritt zurück – DFB will Klopp

Videoclip • 52 Sek • Ab 12


Bundestrainer Julian Nagelsmann legt nach dem WM-Aus sein Amt nieder, das bestätigte er und der DFB nun. Alles blickt auf Jürgen Klopp.

Julian Nagelsmann geht mit gesenktem Haupt über die "goldene Brücke" - und macht den Weg frei für Heilsbringer Jürgen Klopp. Der gescheiterte Bundestrainer tritt nach dem WM-Desaster auf eigenen "Wunsch" zurück, die am Boden liegende Fußball-Nation soll ihren "Messias" bekommen. Klopp, teilte der DFB am Freitag mit, habe "bereits seine grundsätzliche Bereitschaft zur Übernahme des Postens signalisiert".

Er habe, bekannte Nagelsmann, nach dem blamablen Turnier-Aus gegen Paraguay "viel nachgedacht", die auf dem Krisengipfel am Donnerstag verabredete, mit angeblich sieben Millionen Euro Abfindung vergütete Trennung sei ihm "alles andere als leichtgefallen". An die Fans gerichtet ergänzte er: "Es tut mir von Herzen leid und weh, dass wir euch enttäuscht haben. Ihr hättet viel mehr verdient gehabt!"

Mit Nagelsmann wird auch Sport-Geschäftsführer Andreas Rettig gehen, mit Auslaufen seines Vertrages zum Jahresende. "Hinsichtlich der Neubesetzung des Trainerpostens", teilte der Deutsche Fußball-Bund mit, "wird die DFB-Spitze nunmehr das Gespräch mit Jürgen Klopp suchen."

Nagelsmann hatte am Vortag seinen letzten Unterstützer verloren, auf der dreistündigen Krisensitzung mit DFB-Präsident Bernd Neuendorf, Rettig, Bundesliga-Boss Hans-Joachim Watzke und Sportchef Rudi Völler rückte auch sein "Bodyguard" Völler von ihm ab. Wie sehr die Trennung vom Verband betrieben wurde oder wirklich der Bundestrainer-Wunsch war, ließen Völlers Abschiedsworte erahnen.

Nagelsmanns Entscheidung verdiene "unseren Respekt", sagte er: "Weil er Verantwortung übernimmt, wo er gerne weiter gestalten würde..." Nagelsmann, das ehre ihn, habe "die Nationalmannschaft als Ganzes über die eigene Person" gestellt.

Er "ist und bleibt ein exzellenter Trainer", werde "seinen Weg weiter erfolgreich gehen". Auch Neuendorf lobte den 38-Jährigen, der sich 1015 Tage im Amt hielt und bis 2028 gebunden war, als einen "verantwortungsbewussten und aufrichtigen  Menschen, den wir alle schätzen".

WM 2026: Klopp als Nachfolger "so sicher wie das Amen in der Kirche"

Nun kommt es, vier Tage nach der Blamage im Sechzehntelfinale, wenn auch auf sanften Druck hin, tatsächlich zu der vom DFB favorisierten "niederländischen" Lösung - Bondscoach Ronald Koeman war nach dem Ausscheiden ebenfalls in der ersten K.o.-Runde stilvoll von sich aus zurückgetreten. Jetzt werden die Drähte Richtung Klopp glühen.

Nach ran-Informationen ist der 59-Jährige bereit für den Bundestrainer-Job, wird aber Bedingungen stellen - sportlich wie finanziell.

Der gesenkte Daumen der Bosse, der Druck der Öffentlichkeit durch Experten und Fans - Nagelsmann hatte am Ende wohl keine Wahl mehr. Er wisse nicht, "warum Julian Nagelsmann nicht den Charakter hat und einsieht, dass er mit dieser Mannschaft keine Zukunft hat", sagte Chefkritiker Lothar Matthäus nach dem Krisengipfel und legte ihm den Abschied schon in den Mund.

"Ich trete zurück. Das wäre Manns genug für mich zu sagen: Das war's", sagte Matthäus der "Bild".

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DFB-Spitze stand nicht mehr hinter Nagelsmann

Auch intern gab es scharfe Kritik, nicht zuletzt an Nagelsmanns Außendarstellung in den vergangenen Monaten. Das Wort "selbstverliebt" fiel. Der Bundestrainer hatte sich vor der Rückkehr aus den USA noch Illusionen hingegeben, sein Job sei zu retten.

Er werde den Bossen schon "Argumente liefern" für seine Weiterbeschäftigung, sagte er gewohnt selbstsicher. Der Verband wisse, was er an ihm habe. "Jeder weiß, wie ich als Trainer ticke." Doch das passt nicht mehr zum neuen DFB-Takt.

Klopp soll im September in der Nations League gegen die Niederlande einen Neustart moderieren. Wie der aussehen könnte, hatte der "MagentaTV"-Experte schon bei der WM angedeutet.

Runter vom hohen Vier-Sterne-Ross! Keine flapsigen Titel-Ansagen mehr wie von Nagelsmann nach dem unglücklichen, aber zu frühen EM-Scheitern 2024. Mehr Bodenhaftung statt "völlig losgelöst". Klopp muss es richten.

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