Leichtathletik
Leichtathletik-EM 2026: Ruppert macht Gold-Double perfekt - Mihambo geht im Krimi leer aus
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von SID:newstime
Medaillenregen bei Leichtathletik-EM
Videoclip • 32 Sek • Ab 12
Nach zwei Goldmedaillen am Schlusstag verabschiedet sich das deutsche Team mit dem besten EM-Ergebnis seit 28 Jahren aus Birmingham.
Frederik Ruppert schwebte leichtfüßig mit Schnullergeste zu Gold und machte drei Tage nach Gesa Krause die deutsche Hindernis-Herrlichkeit perfekt, Malaika Mihambo flog hingegen in einem dramatischen Weitsprung-Thriller an einer Medaille vorbei.
Trotz des schmerzhaften fünften Platzes von Tokio-Olympiasiegerin Mihambo feierten die deutschen Leichtathleten einen starken Abschluss einer großartigen EM in Birmingham - so stark wie in England hatte das DLV-Team seit 28 Jahren nicht mehr bei Europameisterschaften abgeschnitten. Insgesamt holte das Team 21 Medaillen.
Neben Gold für Ruppert und Bronze für seinen Hindernis-Kollegen Karl Bebendorf gab es am Schlusstag der Titelkämpfe überraschend Silber für Speerwerferin Julia Ulbricht und die Mixed-Sprintstaffel um Gina Lückenkemper.
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Gold für Marathonläufer Petros
Am Morgen hatte schon Marathonläufer Amanal Petros souverän Gold gewonnen. Es war das beste deutsche EM-Ergebnis seit Budapest 1998, als Stars wie Heike Drechsler, Grit Breuer und Lars Riedel 23 Medaillen (8-7-8) einfuhren.
Deutscher Mann des Abends im mit rund 23.000 Zuschauern ausverkauften Alexander Stadium war Ruppert. Der Favorit und Europarekordler krönte sich mit einem unwiderstehlichen Finish zum Europameister über 3000 m Hindernis. Der 29-Jährige rannte beim Showdown um die Medaillen in Birmingham nach 8:25,33 Minuten durch das Ziel und sicherte sich seinen ersten großen Titel der Karriere.
"Mir fällt ein Riesenstein vom Herzen. Ich bin einfach nur happy, dass es so ausgegangen ist", sagte Ruppert in der "ARD": "Ich werde im Januar Papa und das hat mir extrem viel Kraft und Power gegeben dieses Jahr." Bronze ging wie vor zwei Jahren an Karl Bebendorf (8:26,65).
Mihambo verpasst Medaille in kuriosem Weitsprung-Krimi
In einem kuriosen Weitsprung-Krimi fehlten der erfolgsverwöhnten Mihambo lumpige sechs Zentimeter zu ihrem dritten EM-Titel. Bei schwierigem Wind sprang die 32-Jährige bereits im ersten Durchgang 6,94 m - weiter ging es dann aber nicht mehr, weil Mihambo das Brett nicht traf. Und so siegte die Italienerin Larissa Iapichino in einem schieren Zielspringen mit 7,00 m vor der Britin Jazmin Sawyers (6,99) und der Französin Hilary Kpatcha (6,98).
Vor Mihambo, die vor zwei Jahren in Rom das einzige deutsche EM-Gold geholt hatte, schob sich auch noch die Portugiesin Agate de Sousa (6,96). In der Qualifikation war Mihambo auf 7,10 geflogen - das hätte am Sonntag für ganz vorne gereicht.
24 Stunden nach dem Doppelsieg von Julian Weber und Nick Thumm holte völlig überraschend auch Julia Ulbricht eine Speer-Medaille. Die 25 Jahre alte deutsche Meisterin lag mit 61,53 m nur hinter Kroatiens Rio-Olympiasiegerin Sara Kolak. "Ich wollte schon immer eine internationale Medaille, ich bin sprachlos", sagte Ulbricht.
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Europarekord für Britinnen
Für Sprinterin Lückenkemper gab es als Happy End einer schwierigen EM dann doch noch die Medaille, für die zweimalige Europameisterin von München war es die siebte ihrer Karriere. Bei der EM-Premiere der Mixed-Staffel über 4x100 m mussten Schlussläuferin Lückenkemper sowie Rebekka Haase, Kevin Kranz und Heiko Gussmann nur Gastgeber Großbritannien ziehen lassen
Die Britinnen mit Schlussläuferin Amy Hunt knackten in 39,97 Sekunden den Europarekord von 40,15 des deutschen Quartetts aus dem Mai. In Birmingham blieb auch die DLV-Staffel in 40,11 unter ihrer bisherigen Marke. Hunt holte ihre vierte Goldmedaille in Birmingham.
Ein Vierfacherfolg war noch niemandem bei einer EM gelungen. "Ich wollte Amy packen, aber auch so muss ich mich mit meiner Leistung nicht verstecken", sagte Lückenkemper.
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