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WM 2026: Trotz Saibari-Schock - Marokko beendet Kanadas WM-Reise
Aktualisiert:
von SIDran Fußball
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Videoclip • 05:10 Min
Geheimfavorit Marokko hat die heldenhafte WM-Reise Kanadas beendet und damit den ersten Gastgeber aus dem Turnier geworfen. Allerdings verletzt sich Starstürmer Ismael Saibari.
Ismael Saibari humpelte nach dem Schlusspfiff aufs Feld, der Neu-Münchner wollte die Feier seiner Marokkaner zum Viertelfinaleinzug nicht verpassen - trotz seines frühen Ausscheidens.
Der künftige Bayern-Star hatte das 3:0 (0:0) gegen Co-Gastgeber Kanada ab der 22. Minute im Jogginganzug auf der Bank verfolgt, weil er schon früh mit einer Oberschenkelblessur vom Platz musste.
Auch ohne seinen Torjäger beendete der Afrika-Cup-Sieger und Geheimfavorit die heldenhafte WM-Reise der Kanadier. Im hitzigen und über weite Strecken sportlich zähen Achtelfinale von Houston tat sich Marokko lange Zeit sehr schwer, schoss am Ende aber dank der Treffer von Azzedine Ounahi (50./82.) und Soufiane Rahimi (90.+8) doch noch einen klaren Sieg heraus.
"Wir waren die bessere Mannschaft", sagte Kanadas Nationaltrainer Jesse Marsch nach dem Spiel: "Uns hat nur die Fähigkeit gefehlt, in den entscheidenden Momenten den nötigen Spielzug zu machen. Was für eine unglaubliche Leistung. Stolzer könnte ich nicht sein."
Marokko schreibt WM-Geschichte
Erstmals in der WM-Geschichte steht damit ein afrikanisches Team bei zwei aufeinanderfolgenden Endrunden im Viertelfinale.
2022 in Katar hatte Marokko das Halbfinale erreicht und war dort an Frankreich gescheitert (0:2), am Donnerstag (22.00 Uhr MESZ) könnte es in Boston zum Wiedersehen kommen, sollten sich die Franzosen gegen den Deutschland-Schreck Paraguay durchsetzen.
Bevor es im klimatisierten Houston Stadium sportlich wurde, dominierten erst einmal Stars and Stripes: Zum Geburtstag der USA 250 Jahre nach der Unabhängigkeits-Erklärung gab es in der "Space City" Grußworte aus dem Weltraum von drei amerikanischen Astronauten auf der Internationalen Raumstation ISS, auch die amerikanische Hymne wurde mit einem riesigen Banner und Navy-Sängerin Maia Rodriguez groß inszeniert.
Die kanadischen "Helden" wollten also ausgerechnet am Nationalfeiertag des großen Nachbarn weiter an ihrer märchenhaften WM-Geschichte schreiben. Marsch gab die Favoritenrolle klar in Richtung der Nordafrikaner ab, "Gigant" Marokko habe "keinerlei Schwächen", sagte der 52-Jährige, der Rückkehrer Alphonso Davies erstmal wieder auf die Bank setzte.
Ismael Saibari mit Oberschenkelverletzung
Unter den Augen von Eishockey-Legende und Edelfan Wayne Gretzky auf der Tribüne begann der Außenseiter, der sich dank des Last-Minute-Siegs gegen Südafrika (1:0) erstmals für ein WM-Achtelfinale qualifiziert hatte, durchaus furios. Tanitoluwa Oluwaseyi scheiterte mit der ersten großen Gelegenheit am glänzend aufgelegten Bono (10.).
Saibari hielt sich nach einem Konter immer wieder den hinteren rechten Oberschenkel, bis er schließlich zu Boden sank und sich die Hände vors Gesicht hielt. Der Neu-Münchner, der am Mittwoch einen Vertrag bis 2031 bei den Bayern unterschrieben hatte, ging vom Feld, auf der Bank vergrub der 50-Millionen-Mann immer wieder frustriert sein Gesicht in seinem Trikot.
Die klar favorisierten Marokkaner, die im Sechzehntelfinale gegen die Niederlande (3:2 n.E.) viele Kräfte gelassen hatte, spielten behäbig und hatten in der 30. Minute den ersten (harmlosen) Torschuss. Ohne den besten Torjäger fehlte die Kreativität und Wucht im Spiel nach vorne. Stattdessen wurde es hitzig, Schiedsrichter Michael Oliver (England) verteilte in der ersten Halbzeit sechs Gelbe Karten, fünf davon ab der 40. Minute.
Es brauchte einen Standard für die Erlösung. Kapitän Achraf Hakimi legte quer auf Ounahi, der an der Strafraumgenze völlig frei abziehen konnte. In der Folge verwaltete Marokko die Führung, Kanada probierte viel - doch Ounahi sorgte nach einem Konter mit einem satten Schuss für die Entscheidung.
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