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Fußball-WM

WM 2026 – Schweiz erreicht Viertelfinale: Vorbild für das DFB-Team - Kommentar

Veröffentlicht:

von Gianluca Fraccalvieri

ran Fußball

WM 2026: Wenige Highlights! Klopp und Müller analysieren den Schweizer Sieg

Videoclip • 07:52 Min


Die Schweiz steht erstmals seit der Heim-WM 1954 im Viertelfinale einer Weltmeisterschaft. An der Art und Weise kann sich auch der DFB einiges abschauen. Ein Kommentar.

Kompliment, Schweiz!

Auch ohne den verletzten Shootingstar Johan Manzambi hat der Außenseiter gegen Geheimfavorit Kolumbien tatsächlich seine Chance am Schopf gepackt und einen historischen Triumph gefeiert.

Die Eidgenossen spielten mutig nach vorne, verteidigten leidenschaftlich und profitierten von der Eingespieltheit ihrer Achse Kobel-Akanji-Xhaka.

Auch als es in die Verlängerung ging, begannen ihnen nicht die Knie zu schlottern wie den Senegalesen, Kongolesen oder Ägyptern, die in den entscheidenden Momenten die Nerven verloren.

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WM 2026: Yakin setzt auf Konstanz

Ein Grund dafür ist natürlich die Erfahrung aus den schmerzlichen Niederlagen der vergangenen Turniere, der viel wichtigere ist aber das Selbstverständnis und Selbstvertrauen, das Trainer Murat Yakin der Mannschaft eingeflößt hat.

Offensichtlich kennt jeder Spieler genau seine Rolle im Team – und wird durch den Zusammenhalt des Kollektivs zu Bestleistungen gepusht. Nico Elvedi beispielsweise spielte keine gute Saison in Gladbach, unter Yakin ist er aber absoluter Leistungsträger.

Gleiches gilt für Cedric Itten, der mit Fortuna Düsseldorf jüngst sogar aus der zweiten Liga abgestiegen ist, trotzdem aber mit zur WM fährt und dort auf der allergrößten Bühne abliefert.

Das wäre beim DFB-Team undenkbar, demonstriert aber die Marschroute von Yakin. Schon in der Qualifikation setzte der 51-Jährige nur 23 Spieler ein – weniger als jede andere qualifizierte Nation. Kein Rotationschaos, keine Experimente, klare Hierarchien.

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WM 2026: Schweiz überzeugt als Kollektiv

Obwohl auch die Schweizer gerne ihren "Nati"-Trainer kritisieren, lässt dieser sich davon nur selten aus der Ruhe bringen. Das zeigt sich in seiner Taktik, genau wie an der Seitenlinie.

Während viele Trainer mehr mit dem 4. Offiziellen als mit ihren Spielern sprechen, ist er in der Regel die Ruhe in Person. In seinem schicken Zwirn gibt er klare Anweisungen und seinen Spielern damit ein enormes Vertrauen, sich auf die eigenen Stärken zu verlassen.

Beim Elfmeterschießen hat man keinen Schweizer gesehen, der sich vor dem Druck weggeduckt hat. Sie wissen, was sie können, und scheuen nicht davor zurück, in den wichtigen Momenten über sich hinauszuwachsen.

Dafür braucht es nicht die großen Namen mit großen Marktwerten, wie sie die früh ausgeschiedenen Nationen aus Deutschland oder Brasilien haben. Beim 4:3-Testsieg im März in Basel hat man zwar gesehen, dass das DFB-Team in der Theorie die hochklassigere Mannschaft ist, am Ende zählt das aber nichts.

Denn die fehlende Klasse in der Spitze macht die Schweiz mit ihrer kollektiven Stärke wett und fügt sich damit in eine Reihe mit nominell schwächeren Teams wie Norwegen oder Marokko ein.

Sie demonstrieren auf erfrischende Weise, dass endlose Diskussionen über die perfekten Positionsbesetzungen oder den stumpfen Rasen am Ende zweitrangig sind.

Die Schweiz ist auf dem Papier keinesfalls ein Weltklasse-Team, trotzdem ist jeder im Team davon überzeugt, dass sie am Ende den WM-Pokal gewinnen können.

Sie sind schlichtweg der Inbegriff von dem, was Deutschland einmal war: eine "Turniermannschaft", die eng zusammensteht und in den wichtigen Momenten überzeugen kann.

Wenn die deutsche Mannschaft da in Zukunft auch wieder hinwill, sollte sie sich ein Beispiel am kleinen Nachbarland nehmen.

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